Archiv der Kategorie: Energie & Versorgung

Strom- und Gastarife Was in turbulenten Zeiten hilft

Lieferstopps, Preiserhöhungen, rückwirkende Kündigungen und gebrochene Preisversprechen der Energieversorger machen zurzeit vielen Haushalten zu schaffen. In der Februar-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest erklärt die Stiftung Warentest, was jetzt zu tun ist und wie betroffene Kunden und Kundinnen einen neuen Tarif finden.

Foto:DPWA.de

Auf keinen Fall vorschnell kündigen, nachdem der Preis erhöht wurde. Die alte Regel, dass Neukundenpreise günstiger sind als die Tarife der Bestandskunden, gilt oft nicht mehr. Haushalte müssen prüfen, ob es sich lohnt, trotz einer Erhöhung beim alten Anbieter zu bleiben.

Auch im Fall der Insolvenz eines Anbieters wird ein Haushalt durchgängig mit Strom oder Gas versorgt. Er rutscht dann in die Ersatzversorgung des örtlichen Grundversorgers. Das ist der Energieversorger, der im Netzgebiet die meisten Haushalte mit Strom versorgt – meist das örtliche Stadtwerk. Die Ersatzversorgung dauert längstens drei Monate. Dann beginnt die Grundversorgung. Einzige Änderung ist die Kündigungsfrist. Haushalte können in der Ersatzversorgung fristlos kündigen, in der Grundversorgung gilt eine Frist von 14 Tagen.

Im Fall einer Insolvenz sollte umgehend der Zählerstand fotografiert werden. Das ist wichtig, um später die Schlussrechnung beim insolventen Anbieter prüfen zu können. Außerdem wird so dokumentiert, mit welchem Zählerstand die Ersatzversorgung startet. Nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens müssen ausstehende Guthaben und Boni über den Insolvenzverwalter angemeldet werden.

Wie Haushalte am besten auf gebrochene Preisgarantien, Lieferstopps oder rückwirkende Kündigungen reagieren und wie sie über die Vergleichsportale den besten Tarif finden, wird in der Februar-Ausgabe von Finanztest erklärt. Der Artikel ist online unter www.test.de/strom-und-gaspreise abrufbar.

Kölner Dreigestirn fährt mit Ford Kuga Plug-in-Hybrid elektrisch durch den Karneval

Köln (ots)

  • Hans Jörg Klein, Geschäftsführer Marketing und Verkauf und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH, hat dem Kölner Dreigestirn offiziell drei Ford Kuga Plug-in-Hybrid übergeben
  • Damit fahren Prinz Sven I, Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie mit einer Batterieladung rund 60 Kilometer rein elektrisch zu ihren Karnevalsterminen
  • Ford unterstützt das Festkomitee Kölner Karneval seit 71 Jahren und treibt dabei die Elektrifizierung der jecken Fahrzeugflotte kontinuierlich voran
  • Auch in den für den Karneval so schweren Pandemie-Zeiten engagiert sich Ford und stellt dem Festkomitee insgesamt zwölf Fahrzeuge zur Verfügung
Hans Jörg Klein, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH, übergibt dem Kölner Dreigestirn, also Jungfrau Gerdemie, Prinz Sven I. und Bauer Gereon (v. li.) ihren neuen Dienstwagen – den Ford Kuga Plug-In-Hybrid.

Treue Partner stehen zusammen, besonders in schweren Zeiten. Das gilt auch für Mobilitätspartner. Seit 1951 hat Ford diese Funktion für das Festkomitee des Kölner Karneval inne und stellt seitdem ununterbrochen die Bagagewagen, die beim Rosenmontagszug die ‚Kamelle‘ und ‚Strüßjer‘ der Karnevalsgesellschaften transportieren. Dann kam die Pandemie. Nun fällt der Rosenmontagszug zum zweiten Mal nacheinander Corona-bedingt aus. Doch als treuer Mobilitätspartner unterstützt Ford den Kölner Karneval natürlich auch in Covid-Zeiten und stattet das Festkomitee in dieser erneut eingeschränkten Session wieder mit Fahrzeugen aus.

Hans Jörg Klein, Geschäftsführer Marketing und Verkauf und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH, überreichte dem Dreigestirn vor dem Karnevalsmuseum in Köln-Braunsfeld die Schlüssel für drei Ford Kuga Plug-in-Hybrid (PHEV)* − dem meistverkauften Plug-in-Hybrid-Modell des Jahres 2021 in ganz Europa.

Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, lädt seinen neuen Dienstwagen, den vollelektrischen Ford Mustang Mach-E.

Seit 1965 hat der Kölner Automobilhersteller 56 frisch proklamierte Dreigestirne mit Fahrzeugen ausgestattet. Aber noch keines zwei Mal nacheinander – bis jetzt! Da bereits 2021 der Rosenmontagszug und die meisten Karnevalsveranstaltungen Corona-bedingt ausgefallen sind, dürfen Prinz Sven I. (Sven Oleff), Bauer Gereon (Gereon Glasemacher) und Jungfrau Gerdemie (Dr. Björn Braun) noch einmal die höchsten Ämter in der fünften Jahreszeit bekleiden.

