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Internationale Konferenz der Religionsführerinnen und Religionsführer in Lindau beendet

Junge Generation: Gebt uns einen Platz am Tisch

Lindau (ots) Die Weltkonferenz der Religionsführerinnen und Religionsführer kommt heute zum Ende. Sie stand unter dem Motto „Dialog der Generationen“.

Ein letztes Bild der Jugendvertreterinnen und Jugendvertreter auf der Bühne mit EKD-Präses Anna-Nicole Heinrich (2.v.l) und Religions for Peace-Generalsekretärin Azza Karam (4.v.l.) und dann geht die Conference of the World Council of Religions Leaders on Faith and Diplomacy: Generations in Dialogue in Lindau zu Ende. / Internationale Konferenz der Religionsführerinnen und Religionsführer in Lindau beendet

Der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Generationen in den Religionsgemeinschaften, aber auch in der Diplomatie war das bestimmende Thema der Konferenz. 1700 Teilnehmende aus 86 Ländern haben sich am Dialog der Religionen und Generationen beteiligt – virtuell oder vor Ort in Lindau am Bodensee. Erstmals hatte die junge Generation einen prominenten Anteil am Programm der Religionskonferenz. Die „Conference of the World Council of Religious Leaders on Faith and Diplomacy: Generations in Dialogue“ hat junge Menschen in die Diskussionen über globale Friedensprozesse eingebunden und sie auf Augenhöhe mit erfahrenen Religionsführerinnen und Religionsführer und Diplomatinnen und Diplomaten gebracht. 22 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren jünger als 35 Jahre, der Frauenanteil lag in diesem Jahr bei 45 Prozent.

„Diese Konferenz bestätigt Auftrag und Mandat von Religions for Peace, eine Diplomatie zu fördern, die die Chancen der multireligiösen Diplomatie kennt und nutzt. Das ist der Wendepunkt für den Aufbau friedlicher, gerechter und inklusiver Gesellschaften. Wie bereits festgestellt wurde, sollten wir die Religionen nicht nur nicht ignorieren, sondern es wird ohne sie auch keinen Erfolg in der Diplomatie geben können“, sagt Prof. Dr. Azza Karam, Generalsekretärin Religions for Peace International.

Aus Sicht der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommentiert Christian K. Lupemba, Vorsitzender Interfaith Youth Network of the Democratic Republic of the Congo und Ehrenpräsident von Religions for Peace: „Diese Konferenz eröffnete einen Raum, in dem die Stimmen junger Menschen von den richtigen Personen gehört wurden. Jetzt möchten wir, dass den Worten auch Taten folgen. Die jungen Menschen haben hier gezeigt, dass sie heute handeln, um morgen die Führung zu übernehmen. Mit Liebe, Respekt und Rücksichtnahme sagen wir zu unseren Ältesten: Wir sind bereit, gebt uns einen Platz am Tisch. Wir können euch unterstützen, indem wir an eurer Seite arbeiten, um zur Entstehung einer Weltgemeinschaft beizutragen, die friedlicher und gerechter ist.“

Zum Abschluss der Konferenz veröffentlichte der Weltrat als wichtigstes Entscheidungsgremium von Religions for Peace – bestehend aus 61 Religionsführerinnen und Religionsführern aus der ganzen Welt und aus allen Glaubensrichtungen – seine Stellungnahme. Darin spricht sich der Weltrat für die weltweite Achtung der Menschenrechte und weltweite Gerechtigkeit bei der Verteilung von Impfstoffen aus. Niemand, so heißt es darin, darf aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Nationalität oder Religion diskriminiert werden. Auch den Schutz des Klimas sprechen sie an. Im Namen der Religionen, heißt es, soll der Umwelt kein Schaden zugefügt oder die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Umwelt ignoriert werden. Der Weltrat lädt alle politisch Verantwortlichen und Diplomaten ein, mit ihnen zusammen an den anstehenden Transformationsaufgaben zu arbeiten und verschiedene Generationen daran zu beteiligen.

Web: ringforpeace.org

Religionen sind nicht die Feinde der Wissenschaft

World Council ruft bei Konferenz in Lindau Religionsführende dazu auf, sich hinter Impfkampagnen zu stellen.

Lindau (ots)Niemals zuvor haben Religionen weltweit so eng zusammengearbeitet, wie das gegenwärtig der Fall ist“. Das betonte Rabbi David Rosen nach der offiziellen Geschäftssitzung des World Councils von Religions for Peace am Montagvormittag in Lindau am Bodensee. Die geschlossene Geschäftssitzung des World Councils leitete die „Conference of the World Council of Religious Leaders on Faith and Diplomacy: Generations in Dialogue“ ein.

