Forschung kostet Geld, Untätigkeit kostet Kinderleben

Gemeinsam gegen Kinderkrebs – 14. September 2024 Berlin

Berlin (ots) „Kinderkrebs ist kein Smalltalk-Thema und doch müssen wir darüber reden, aufklären und Bewusstsein in der Öffentlichkeit schaffen. Denn was die wenigsten wissen: Krebs ist die häufigste krankheitsbedingte und zweithäufigste Todesursache überhaupt bei Kindern. Jedes 5. an Krebs erkrankte Kind stirbt innerhalb von 5 Jahren nach der Diagnose und 80 % der Überlebenden haben im Alter von 45 Jahren schwerwiegende Behinderungen oder lebensbedrohliche Gesundheitsprobleme, zum Teil auf Grund der Therapien“, sagt Antje Albert, Vorsitzende und Mitgründerin des Vereins „BEN hilft! – Stark machen gegen DIPG e.V.“

Fotos von an Krebs erkrankten und verstorbenen Kindern auf der Wiese des Reichstagsgebäudes in Berlin 2023
Bildrechte: BEN hilft! e.V. Fotograf: Andrew Grauman

Antje Albert weiß, wovon sie redet. Bei ihrem Sohn Ben wurde im April 2018 das diffus intrinsische Ponsgliom (kurz DIPG) diagnostiziert, ein sehr seltener kindlicher Hirntumor im Hirnstamm, unheilbar und tödlich. 17 Monate später starb Ben, im Alter von 4 Jahren, in den Armen seiner Mutter. In diesen 17 Monaten musste die Familie auf schmerzliche Weise realisieren, dass wir heute zwar zum Mond fliegen, aber nicht diesen Krebs heilen können, weil es über 60 Jahre keine Forschung daran gab. Überhaupt ist die Forschung an Kinderkrebs ein extrem unterfinanziertes und für die Pharmaindustrie nicht lukratives Gebiet. Unzählige Missstände in der Gesundheitsversorgung musste die Familie erfahren und fühlte sich mehr als einmal völlig allein gelassen.

Aus diesem Grund beschloss Antje Albert Ende 2019, ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit anderen betroffenen Familien zu teilen und die Forschung an kindlichen Hirntumoren zu unterstützen. Zunächst als private Initiative, seit 2022 als gemeinnütziger Verein.

Neben der Vereinsgründung wurde auch die Aktion „Gemeinsam gegen Kinderkrebs“ ins Leben gerufen, um die Öffentlichkeit über die Realität von Kinderkrebs aufzuklären und Bewusstsein für die dringende Notwendigkeit der Forschung, Behandlung und Unterstützung von Kindern, die von Krebs betroffen sind, zu schaffen. Diese Aktion findet seit 2022 einmal jährlich im September, dem Bewusstseinsmonat für Kinderkrebs, auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude in Berlin statt.

Neben der Aufklärung über Kinderkrebs stehen vor allem die betroffenen Kinder selbst und ihre Familien im Mittelpunkt dieser Aktion. Gemeinsam mit betroffenen Familien stellt der Verein Fotos von an Krebs erkrankten oder bereits verstorbenen Kindern auf der Wiese auf. „Wir möchten Kinderkrebs ein Gesicht geben und die Stimme für die erheben, die es selbst nicht können. Diese Kinder haben so viel mehr verdient, als eine Fallzahl in einer Statistik zu sein“, sagt Antje Albert. Auch Bens Foto steht zwischen unzähligen weiteren Fotos auf der Wiese. Vor vielen Fotos sitzen Angehörige und gedenken ihrer verstorbenen Kinder. Der Austausch zwischen den betroffenen Familien ist für alle Anwesenden ein wichtiger Teil der Verarbeitung. Spüren, dass man mit seinem Schicksal nicht allein ist und Gespräche auf Augenhöhe führen – all das ist hier möglich.

Kinderkrebs sollte ein wichtiges Thema für die gesamte Gesellschaft sein – nicht nur für Betroffene und ihre Familien. Es ist wichtig, Bewusstsein zu schaffen und Wissen zu verbreiten, denn nur gemeinsam kann eine Veränderung bewirkt werden. Und hier ist auch die Politik gefragt. Der Verein möchte weder anklagen noch Vorwürfe in Richtung derer senden, die es in der Hand haben, entscheidende Veränderungen voranzubringen. Die Vereinsmitglieder möchten in den Diskurs gehen und als unmittelbar Betroffene aufzeigen, wo dringender Handlungsbedarf besteht.

Unterstützung erhält der Verein durch weitere gemeinnützige Organisationen, die alle auf unterschiedliche Art und Weise dazu beitragen, das Leben betroffener Familien zu erleichtern. Ob Wunscherfüller, Mutmacher oder Begleiter auf dem letzten Weg: Außenstehende und Betroffene haben die Möglichkeit sich zu informieren und mehr über diese wichtige Arbeit zu erfahren.