Mit ihren neuen Ford Kuga PHEV können sie mit einer Batterieladung rund 60 Kilometer rein elektrisch zu ihren auch in dieser Session durch die Pandemie dezimierten Karnevalsterminen fahren. Christoph Kuckelkorn, der Präsident des Festkomitees ist sogar vollelektrisch unterwegs. Mit seinem neuen Ford Mustang Mach-E**, mit Allradantrieb und der großen 88-kWh-Batterie, kommt er auf eine elektrische Reichweite von 540 Kilometern. Doch irgendwann muss auch er seinen rein elektrischen Dienstwagen aufladen. Damit dies möglichst einfach und unkompliziert gelingt, hat Ford – unterstützt von der RheinEnergie AG, einem weiteren Partner des Festkomitees – rechtzeitig vor Auftakt der Session eine Wallbox zum ‚Strom tanken‘ an die Wagenhalle des Karnevalsmuseums installiert. Hier fließt ausschließlich Ökostrom der RheinEnergie, damit die elektrifizierten Ford-Dienstwagen von Dreigestirn und Festkomitee besonders klimaschonend unterwegs sind. Insgesamt stellen die Ford-Werke dem Festkomitee zwölf Fahrzeuge zur Verfügung.

„Ford treibt die Elektrifizierung der Karnevals-Fahrzeugflotte voran“

„Natürlich bedauern wir sehr, dass der reguläre Rosenmontagszug erneut ausfällt“, sagt Hans Jörg Klein, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford Werke. „Vor allem für die rund 70 Ford Beschäftigten, die sich auf ihren ehrenamtlichen Einsatz als Bagagewagenfahrer und Helfer an der Strecke gefreut hatten, tut es mir leid“, betont Klein. „Doch eins steht fest wie das Amen im Dom: Der Kölner Karneval und Ford gehören zusammen. Auch und gerade in schweren Zeiten wie diesen. Gemeinsam gehen – oder besser fahren – wir in die Zukunft und treiben dabei die Elektrifizierung der Karnevals-Fahrzeugflotte kontinuierlich voran. Und in der nächsten Session sorgen wir sicher wieder dafür, dass der ‚Zoch kütt‘.“

Für die Unterstützung ihres Mobilitätspartners auch in dieser von der Pandemie eingeschränkten Karnevalssession ist das Festkomitee Kölner Karneval sehr dankbar. „Die Sitzungen sind zwar weitgehend abgesagt, aber die Session fällt deswegen ja nicht aus“, betont Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn. „Wie im letzten Jahr schon konzentrieren sich das große und kleine Dreigestirn auf soziale Termine in der ganzen Stadt: Impfzentren, Seniorenheime, Schulen, Obdachlosentreffs und vieles mehr. Möglich macht das auch die konstante Unterstützung durch unseren Partner Ford“, so Kuckelkorn. „Und wir freuen uns umso mehr, mit der Umstellung auf elektrifizierte Antriebe immer umweltfreundlicher unterwegs zu sein.“

* Kraftstoffverbrauch des Ford Kuga Plug-In-Hybrid: 1,3 l/100 km; CO2-Emissionen (kombiniert): 29 g/km; Stromverbrauch (kombiniert)3: 15,6 kWh/100 km***

** Stromverbrauch des Ford Mustang Mach-E (kombiniert): 19,5 kWh/100 km; CO2-Emissionen (kombiniert): 0***

*** Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren (§ 2 Nrn. 5, 6, 6a Pkw-EnVKV in der jeweils geltenden Fassung) ermittelt.

Seit dem 1. September 2017 werden bestimmte Neuwagen nach dem weltweit harmonisierten Prüfverfahren für Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge (World Harmonised Light Vehicle Test Procedure, WLTP), einem neuen, realistischeren Prüfverfahren zur Messung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissoien, typgenehmigt. Seit dem 1. September 2018 hat das WLTP den neuen europäischen Fahrzyklus (NEFZ), das derzeitige Prüfverfahren, ersetzt. Wegen der realistischeren Prüfbedingungen sind die nach dem WLTP gemessenen Kraftstoffverbrauchs- und CO2Emissionswerte in vielen Fällen höher als die nach dem NEFZ gemessenen.

Die angegebenen Werte dieses Fahrzeugtyps wurden bereits anhand des neuen WLTP-Testzyklus ermittelt und zu Vergleichszwecken zurückgerechnet. Bitte beachten Sie, dass für CO2-Ausstoß-basierte Steuern oder Abgaben seit dem 1.September 2018 die nach WLTP ermittelten Werte als Berechnungsgrundlage herangezogen werden. Daher können für die Bemessung solcher Steuern und Abgaben andere Werte als die hier angegebenen gelten.

Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebotes, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen.

Hinweis nach Richtlinie 1999/94/EG: Der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen eines Fahrzeugs hängen nicht nur von der effizienten Ausnutzung des Kraftstoffs durch das Fahrzeug ab, sondern werden auch vom Fahrverhalten und anderen nichttechnischen Faktoren beeinflusst. CO2 ist das für die Erderwärmung hauptsächlich verantwortliche Treibhausgas. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem ‚Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen‘ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei www.dat.de/ unentgeltlich erhältlich ist. Für weitere Informationen siehe Pkw-EnVKV-Verordnung.