Der US-Amerikaner Imam Mohamed Magid spricht mit der Inderin Vinu Aram, dem Kenianer Philbert Aganyo, der Deutschen Margot Kässmann und dem Filipino Renz Argao – allesamt Mitglieder des World Councils von Religions for Peace – zusammen mit dem Schweizer Gilles Carbonnier vom Internationalen Roten Kreuz in der Runde mit dem Titel: „Glaube, Diplomatie und öffentliche Gesundheit: Verwirklichung von transformativen Partnerschaften“.

Diese internationale Konferenz dreht sich um Glaubensfragen und diplomatische Angelegenheiten und findet von 4. bis 7. Oktober in der Lindauer Inselhalle statt. „Und wir haben auch die Verantwortung, zusammenzuarbeiten, um unsere Heimat zu beschützen, um das Wohlergehen der Menschheit zu verbessern und um eine bessere Welt für alle zu schaffen“, sagte Rosen – selbst Mitglied im World Council.

Nach der Sitzung gab der World Council als das wichtigste Entscheidungsgremium von Religions for Peace – bestehend aus 61 Religionsführerinnen und Religionsführern aus der ganzen Welt und aus allen Glaubensrichtungen – die Veröffentlichung einer Stellungnahme bekannt, in der sich die Mitglieder im Besonderen für Menschenrechte und weltweite Gerechtigkeit bei der Verteilung von Impfstoffen aussprechen. Niemand, so heißt es darin, darf aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Nationalität oder Religion diskriminiert werden.

Die Mitglieder des World Councils rufen in ihrer Erklärung außerdem Religionsführerinnen und Religionsführer auf der ganzen Welt dazu auf, sich hinter die wissenschaftlich erwiesene Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen zu stellen. „Wir haben die Verantwortung, um unseren Glaubensgemeinschaften zu vermitteln, dass Religionen nicht die Feinde der Wissenschaft sind. Wissenschaft und Religion sind essenzielle Partner für das Wohlergehen der Menschheit“, sagte Rosen stellvertretend für den World Council. Neben ihm gehören zum Gremium auch Margot Käßmann und Renz Argao, der Koordinator des Jugendnetzwerks von Religions for Peace. Die vollständige Erklärung wird am Donnerstag, 7. Oktober, am Ende der viertägigen Konferenz veröffentlicht.

Nach der Sitzung des World Councils fand die offizielle Eröffnungszeremonie der „Conference of the World Council of Religious Leaders on Faith and Diplomacy“ unter dem Motto „Generations in Dialogue“ statt. Prominente UN-Vertreterinnen und Vertreter schickten Videobotschaften. Filippo Grandi, Hoher Flüchtlingskommissar der UN, appellierte an die Integration von Geflüchteten: „Seid denjenigen Schwestern und Brüdern, die weniger haben, und nutzt die Kraft Eurer Jugend, Eure Energie und Kreativität, um auf Flüchtlinge zuzugehen und sie aufzunehmen.“ Die UN-Sondergesandte der Jugend, Jayathma Wickramanayake, forderte, dass jungen Aktivistinnen und Aktivisten der Zugang zu finanzieller Förderung erleichtert werden müsse. Und Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generalsekretär der WHO, dankte Religions for Peace dafür, dass Impfgerechtigkeit ein wichtiges Thema der Konferenz sei: „Initiativen wie diese machen einen Unterschied, weil sie den Dialog zwischen Menschen und Nationen anregen und Verständnis und Vertrauen fördern und nach Lösungen suchen“.

Neben vielen anderen zählten auch Gilles Carbonnier, Vizepräsident des Internationalen Roten Kreuzes, und Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der Evangelischen Kirche, oder die Sonderberaterin der Vereinten Nationen zur Verhütung von Völkermord, Alice Wairimu Nderitu, zu den Rednerinnen und Rednern.

Die Konferenz findet noch bis zum Donnerstag, 7. Oktober, in Lindau statt. 130 Personen, Rednerinnen und Redner und Mitglieder des Religions for Peace Netzwerks, sind persönlich vor Ort und etwa 1700 Personen verfolgen die virtuelle Veranstaltung über den Livestream und über die Videokonferenzen. Veranstaltet wird die Konferenz von der Lindauer Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft mit Unterstützung des Auswärtigen Amts. Das Programm der Konferenz liefert die in New York ansässige Nichtregierungsorganisation Religions for Peace mit ihrem globalen Netzwerk aus Glaubensgemeinschaften.