Ganz besondere Unterstützung wird dem Verein in diesem Jahr 2024 zuteil. Radsportler aus ganz Deutschland machen sich, zum Teil bereits eine Woche vor der Aktion vor dem Reichstag, auf den Weg nach Berlin. Unterwegs machen sie auf Kinderkrebs und die Aktion „Gemeinsam gegen Kinderkrebs“ aufmerksam. Die Hauptroute, mit einer Strecke von ca. 850 km führt von Endingen am Kaiserstuhl bis nach Berlin. Diese Route wird von Manuel Zimmerer bestritten. Seine Tochter Emilia verstarb 2022 an einem Neuroblastom. Auch er und seine Frau Celina haben nach dem Tod ihrer Tochter einen Verein gegründet, um betroffene Familien zu unterstützen.

Manuel Zimmerers Tour führt ihn in 7 Etappen nach Berlin ans Brandenburger Tor, dem Treffpunkt für alle Radfahrer. Bei jedem Etappenstopp sind betroffene Familien, die selbst nicht nach Berlin kommen können, dazu aufgerufen, Fotos ihrer Kinder zu überreichen, welche dann am 14.09.2024 in Berlin aufgestellt werden.

Die Tour startet am Samstag, den 7. September 2024, um 9.00 Uhr. Die Route sieht wie folgt aus:

07.9.24 > 1. Etappe Endingen a. K. – Karlsruhe (140 km)

08.9.24 > 2. Etappe Karlsruhe – Darmstadt (118 km)

09.9.24 > 3. Etappe Darmstadt- Fulda (141 km)

10.9.24 > Off – Day

11.9.24 > 4. Etappe Fulda – Bad Langensalza (126 km)

12.9.24 > 5. Etappe Bad Langensalza – Bitterfeld-Wolfen (134 km)

13.9.24 > 6. Etappe Bitterfeld-Wolfen – Beelitz (128 km)

14.9.24 > 7. Etappe Beelitz – Berlin (Brandenburger Tor) ( 50 km)

14.9.24 > für alle 13.45 Uhr Treffpunkt Brandenburger Tor

14.9.24 > 14.00 Uhr gemeinsame Weiterfahrt zum Reichstag

Die Fotos können jeweils am Etappenstart von 8.00 – 9.00 Uhr vor den jeweiligen Rathäusern an Manuel Zimmerer übergeben werden.

Wer sich dieser oder einer anderen Tour anschließen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Informationen über die Touren erhält man in der Community https://chat.whatsapp.com/Gd715LYU4fT8OmMpalXq6n

Betroffene Familien und Interessierte sind ebenfalls herzlich eingeladen, am 14. September ab 14.00 Uhr gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Für betroffene Familien findet ab 19.30 Uhr ein Get-Together im Restaurant Nolle statt. Hierfür wird um verbindliche Anmeldung bis 30. August 2024 unter info@benhilft.de gebeten.

BEN hilft! Stark machen gegen DIPG e.V.

http://www.benhilft.de

Tag der Weltbevölkerung am 11. Juli

Stärkung von Frauenrechten wichtiger als Reglementierung der Geburtenrate

München (ots) Zum Tag der Weltbevölkerung fordern die SOS-Kinderdörfer, anstatt den Fokus auf die Reglementierung der Geburtenrate zu legen, die Selbstbestimmungsrechte von Frauen zu fördern. Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer, sagt: „Weltweit zeigt sich: Wenn Frauen die nötige Unterstützung bekommen und selbst über ihr Leben entscheiden können, sinkt die Zahl von Kinderehen, Teenager-Schwangerschaften sowie die Zahl der Geburten. Eine wichtige Voraussetzung dafür: Mädchen und Frauen müssen Zugang zu Bildung bekommen.“

Zum Tag der Weltbevölkerung fordern die SOS-Kinderdörfer, anstatt den Fokus auf die Reglementierung der Geburtenrate zu legen, die Selbstbestimmungsrechte von Frauen zu fördern. Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer, sagt: „Weltweit zeigt sich: Wenn Frauen die nötige Unterstützung bekommen und selbst über ihr Leben entscheiden können, sinkt die Zahl von Kinderehen, Teenager-Schwangerschaften sowie die Zahl der Geburten. Eine wichtige Voraussetzung dafür: Mädchen und Frauen müssen Zugang zu Bildung bekommen.“
Fotograf: Lydia Mantler, Indien

Gemäß Zahlen der UN hat sich die Weltbevölkerung in den letzten 50 Jahren verdoppelt. Aktuell leben über acht Milliarden Menschen auf der Erde. Laut Prognosen soll die Zahl bis zum Ende des Jahrhunderts auf elf Milliarden anwachsen. Das größte Bevölkerungswachstum herrscht zumeist dort, wo ohnehin viele Menschen von Armut und Ressourcenknappheit betroffen sind. So gehören Bangladesch und Indien, beides Länder mit hoher Armutsquote, zu den zehn bevölkerungsreichsten Staaten. Das starke Bevölkerungswachstum potenziert die Not der Menschen in Ländern des globalen Südens. Die fehlende Autonomie von Frauen ist neben weiteren Faktoren ein wesentlicher Grund. Frauen können oft nicht frei entscheiden, ob, wann und mit wem sie eine Familie gründen.