WEB: ford.com

EU streitet um Zukunft der Atomenergie

Hamburg (ots) Die Ziele der Europäischen Union sind klar formuliert. Klimaneutral bis 2050, bis 2030 die Treibhausgas-Emissionen um 55 Prozent reduzieren. Doch welche Rolle kann die Atomkraft dabei spielen? Oder kann sie überhaupt eine Rolle spielen? Die Frage spaltet die EU.

Kühltürme des Atomkraftwerkes in grundremmingen stehen hinter einem Verbotsschild.

Pro und Contra

Auf der einen Seite steht Frankreich, der entschlossenste Befürworter der Kernenergie. Zusammen mit Polen, Ungarn, Tschechien, Rumänien, der Slowakei und Slowenien macht sich das Land für einen Ausbau der Atomkraft stark. Frankreich gilt seit langem als das „Atomland“ Europas. Es liegt hinter den USA und China auf Platz drei der größten Produzenten von Atomstrom weltweit.

Deutschland hat hingegen nach dem Reaktorunfall von Fukoshima 2011 den Atomausstieg bis 2022 beschlossen. Dann werden die letzten Reaktoren vom Netz gehen. Unterstützt wird Deutschland unter anderem von Österreich und Luxemburg. Auch Belgien hat einen Atomausstieg beschlossen – bis 2025.

Derzeit sind etwa 110 Reaktoren in der EU in Betrieb, etwa ein Viertel der Atomkraftwerke weltweit.

Während Deutschland in einem Jahr alle Atomkraftwerke vom Netz haben will, plant Frankreich den Bau neuer Meiler. Der Streit spielt zurzeit vor allem auf europäischer Ebene. Vereinfacht gesagt, gehen Frankreich und seine Unterstützer davon aus, dass die europäischen Klimaziele nur mit Einsatz von Atomreaktoren erreicht werden können, denn die Kernenergie verursacht geringe CO2-Emissionen.

Deutschland und die anderen Atomgegner verweisen vor allem auf die Risiken der Endlagerung von Atommüll. Der Atommüll müsse für eine Million Jahre sicher gelagert werden. Auch bei Klimaschutzorganisationen wie WWF und Greenpeace stößt der Versuch auf Widerstand, Atomstrom als grün einzustufen. Die Risiken würden immer noch „systematisch unterschätzt“.

Debatte in Brüssel

Das Thema wird zusätzlich brisanter durch eine Neuerung, die Kritiker als heikel einstufen: Die EU-Kommission arbeitet momentan an der sogenannten Taxonomie – einem Klassifizierungssystem für nachhaltige Investitionen. Durch die Taxonomie sollen Bürger und Investoren klare Informationen über nachhaltige Finanzprodukte erhalten. Nach dem geplanten Klassifizierungssystem würde die Atomenergie eine Art grünes Label bekommen. Die mögliche Einstufung von Atomkraft als nachhaltige Energieform sorgt für Kritik. Debatte dauert schon einige Monate an.

Laut internationaler Atomenergiebehörde (IAEA) verursacht Kernenergie 40 Mal weniger Treibhausgasemissionen als ein effizientes Gaskraftwerk. Frankreich übte zuletzt erheblichen Druck aus, um Atomkraft als umweltfreundliche Energie einzustufen.

Deutschland lehnt es ab, Atomkraft in die Taxonomie aufzunehmen. Österreich hat sich bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel ebenfalls gegen ein „grünes“ Label für die Atomkraft ausgesprochen. „Österreich positioniert sich ganz klar gegen Atomenergie“, sagte der österreichische Kanzler Karl Nehammer vor Weihnachten mit Blick etwa auf den umweltschädlichen radioaktiven Müll, der bei der Kernspaltung entsteht.

Länder wie Frankreich oder Polen wollen Atomkraft und Gas als klimafreundlich kennzeichnen, um diese Energiequellen zu fördern. „Sie haben niedrige Emissionen, die Atomenergie sogar null Emissionen, wir brauchen sie“, sagte der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki.

Inzwischen gilt es als wahrscheinlich, dass bestimmte Gas- und Atomkraftwerke zumindest vorübergehend in der Taxonomie gelistet werden.

Wenn Ende 2022 im letzten deutschen AKW die Lichter ausgehen, strahlt der über Jahrzehnte angehäufte Atommüll in großen Mengen weiter. Expertinnen und Experten erwarten bis 2080 rund 10 500 Tonnen hoch radioaktiver Abfälle aus Brennelementen. Sie sollen irgendwann in einem Endlager ruhen, das offiziell bis 2031 gefunden sein soll.

Eine Entscheidung der EU-Kommission wird in Kürze erwartet.

Mehr zur Klimapolitik und zur COP26-Konferenz erfahren Sie in diesem Video und im Hintergrundbeitrag zur COP26-Konferenz sowie im Beitrag zum Green Deal der EU.

