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Lesen im digitalen Zeitalter.

MENTOR – Die Leselernhelfer geht neue Wege.
Digitales Lesen und Bücher stehen nicht in Konkurrenz.

Hamburg (ots)Eine schlecht ausgebildete Lesefähigkeit hat für jedes Kind dramatische Folgen, die meisten machen keinen Schulabschluss und erlernen keinen Beruf. Ein Fünftel der Zehnjährigen in Deutschland kann nicht sinnerfassend lesen, so die aktuellste IGLU-Studie (Dez. 2017).

Leselernhelfer aller MENTOR-Vereine bundesweit kamen zur 10. Fachtagung in Hamburg. Quellenangabe: „obs/MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverband e.V./Alexander Hagmann“

Um diesen Kindern eine Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft zu geben und die Folgen des Analphabetismus für die gesamte Gesellschaft zu vermeiden, engagieren sich über 11.500 Lesementoren unter dem Dach des MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverbands e.V. Bei der 10. Nationalen Fachtagung des Verbands in Hamburg diskutierten sie auch über das Verhältnis zwischen digitalen Medien und gedruckten Texten: MENTOR sieht das Lesen mit digitalen Medien als sinnvolle Ergänzung. Sie verdrängen Bücher nicht, sondern nehmen einen eigenen Platz im Leseangebot ein. Auch deshalb startet der Bundesverband ein neues Programm für die Leseförderung mit Lese-Apps und der Option, dass die Kinder und Jugendlichen den Lesementoren ihren selbstverständlichen Umgang mit digitalen Medien vermitteln. Dies ist eine innovative Erweiterung des Mentorings, auf dem das Konzept von MENTOR – Die Leselernhelfer basiert. Außerdem unterstrich der Journalist und Autor Ulrich Wickert bei der Tagung die Rolle des Lesens für die Persönlichkeitsentwicklung.

Das Lesen, das Vorlesen und das Entdecken von Büchern spielen eine große Rolle für Kinder und Jugendliche: „Das Lesen fördert bei jungen Menschen die Ausbildung von Empathie und Fantasie. Und die Fantasie ist eigentlich noch wichtiger als das Wissen, das man in Büchern findet. Denn sie hilft, dieses Wissen kreativ einzusetzen und sich eine Zukunft vorzustellen“, betonte Ulrich Wickert, Journalist und Autor, er führte weiter aus: „Lesen ist der erste Ansatz zum frei Denken und die Landesregierungen müssen endlich lernen, jedem Kind die Chance zu geben, Lesen zu lernen. Lesen ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und daher unterstütze ich die Leseförderung und alle, die sich dafür engagieren, dass Kinder und Jugendliche richtig Lesen lernen.“

So auch die Lesementoren, die eine vertrauensvolle Beziehung zu ihren Lesekindern aufbauen und sie individuell und langfristig in einer 1:1-Situation fördern. Dieses Mentoring mit dem Ansatz ‚Bildung durch Bindung‘ ist die Basis für ihre Leseförderung und bildete einen Schwerpunkt der Fachtagung. Bernd Schüler, Gründer von biffy Berlin – Big Friends for Youngsters e.V., verdeutlichte die Möglichkeiten und stellte den Forschungsstand dar.

Ein weiteres Thema war der Einfluss der digitalen Medien auf die Zukunft des Lesens von jungen Menschen. Dazu erläuterte Margret Schaaf, 1. Vorsitzende, MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverband e.V.: „Das Lesen mit digitalen Medien wird die Bücher und gedruckten Texte nicht verdrängen. Durch die Digitalisierung findet eine Neuorientierung statt. Dabei findet jedes Lese-Medium seinen Platz, die Leser müssen nur lernen, die unterschiedlichen Medien je nach Sinn und Zweck auswählen. Wer z.B. einen langen Text konzentriert lesen möchte, kann das besser in gedruckter Form. Die jungen Menschen müssen die Vielfalt der Lese-Medien kennenlernen und sinnvoll für ihre Zwecke nutzen. An erster Stelle steht aber für uns die Vermittlung von Lesekompetenz: Nur wer richtig lesen kann, den Sinn aller Texte erfasst, der kann sich eine Meinung bilden. Gelesenes zu verstehen ist die Grundlage für den Umgang mit allen Text-Medien.“

Der MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverband e.V. nutzt künftig Tablets mit Lese-Apps und geht damit einen neuen Weg in der Leseförderung: In den wöchentlichen Lesestunden, zu denen sich ein Schüler mit einem Lesementor trifft, fördert der Mentor die Lesekompetenz. Gleichzeitig unterstützt das Lesekind den – meist älteren – Mentor mit seinem Wissen über Hard- und Software. In dieser „Reverse Mentoring-Situation“, erlebt der junge Mensch, dass er Fähigkeiten hat, die er an seinen Mentor weitergeben kann und das stärkt sein Selbstwertgefühl. Dieses Projekt mit dem Titel „MENTOR – Die Leselernhelfer: Digitaler Treffpunkt der Generationen“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverband e.V.
Agnes Gorny
Grafenwerthstr. 92, 50937 Köln
Tel. 0221 16844745
E-Mail: gorny@mentor-bundesverband.de


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