Zu den Ursachen gehören unter anderem unzureichende Gesetze. Etwa eine Milliarde Frauen ist nicht durch die Gesetzgebung vor sexueller Gewalt im häuslichen Umfeld geschützt. Ihre Entscheidungsfreiheit hinsichtlich Schwangerschaften oder auch eines legalen Schwangerschaftsabbruchs schränkt dies erheblich ein.

Dazu komme, dass rund 257 Millionen Frauen infolge ungenügender Sexualaufklärung, gynäkologischer Beratung und fehlendem Zugang einen ungedeckten Bedarf an Verhütungsmitteln haben. Auch religiöse Vorbehalte, ein Verhütungsverbot durch den Partner oder die Angst vor Nebenwirkungen spielen eine Rolle.

Infolgedessen kommt es auch heute noch zu einer großen Zahl von Teenagerschwangerschaften und Kinderehen. Jedes dritte Mädchen wird in Ländern des globalen Südens vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet, die Zahl der Geburten von Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren liegt bei 13 Millionen.

Die Mutterschaft hat für Mädchen und Frauen meist den Abbruch ihrer Schul- oder Berufsausbildung oder beruflichen Tätigkeit zur Folge. Das steigert ihre ökonomische Abhängigkeit von Partner und Institutionen. Breyer sagt: „Es zeigt sich immer wieder: Wenn Mädchen und Frauen zu ihren Rechten kommen, wird dieser fatale Kreislauf unterbrochen.“

So helfen die SOS-Kinderdörfer weltweit:

Die SOS-Kinderdörfer fördern die Bildung und Chancengleichheit von Mädchen und Frauen in zahlreichen Ländern. Bildung verbessert das Wissen und die Handlungsfähigkeit von Frauen, inklusive ihrer körperlichen Selbstbestimmung.

  • Die SOS-Kinderdörfer bieten Mädchen ohne elterliche Betreuung ein sicheres Zuhause, das sie vor Missbrauch und Kinderehe schützt.
  • In den Schulen der SOS-Kinderdörfer und Berufsbildungszentren erhalten Mädchen Zugang zu Bildung.
  • In Projekten wie dem „Girls-Club“ in Bangladesch fördern die SOS-Kinderdörfer Frauenrechte.
  • In den Programmen und Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer erfolgt eine altersgerechte Sexualaufklärung, zudem gibt es Beratungsangebote etwa zur Empfängnisverhütung oder zur Monatshygiene.
  • In den medizinischen Zentren der SOS-Kinderdörfer erhalten Frauen und Mädchen kostenlos ärztliche Hilfe.

VANLIFE FESTIVAL auf FERROPOLIS

Inmitten unseres Museums, umgeben von fünf gigantischen Tagebaugroßgeräten und direkt am Ufer des Gremminer Sees, darf zum Vanlife FERROPOLIS vom 18. bis 21. Juli gecampt werden.

Foto: Alexander Baumbach

Das Festival für Offroad, Overlanding und Vanlife…
Jedes Jahr zelebriert das VANLIFE FESTIVAL die neue, freie Art zu Campen auf Deutschlands aufregendstem Campground irgendwo zwischen Berlin und Leipzig – auf einer Halbinsel inmitten des Gremminer Sees, umgeben von fünf gigantischen Tagebaubaggern.

Das Festival lockt an bis zu 4 Tagen mit einem facettenreichen Programm aus großer Fachmesse, Live-Acts, Flohmarkt, Workshops und Vorträgen rund um Offroad, Overlanding und Vanlife, ergänzt durch Yoga, Stand-Up-Paddle, Programm für die Kids und Beachsport-Angeboten an den Badestränden.

4 Tage Camping mit Gleichgesinnten
– Lage direkt am See
– Stellplatz direkt auf der Ferropolis-Halbinsel
(Markisen sind erlaubt, Vorzelte, Pavillons o.ä. sind nicht gestattet)
– Badestrand & Beachsport-Areale
– Live-Acts, Workshops.
Vorträge u.v.m.

An- und Abreise
Früh-Anreise Donnerstag 18.07.2024
17-21:00 Uhr buchbar
Montag 22.07.24 Abreise bis 10 Uhr

Karten gibt es vorab online unter
https://www.vanlife-ferropolis.de/tickets
oder an der Tagesskasse für 10 Euro.

Drohnenflugfoto.de – Bismarckturm auf dem Petersberg bei Halle

Auf dem Petersberg steht einer von noch 15 erhaltenen Bismarcktürmen in Sachsen-Anhalt.

FOTO: DPWA.de

Der 15 Meter hohe Turm wurde nach einem Entwurf von Wilhelm Keis errichtet und am 24. September 1902 eingeweiht. Der im zweiten Weltkrieg stark beschädigte Aussichtsturm wurde 1999/2000 umfangreich saniert, so dass er anschließend erstmals seit dem Krieg wieder bestiegen werden konnte.

Die großartige Aussicht kann täglich von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr vom Turm aus genossen werden.