Hier geht es zu den aktuellen Veranstaltungen der Konferenz zur Zukunft Europas, bei denen die Teilnehmenden über das Thema „Klimawandel und Umwelt“ diskutieren.

Hauseigentümer wünschen sich Wärmepumpe statt Gasheizung

Berlin (ots)

Deutschlands Hauseigentümer wollen ihre alten Heizungen am liebsten durch klimafreundliche Modelle ersetzen. Das geht aus einer Umfrage der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online (www.co2online.de) hervor.

Umfrage: Welche Heizsysteme wünschen sich Hausbesitzer*innen und welche werden installiert?

Fast die Hälfte der rund 1.400 Befragten würde sich für eine Wärmepumpe entscheiden, wenn Geld und sonstige Bedingungen keine Rolle spielten. Größte Hemmnisse sind laut Umfrage die höheren Kosten (56 Prozent) und nötige Umbauten (43 Prozent; Mehrfachnennung möglich). Aktuell sind Gasheizungen oft noch die erste Wahl. Bei den Befragten kamen sie in den vergangenen anderthalb Jahren bei jedem zweiten Tausch zum Zug.

„Höhere Kosten für die Installation sind oft noch ein Hemmnis für klimafreundliche Heizungen. Wir gehen aber davon aus, dass sie günstiger werden“, sagt co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz. „Dazu kommt: Gas- und Ölheizungen rechnen sich wegen des CO2-Preises mit jedem Jahr weniger. Langfristig führt kein Weg an klimafreundlichen Heizungen vorbei.“

Hauseigentümer sollten Heizungstausch jetzt prüfen

Welche Heizung geeignet ist und sich auch langfristig rechnet, sollten Verbraucher mit unabhängigen Ratgebern klären:

  • Eine erste kostenlose Analyse ermöglichen Online-Checks wie der von co2online auf www.co2online.de/heizung.
  • Kostengünstige Beratung vor Ort bietet die Verbraucherzentrale Energieberatung an.
  • Bei einer umfangreichen Energieberatung mit Sanierungsfahrplan übernimmt der Staat bis zu 80 Prozent der Kosten.

Bis zu 60 Prozent Zuschuss für neue Heizungen

Fördermittel gibt es auch für den Heizungstausch. Bis zu 45 Prozent der Kosten trägt der Bund. Je nach Region sind weitere Förderprogramme verfügbar. So ist in Berlin eine Förderung von bis zu 60 Prozent möglich (www.heizungtauschenberlin.de).

Experten empfehlen, einen Heizungstausch jetzt zu prüfen und nicht auf höhere Fördermittel zu warten. Denn die Nachfrage nach Energieberatern und Handwerkern dürfte deutlich steigen. Bei einer älteren Heizung besteht die Gefahr, dass sie spontan ausfällt und dann schnell eine neue her muss. Wer sich rechtzeitig darauf vorbereitet, kann alle verfügbaren Fördermittel nutzen und findet so eine günstigere Lösung als ohne Vorbereitung.

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online (www.co2online.de) steht für Klimaschutz, der wirkt.

WSW streben Klimaneutralität für das Jahr 2035 an

Wuppertal (ots) Die Wuppertaler Stadtwerke machen Ernst beim Klimaschutz. Bis 2035 will das Unternehmen bei Energieversorgung und ÖPNV klimaneutral sein.

Schwebebahn und Wasserstoffbus der WSW in Wuppertal-Oberbarmen

„Wuppertal hat nach den Hitzewellen und Starkregenereignissen der vergangenen Jahre durch das Hochwasser in diesem Sommer die Folgen des Klimawandels erneut hautnah zu spüren bekommen. Das zeigt, dass wir beim Klimaschutz mehr Tempo aufnehmen müssen.“ Dabei sieht der Vorstandsvorsitzende der WSW, Markus Hilkenbach, die Wuppertaler Stadtwerke als Energieversorger und Verkehrsbetrieb in einer besonderen Verantwortung.

Markus Hilkenbach, WSW-Vorstandsvorsitzender

Klimaschutz und CO2-Vermeidung sind für die WSW seit Jahrzehnten ein wichtiges Thema. Seit 1990 konnte das Unternehmen die CO2-Emission um 58 Prozent senken. Während die WSW damals für 2,2 Millionen Tonnen CO2 jährlich verantwortlich zeichneten, waren es im Jahr 2020 noch 911.000 Tonnen. In dieser Betrachtung sind nicht nur die Emissionen einberechnet, die die WSW selbst, beispielsweise durch den Kraftwerksbetrieb zu verantworten haben, sondern auch die Emissionen der Vorlieferanten und der WSW Kunden.

Im Wuppertaler Ortsteil Korzert produzieren ein Windrad Strom und das Müllheizkraftwerk der WSW-Tochter AWG Strom und Fernwärme.

Mit der neuen Klimaschutzstrategie gibt sich die WSW nun einen festen Fahrplan. Bis 2030 sollen die Emissionen durch eine Vielzahl von Maßnahmen um 80 Prozent gegenüber 1990 sinken, bis 2035 will das Unternehmen nicht nur selbst klimaneutral wirtschaften, sondern auch seine Strom- und Gaslieferungen klimaneutral stellen.