Web: ringforpeace.org

Vereinte Nationen, vereinte Religionen

Lindau (ots) Die internationalen Konferenzen von Religions for Peace und Ring for Peace, gefördert vom Deutschen Auswärtigen Amt, etablieren sich: örtlich in Lindau und inhaltlich auf höchster diplomatischer Ebene. Das macht die Liste der Rednerinnen und Redner deutlich, die an der „Conference of the World Council of Religious Leaders on Faith and Diplomacy: Generations in Dialogue“ teilnehmen werden.

Zusammen stellen sie das Programm der Konferenz im Oktober vor: Ulrich Schneider, Geschäftsführer von Ring for Peace aus Lindau, Azza Karam, Generalsekretärin von Religions for Peace in New York (Monitor) und Claudia Alfons, Oberbürgermeisterin von Lindau, bei der Pressekonferenz am Mittwoch, 15. September, in der Lindauer Inselhalle. Der Titel der Konferenz lautet: „Conference of the World Council of Religious Leaders on Faith and Diplomacy: Generations in Dialogue“.

„Ich finde das Motto der Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder treffend und zeitgemäß gewählt“, sagte Lindaus Oberbürgermeister Claudia Alfons auf der Pressekonferenz am Mittwoch, 15. September, in der Lindauer Inselhalle. „Die Corona-Pandemie hat uns überdeutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, dass die Generationen miteinander im guten Dialog sind und solidarisch miteinander umgehen.“

Gleich drei hochrangige Vertreter der Vereinten Nationen werden Keynote Speeches halten: die Sondergesandte für Jugend Jayathma Wickramanayake, die Sonderberaterin zur Verhinderung von Völkermord Alice Wairimu Nderitu und der Hohe Kommissar für Flüchtlinge Filippo Grandi. Aber diese UN-Trilogie ist nur der Anfang. Denn kein geringer als der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat ebenfalls eine Keynote Speech vorbereitet.

„Im Zusammenspiel mit dem Team von Religions for Peace in New York ist es uns gelungen, auch in diesem Jahr wieder ein anspruchsvolles Programm auf die Beine zu stellen“, sagte Ulrich Schneider, Geschäftsführer der Lindauer Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft.

Über 50 Speaker stehen im Programm, die sich in den vier Tagen der Konferenz mit Friedens- und Sicherheitspolitik, Umweltschutz und humanitärer Arbeit beschäftigen werden. Ob Gilles Carbonnier, der Vizepräsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (ICRC), oder Helga Maria Schmid, die Generalsekretärin der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), ob Jeffrey Sachs, Präsident des Sustainable Development Solutions Network der UN (SDSN), oder Ursula Müller, Beigeordnete Generalsekretärin im Amt für humanitäre Angelegenheiten und ranghöchste Deutsche Mitarbeiterin bei den Vereinten Nationen – die Liste ist ebenso umfangreich wie vielfältig.

Sie alle treffen in Lindau auf die zahlreichen und einflussreichen Religionsführerinnen und Religionsführer des Weltrats von Religions for Peace, der sich dort zur Vollversammlung einfindet. Zwei Welten treffen aufeinander, um gemeinsam zu denken, zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Zum Beispiel in den 14 parallel stattfindenden „Diplomacy Roundtables“. Diese sind von der Öffentlichkeit ausgeschlossen und haben begrenzte Plätze. Ihre Titel lauten zum Beispiel „Demographic Dynamics, Religions and Politics“ oder „No more Religious Troubles in Northern Ireland?“. Die Roundtables werden jeweils von einem Diplomaten oder einer Diplomatin zusammen mit einem Religionsvertreter oder einer Religionsvertreterin moderiert. Diese 14 Diplomacy Roundtables sind programmlich sozusagen das zentrale Nervensystem der Konferenz, wie auch der Titel verspricht: Faith and Diplomacy.

