20 Jahre FriedWald – Erster Bestattungswald Deutschlands feiert Jubiläum

Impulsgeber für Wandel in der Bestattungskultur – Beisetzungen werden immer individueller

Griesheim (ots) Naturverbunden, schlicht und tröstlich – seit 20 Jahren gibt es in Deutschland die Möglichkeit, unter einem Baum im Wald die letzte Ruhe zu finden.

Im FriedWald wird die Asche Verstorbener ausschließlich in biologisch abbaubaren Urnen beigesetzt. Immer mehr Menschen wünschen sich diese naturverbundene letzte Ruhe. / 20 Jahre FriedWald / Erster Bestattungswald Deutschlands feiert Jubiläum – Impulsgeber für Wandel in der Bestattungskultur – Beisetzungen werden immer individueller

Als im Herbst 2001 im Reinhardswald bei Kassel der erste FriedWald eröffnete, war die Beisetzung in der Natur noch ungewöhnlich. Doch sie lieferte den Startschuss für einen Wandel in der Bestattungskultur: Weg von vorgegebenen starren Strukturen, hin zu mehr Individualität und Beisetzungen, die der Persönlichkeit eines Menschen Rechnung tragen.

Pionierarbeit im Bestattungswesen

„Ich erinnere mich noch an die Reaktionen, als wir den FriedWald Reinhardswald bei Kassel als ersten Bestattungswald Deutschlands eröffneten“, sagt FriedWald Gründerin und Geschäftsführerin Petra Bach anlässlich der Jubiläumsfeier, die am 21.10.2021 um 11 Uhr im Reinhardswald stattfindet. „Unsere Idee galt als exotisch und verrückt. Doch ich war fest davon überzeugt, dass die Idee Zukunft haben und zu den gesellschaftlichen Veränderungen der Zeit passen würde.“

Der Arbeitsaufwand bis hin zur Eröffnung war enorm. Rechtliche Rahmenbedingungen mussten erst noch geschaffen und ein Partner als Träger des Friedhofs gefunden werden. Ein geeignetes Waldgebiet hingegen war schneller entdeckt, als gedacht: Der Reinhardswald in Nordhessen gilt als der Märchenwald der Gebrüder Grimm – ein wunderschöner und besonderer Wald. „Wir konnten die Forstverantwortlichen im Reinhardswald für die Idee gewinnen und am 1. November 2001 gemeinsam den ersten FriedWald-Standort in Deutschland eröffnen“, sagt Bach. Inzwischen betreibt FriedWald auch in Kooperation mit Ländern, Kommunen und Kirchen die Friedhöfe im Wald.

Trend geht hin zur Naturbestattung

In 76 FriedWald-Standorten in ganz Deutschland mit einer Gesamtfläche von rund 3.714 Hektar können Menschen bereits eine naturverbundene Ruhestelle ohne Grabpflege auswählen. Jeder Besuch am Grab ist dort mit einem Spaziergang im trostspendenden Wald verbunden. Und auch immer mehr klassische Friedhöfe ziehen nach und versuchen, den Wünschen der Menschen nach natürlicheren Ruhestellen zu entsprechen. Denn traditionelle Grabformen verlieren immer mehr an Zuspruch, wie eine Umfrage der Verbraucherinitiative für Bestattungskultur Aeternitas e. V. Ende 2019 ergab. Demnach wünschen mittlerweile 19 % der Deutschen für sich selbst die letzte Ruhe in einem Bestattungswald.

Individualität und Naturverbundenheit als Erfolgsfaktoren von FriedWald

Für eine Grabstelle in einem FriedWald, die auch in Vorsorge schon zu Lebzeiten ausgesucht werden kann, haben sich bereits mehr als 367.800 Menschen entschieden. Gründe dafür gibt es viele. Während der eine die Nähe zur Natur sucht, wünscht sich die andere eine Alternative zum traditionellen Friedhof. Ein anderer wiederum möchte seinen Angehörigen ein Grab ohne Pflegeaufwand ermöglichen und weiß um die beruhigende Wirkung des Waldes auf das menschliche Gemüt.

Auch die Individualität der Menschen selbst wird immer mehr Rechnung getragen – zum einen bei der Wahl des Baumes, dessen Art, Wuchs und Größe oft eine persönliche Bedeutung hat. Zum anderen bei der Gestaltung der Trauerfeier. FriedWald ist überkonfessionell und räumt Angehörigen viele Gestaltungsfreiheit bei der Abschiedsfeier ein. Beisetzungen können hier mit oder ohne geistlichen Beistand erfolgen, im kleinen oder großen Rahmen stattfinden. Sie werden begleitet vom reinen Vogelgezwitscher und Blätterrauschen, über Musik vom Band bis hin zur Livemusik im Wald.

Immer im Fokus: Menschen, die Trost suchen

„Es ist mir selbst ein großes Anliegen, dass wir bei all unseren Vorhaben immer eines im Blick behalten: die Menschen, für die wir dieses Angebot ins Leben gerufen haben“, sagt Petra Bach. „Wir fragen uns immer wieder, wie wir es den Menschen erleichtern können, Trost zu finden. Daraus entsteht für uns das Potenzial zu wachsen und neue Ideen, wie zum Beispiel unsere digitale Baumauswahl.“ Diese macht die Auswahl der letzten Ruhestätte im Wald über das Internet möglich. Interessant ist das zum Beispiel für Menschen, die zu weit weg vom FriedWald-Standort wohnen oder für die ein Waldstück nicht mehr leicht zu begehen ist.

FriedWald-Standorte kennenlernen

Auch wenn die Bestattung in der Natur längst kein Novum mehr ist, haben viele Menschen noch offene Fragen rund um die letzte Ruhe im Wald. Um diese zu beantworten, nehmen jeden Monat erfahrene FriedWald-Försterinnen und -Förster Interessierte mit zu einer Waldführung. Bei der Kombination aus Waldspaziergang und Info-Tour erklären sie alles Wissenswerte zu Kosten, Baumgrabarten, Vorsorgemöglichkeiten und Beisetzungen im FriedWald. Außerdem zeigen sie die schönsten Orte des Waldes. Informationen und Termine: www.friedwald.de/waldfuehrungen

Mehr zu 20 Jahren FriedWald unter: www.friedwald.de/20jahre