„Der aktuelle Bericht des Weltklimarats ist unmissverständlich: Wir dürfen unsere Neutralitätsziele nicht erst in 25 oder 30 Jahren erreichen, sondern müssen dies bereits sehr viel früher tun“, sagt der WSW-Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Bell.

2018 hat WSW mit der Stilllegung des Kohle-Heizkraftwerks in Wuppertal-Elberfeld bereits einen großen Schritt beim lokalen Klimaschutz getan. 450.000 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr werden dadurch vermieden. Auch bei der Mobilitätswende wollen die Stadtwerke der Bergischen Metropole Vorbild sein. 2020 wurden die ersten zehn Wasserstoff-Busse angeschafft. Der Treibstoff für die emissionsfreien Fahrzeuge wird vor Ort produziert – mit Strom aus der Müllverbrennung. Bis Ende des Jahres wird die H2-Flotte auf zwanzig Busse erweitert.

Mit solchen und weiteren Maßnahmen, die sich zum Teil bereits in der Umsetzung befinden, wollen die WSW den Ausstoß klimaschädlicher Gase weiter reduzieren. Klimaschutzkriterien werden zukünftig auch im Einkauf und insbesondere bei der Strom- und Gasbeschaffung verbindlich angewendet. Investitionen in Anlagentechnik, Fahrzeuge und Standorte stehen zukünftig unter der Anforderung, zur Reduktion von Treibhausgasen beizutragen.

Kundenseitig werden die WSW den Ausbau der Fernwärme vorantreiben. So wird das Fernwärmenetz im Innenstadtbereich in den nächsten Jahren modernisiert und von Dampf auf Heizwasser umgestellt. Dies soll eine jährliche CO2-Ersparnis von 5.500 Tonnen erbringen.

Auch den lokalen Ausbau der Erneuerbaren Energien wollen die WSW forcieren. Bei der Solarenergie sehen die WSW nicht nur Potenzial auf Gebäudedächern, sondern auch bei Freiflächenanlagen im Wuppertaler Stadtgebiet. Solche Anlagen könnten über Bürgerfonds mitfinanziert werden. Aber auch Windkraft, die im Bergischen noch wenig genutzt wird, ist eine Option für Wuppertal. Darüber hinaus wollen die WSW weitere Windpark-Projekte über die Beteiligungsgesellschaft Binnenwind entwickeln.

Großes Potenzial könnte nach Einschätzung der WSW auch in der Geothermie schlummern. In mehreren tausend Metern Tiefe unter Wuppertal liegen geologische Schichten, in denen Temperaturen von weit über 100°C herrschen. Die Möglichkeiten der Nutzung von Erdwärme aus großen Tiefen gilt es noch zu erkunden. Die WSW möchten prüfen ob es sinnvoll ist, die aus der Tiefe gewonnene Wärme in das Wuppertaler Wärmenetz zu integrieren.

Dennoch: Als dichtbesiedelte Großstadt wird Wuppertal nicht in der Lage sein, seinen Energiebedarf vollständig durch Erneuerbare Energien aus der eigenen Region zu decken. Daher wird auch die Frage nachprüfbarer Zertifizierungen eine Rolle auf dem Weg zur Klimaneutralität spielen. Die bisher geübte Praxis, Grünstromzertifikate bei abgeschriebenen norwegischen oder österreichischen Wasserkraftwerken zu kaufen, sehen die WSW kritisch. „Das hilft weder der Energiewende noch dem Klimaschutz“, sagt WSW-Chef Hilkenbach. Mit der Online-Handelsplattform „Tal.Markt“, die sich ausschließlich aus deutschen Grünstromkraftwerken speist, haben die WSW ein transparentes Kundenangebot mit echtem Ökostrom als Alternative entwickelt. „Diesen Weg wollen wir auch bei der Zertifizierung unserer Energieangebote weitergehen“, so Hilkenbach, „Das bedeutet, dass wir nur Zertifikate nutzen werden, die einen substantiellen und nachprüfbaren Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien leisten.“ Er gehe davon aus, dass in einer kommenden EEG-Novelle die rechtlichen Rahmenbedingungen für die dafür notwendige Transparenz geschaffen werden.

Lassen sich für die Dekade bis 2030 jetzt schon Maßnahmen zur 80 Prozent-Emissionsminderung entwerfen, so ist der Schlussspurt zum Null-Emissions-Ziel in 2035 weitaus schwieriger zu planen. „Die restlichen 20 Prozent CO2, die wir bis 2035 einsparen wollen, werden ein großer Kraftakt, den wir nur gemeinsam mit unseren Gesellschaftern, der Stadt Wuppertal und unseren Kundinnen und Kunden bewältigen können“, macht Markus Hilkenbach deutlich. Viele der notwendigen Klimaschutz-Maßnahmen können heute noch nicht endgültig bestimmt werden, denn die technologische Entwicklung sowie die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind nicht überall absehbar.

Das ändert aus Sicht der WSW jedoch nichts daran, dass jetzt mit einer klaren Zielsetzung gehandelt werden muss. „Niemand behauptet, dass es einfach wird – und es bereits auf alle Fragen eine Antwort gibt. Aber wichtig ist, sich ein ambitioniertes Ziel zu setzen und einfach anzufangen“, meint der WSW-Vorstandsvorsitzende. Die Akteure in Wuppertal sind optimistisch und begreifen Klimaneutralität als gemeinsames Projekt der gesamten Stadtgesellschaft. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Bell sieht das kommunale Unternehmen beim Klimaschutz als „Enabler“, als „Möglichmacher“: Die WSW helfen als Dienstleister, Unterstützer und Vorbild, die gesamte Stadt bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu machen.“

Infobox

Die WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH gehört zu den 15 größten Stadtwerken in Deutschland. Die Energietochter WSW Energie & Wasser AG versorgt Privathaushalte, Industrie und Gewerbe in Wuppertal mit seinen 360.000 Einwohnern mit Strom, Gas und Fernwärme sowie Energiedienstleistungen. Die WSW mobil GmbH betreibt den Wuppertaler ÖPNV mit rund 300 eigenen Bussen und der Schwebebahn. Zum Konzern-Verbund gehört außerdem die Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH Wuppertal, die die Abfälle von 2,4 Millionen Menschen entsorgt.

Web: wsw-online.de

Strompreisentwicklung – Die günstigen Stromtarife sind verschwunden

Münster (ots) Strom wird immer teuer. Aktuell liegt der Neukundenpreis für Haushaltsstrom in der Grundversorgung bei 34,77 Cent pro kWh und 34,68 Cent pro kWh beim günstigsten Alternativanbieter. Und die sonst übliche Ersparnis von mehreren hundert Euro bei einem Anbieterwechsel ist aktuell nicht mehr vorhanden.

Die Grafik „Strompreisentwicklung in Deutschland“ zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Strompreise seit dem Jahr 2014 für Haushaltkunden in Deutschland. Die Preise beziehen sich auf einen Jahresverbrauch von 3500 kWh für den lokalen Stromanbieter, den günstigsten Stromtarif sowie den günstigsten Ökostromtarif. Es handelt sich dabei um Durchschnittspreise für ganz Deutschland, jeweils gemittelt aus den Preisen für 6300 Städte und umgerechnet in Cent pro kWh.

Das Verbraucherportal StromAuskunft hat in einer umfangreichen Langzeitstudie die Strompreise für Verbraucher seit dem Jahr 2014 untersucht und dazu die Grafik „Strompreisentwicklung in Deutschland“ erstellt.

„Unsere Grafik zeigt auf einen Blick das derzeitige Dilemma am Strommarkt. Während im Normalfall für Verbraucher viele attraktive Wechselmöglichkeiten mit einer hohen Ersparnis vorhanden sind, sind aktuell keine günstigen Tarife mehr zu finden. Neukunden zahlen für die günstigsten Tarife derzeit genauso viel wie in der sonst deutlich teureren Grundversorgung,“ sagt Dr. Jörg Heidjann von StromAuskunft.de.

Insbesondere die Preise für die günstigen Stromtarife haben sich zum Ende des Jahres stark verteuert. Von 26,36 Cent pro Kilowattstundeim Juni 2021 ist der Preis auf 34,84 Cent im November 2021 angestiegen. Das ist ein Preisanstieg von 32 % in 5 Monaten.

Die Hauptursache für diesen Anstieg sind deutlich höheren Großhandelspreise an der Leipziger Strombörse. Diese wiederum sind so hoch, da die Preise für Erdgas und Steinkohle stark gestiegen sind. Gleichzeit ist die Nachfrage nach Strom gestiegen und der Anteil des regenerativ erzeugten Stroms gesunken. Die dadurch entstehende Stromlücke wird unter anderem durch Kohle Kraftwerke geschlossen, der den Strom durch CO2-Emissionszertifikate verteuert.

Für Verbraucher mit einem bestehenden günstigen Vertrag sieht StromAuskunft.de aktuell keinen Handlungsbedarf. Kunden, die eine deutliche Preiserhöhung erhalten haben, sollten dagegen von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, die Preise vergleichen und ggf. erstmal in einen Vertrag mit einer kurzen Laufzeit wechseln. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt wieder günstige Angebote auf dem Markt sein, können Kunden kurzfristig wechseln.

Langfristig werden die Preise aber wohl eher weiter steigen. Die EEG-Umlage sinkt zwar deutlich, doch die Netzgebühren werden im kommenden Jahr teurer und der Strombedarf in Deutschland steigt langfristig an. Die Bundesregierung erwartet einen Anstieg um 11 Prozent bis zum Jahr 2030.

Über StromAuskunft

StromAuskunft ist ein TÜV geprüftes Vergleichsportal für Strom und Gas, wurde mehrfach ausgezeichnet und von vielen führende Medien empfohlen.

Auszeichnungen: TÜV geprüft, Kundenzufriedenheit 1,8 Testsieger und Top Vergleichsportal 2019 Platz 1 in den Kategorien Einsparpotential und Kundenservice Ausgezeichnet durch das eKomi Siegel Gold

Web: www.stromauskunft.de

Zahl der Woche:45 | Sonne, Wind und Wasser: Fast halb Deutschland nutzt ausschließlich Ökostrom

Saarbrücken (ots)

  • 45 Prozent der Menschen in Deutschland zwischen 20 und 50 Jahren nutzen bereits ausschließlich Strom aus nachhaltigen Quellen.
Fotoquelle: CosmosDirekt / Adobe Stock

Wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel geht, kommt es auf jeden Einzelnen an. Denn viel hängt davon ab, wie wir unseren Energiebedarf künftig decken. Das heißt aber nicht, dass jeder eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach installieren kann oder möchte. Glücklicherweise gibt es in Deutschland gut 1.300 Stromanbieter[1], viele davon mit einem oder mehreren Ökotarifen. Schon heute nutzt fast die Hälfte (45 Prozent) der Menschen in Deutschland zwischen 20 und 50 Jahren nach eigenen Angaben zu Hause ausschließlich Ökostrom. Das ergab eine forsa-Umfrage[2] im Auftrag von CosmosDirekt, dem Direktversicherer der Generali in Deutschland. Weitere 36 Prozent würden künftig gerne komplett auf nachhaltige Stromquellen setzen. Für nur gut jeden Zehnten (13 Prozent) kommt grüner Strom aus der Steckdose eher nicht in Frage.

[1] Quelle: Statista https://ots.de/NwVkPv

[2] Bevölkerungsrepräsentative Umfrage „Zukunft Wohnen“ des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von CosmosDirekt, dem Direktversicherer der Generali in Deutschland. Im Juli 2021 wurden in Deutschland 1.003 Männer und Frauen zwischen 20 und 50 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland befragt.

Generali Deutschland AG
Adenauerring 7
81737 München

www.cosmosdirekt.de
www.generali.de

Blackout-Erlebnistag Arche Nebra

Mittwoch, 10. November 2021, 09.00 – 15.00 Uhr
Ort: Nebra

Blackout-Erlebnistag: Und dann ist plötzlich der Strom weg!

Einen Unterrichtstag lang erfahren Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 7 bis 12, wie sich die Abwesenheit von Strom anfühlt, und welche Folgen ein dauerhafter Stromausfall haben kann.

Die Arche Nebra öffnet für den beliebten Blackout-Erlebnistag der enviaM bereits das fünfte Mal ihre Pforten. Strom wird allerdings an diesem Tag größtenteils nicht genutzt. In einer Führung lernen die Schüler und Schülerinnen zunächst den Veranstaltungsort kennen, bevor es in die theoretischen und praktischen Module geht. In Gruppen erproben sie ihre Geschicklichkeit, ihre Kommunikationsfähigkeit und ihren Teamgeist. Gemeinsam wird ein leckeres Mittagessen ohne Strom zubereitet (nur unter Beachtung der geltenden Hygieneregeln möglich; Änderungen vorbehalten).

Dieser sechsstündige lehrreiche und spannende Exkursionstag wird durch Tischtennis unter Schwarzlicht, Sinneserfahrung im Dunkeln und dem enviaM-Experimentierkoffer abgerundet.

Termin:

10.11.2021, 9–15 Uhr

Weitere Informationen zum Projekt und Ablauf:

https://www.enviam-gruppe.de/engagement/bildung/klasse-5—12

Kontakt:

engagement@enviam.de

Klimakonferenz COP26: Ziele lassen sich nur im internationalen Zusammenspiel erreichen Gaswirtschaft begrüßt Klimaclub

Berlin (ots) Der Einsatz gegen die Folgen des menschengemachten Klimawandels ist vermutlich die größte Herausforderung unserer Generation. Auch die deutsche Gaswirtschaft blickt mit viel Hoffnung auf die internationale Klimakonferenz in Glasgow. Zum Start der COP26 in Glasgow fordert der Branchenverband Zukunft Gas eine stärkere internationale Verflechtung der Klimaschutzmaßnahmen.

Klimakonferenz COP26: Ziele lassen sich nur im internationalen Zusammenspiel erreichen / Gaswirtschaft begrüßt Klimaclub / Auch die deutsche Gaswirtschaft blickt mit viel Hoffnung auf die internationale Klimakonferenz in Glasgow. Mit nationalen Alleingängen lässt sich 1,5-Grad-Ziel nicht erreichen.

Wirksamer Klimaschutz lässt sich nur im internationalen Zusammenspiel erreichen. Deutschland trägt einen Anteil von etwa 2 Prozent an den weltweiten Treibhausgasemissionen und steht damit in der Verantwortung. Für die Bundesrepublik liegt hier aber zugleich die Chance, durch Innovationen ein technologischer Vorreiter zu werden und eine Vorbildrolle auch für andere Industrienationen einzunehmen. Gleichzeitig ist eine Realisierung des 1,5-Grad-Ziels im nationalen Alleingang aber nicht möglich. Für Dr. Timm Kehler, Vorstand des Branchenverbandes Zukunft Gas, steht daher die weltweite Betrachtung der Klimaschutzbemühungen im Fokus: „Wenn wir zulassen, dass beispielsweise die Chemie- oder Stahlindustrie aufgrund der CO2-Bepreisung in der EU ihre Produktion verlagern oder ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Produzenten aus anderen Regionen einbüßen, ist für den Klimaschutz nichts gewonnen. Ziel der Weltklimakonferenz in Glasgow sollte daher sein, geeignete und vor allem verbindliche Maßnahmen zu definieren, mit denen Carbon Leakage verhindert werden kann, also die Verlagerung CO2-intensiver Produktion in Länder mit weniger strengen Auflagen.“

Positiv sieht Kehler den von Bundesfinanzminister Olaf Scholz ins Gespräch gebrachten Klimaclub. Dieser Club soll Mindeststandards definieren und andere Länder motivieren, beim Klimaschutz gemeinsam vorzugehen. „Ein Klimaclub mit den größten CO2-Emmittenten USA, China und Indien würde den internationalen Bemühungen gegen den Klimawandel einen neuen Schub verleihen“, so Kehler. „Gleichzeitig darf ein hohes Niveau an Klimaschutz kein Standortnachteil sein, der zu Abwanderung von wichtigen Industrien führt. Durch einen Klimaclub kann ein fairer Wettbewerbsrahmen für eine global wirksame, klimaneutrale Wirtschaft geschaffen werden.“ Als wichtige erste Aufgaben für die Schaffung eines solchen Clubs sieht Kehler die die Einrichtung eines CO2-Preissystems sowie die Einigung über Standards zur Messung des CO2-Gehalts von Produkten und Materialien.

Web: www.gas.info

Verkehr: Fit-for-55 dank LNG und Bio-LNG

Berlin (ots) Die Rolle des Verkehrssektors im Kampf um geringere Treibhausgasemissionen stand im Mittelpunkt der gestrigen Veranstaltung der NGVA Europe. Wissenschaftler, Vertreter aus europäischen Institutionen und aus der Industrie diskutierten dabei, welche Innovationen und Maßnahmen notwendig sein werden, um den Schwerlastverkehr auf den europäischen Straßen in die Klimaneutralität zu führen.

LKW mit LNG-Antrieb

Europa will raus aus CO2-Emissionen und steht dabei insbesondere im Verkehrssektor vor großen Herausforderungen. Seit 1990 wurden hier keine CO2-Einsparungen erreicht. Dabei sollen bis zum Jahr 2030 55 Prozent CO2 eingespart werden, bei gleichzeitig wachsendem Straßengüterverkehr. Auf der NGVA-Veranstaltung „Renewable Gases for Road Transport: Fit for 55“ herrschte daher Einigkeit, dass die ausschließliche Fokussierung der Politik auf die Elektromobilität nicht zielführend ist. Denn insbesondere für den Straßengüterverkehr über lange Strecken sind batteriebetriebene Fahrzeuge heute keine Alternative. In diesem Sektor fällt ein Drittel der CO2-Emissionen des Verkehrs an.

„Um die Ziele des europäischen Green Deals zu erreichen, müssen alle verfügbaren Technologien genutzt werden“, erläutert Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Gas und Präsident der NGVA Europe. „Bis 2030 werden gasbetriebene Fahrzeuge die einzige marktreife Technologie sein, die eine deutliche CO2-Reduktion im Schwerlastverkehr verspricht. Speditionen haben das bereits erkannt. Die starke Nachfrage von LNG-Lkw führte seit 2019 zu einem extrem starken Wachstum des LNG-Absatzes.“ Von 2019 auf 2020 hat sich der LNG-Absatz verdreifacht, bis September dieses Jahres wurde bereits die doppelte Absatzmenge wie 2020 erreicht. Somit verspricht der Einsatz von LNG-Lkw schnelle CO2-Reduktionen. Besonders attraktiv wird die Technologie durch Bio-LNG, damit fahren Lkw nahezu klimaneutral.

Erste Bio-LNG Produktionsanlagen wurden bereits in mehreren europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und den Niederlanden in Betrieb genommen, weitere befinden sich im Bau und in der Planung. In Deutschland ist laut einer Mitgliederbefragung des Branchenverbands Zukunft Gas ab 2023 mit einem signifikanten Anteil Bio-LNG im Markt zu rechnen. Für einen Markthoch-lauf von LNG und Bio-LNG müssen jedoch auch die rechtlichen Rahmenbedingungen entwickelt werden: „Die aktuellen Regelungen ignorieren das Klimaschutzpotenzial von Erdgas und Biomethan für den Schwerlastverkehr. Die Emissionen wer-den lediglich am Auspuff gemessen, es wird also der Tank-to-Wheel-Ansatz angewendet. Ehrlicher zeigt der Well-to-Wheel-Ansatz die tatsächlichen Auswirkungen aller Antriebe auf den Klimaschutz. Eine unabhängige Bewertung der Technologien ist für den Schwerlastverkehr besonders wichtig, um die ambitionierten deutschen und europäischen Klimaschutzziele zu erreichen“, so Kehler.

Web: www.gas.info