„In den Roundtables wird es auch um themenübergreifende Fragen und Schnittstellen unserer drei Hauptthemen gehen“, erklärte Azza Karam, Generalsekretärin von Religions for Peace. „Natürlich werden wir auch politische Themen ansprechen, so wird der erste „Runde Tisch“ beispielsweise zu Afghanistan stattfinden. Dabei wird es um multireligiöse Ansätze gehen.“

Aber was nützt all das, was alte Menschen beschließen, wenn junge Menschen die Welt von morgen aus ganz anderen Augen betrachten und damit auch ganz andere Vorstellungen von der Zukunft haben? Die Welt von morgen lässt sich nur gemeinsam mit denjenigen Menschen erschaffen, die darin leben werden. Und deshalb steht die Konferenz im Jahr 2021 im Zeichen des generationenübergreifenden Dialogs. Keine Diskussion, keine Vortragsreihe und kein Roundtable ohne einen Vertreter oder eine Vertreterin der jetzt noch jungen Generation. Vor Ort werden junge Menschenrechtsaktivistinnen sein, wie Alejandra Acosta aus Spanien, oder auch junge Klimaaktivistinnen, wie Vanessa Nakate aus Uganda.

„Es ist auch wichtig, dass die Stimmen der Aktivistinnen und Aktivisten aus dem Globalen Süden hinausgetragen werden“, erklärte Vanessa Nakate, „dafür sind Plattform wie diese wichtig für uns. Um an Entscheidungsprozessen beteiligt zu werden, fängt damit an, zu Konferenzen wie diese eingeladen zu werden. Deshalb weiß ich es zu schätzen, teilnehmen und einen Beitrag leisten zu dürfen.“

Eines der programmlichen Highlights findet sicherlich am Mittwoch statt, dem dritten Tag der Konferenz: die Debatte. In einem Wettbewerb der Argumente treten zwei Gruppen junger Menschen rhetorisch gegeneinander an, um das folgende Thema auszudiskutieren: „Religionen waren in der Covid-19-Pandemie hilfreich – wahr oder falsch?“ Versprochen: Der Schlagabtausch wird mitreißen: emotional und intellektuell.

Zu guter Letzt sei noch ein Hinweis gestattet: Am Donnerstag, 23. September, veröffentlicht die Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft die Ergebnisse einer für die Konferenz beauftragten repräsentativen Befragung in Deutschland des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Wir wollten wissen, welche Bedeutung Glaube und Religion, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit für unterschiedliche Generationen hat und welche Werte die Menschen mit Glaubens- und Religionsgemeinschaften verbinden. Diese Studienergebnisse werden wir über eine Pressemitteilung bekannt geben und kann ab dem 23.9. eingesehen werden.

Web: ringforpeace.org

Youtube-Stars unterstützen Hochwasserhilfe – „Real Life Guys“ werben um Freiwillige für Samaritan’s Purse & „To All Nations“

Berlin/Bornheim (ots) Auch zehn Tage nach der Jahrhundertflut im Westen Deutschlands ist der Bedarf an Hilfe groß: Nun rufen die „Real Life Guys“ ihre Follower dazu auf, gemeinsam mit anzupacken. Koordiniert wird der Einsatz von der christlichen Hilfsorganisation Samaritan’s Purse (Berlin) und dem Missions- und Hilfswerk „To All Nations“ (Bornheim bei Bonn).

Ehrenamtliche der internationalen Hilfsorganisation Samaritan’s Purse helfen den Flutopfern bei den Aufräumarbeiten in Ahrweiler

Damit die Einsätze der bis zu 300 Freiwilligen pro Tag geplant werden können, ist eine Anmeldung unter https://do-something.de zwingend erforderlich. Samaritan’s Purse ist bereits seit dem 15. Juli mit Mitarbeitern in der Katastrophenregion. Seitdem haben rund 350 Ehrenamtliche mehr als 50 Häuser von Schlamm und Schutt befreit. Unterstützt werden sie von einem internationalen Team erfahrener Katastrophenhilfe-Spezialisten. Um die Hilfsaktivitäten zu bündeln, hat sich Samaritan´s Purse für den Einsatz nun mit der christlichen Organisation „To All Nations “ zusammengetan. Die Hilfsorganisation konnte in der vergangenen Woche bereits ihre langjährigen Erfahrungen in weltweiten Katastrophen und ihr Netzwerk von befreundeten Kirchengemeinden und ehrenamtlichen Helfern in der Region nutzen, um Betroffenen mit mittlerweile über 250 Helfern täglich beim Aufräumen und der Versorgung zu helfen. „Wir sind dankbar über die vielen Freiwilligen, Spenden und Gebete. Unser Ziel ist es, praktisch anzupacken und den Betroffenen Hoffnung und Gottes Liebe zu vermitteln“, sagt Samaritan’s Purse-Einsatzkoordinator Alexander Becker.

Über Samaritan’s Purse e. V.

Samaritan’s Purse e. V. – Die barmherzigen Samariter mit Sitz in Berlin reagiert auf die körperlichen und spirituellen Bedürfnisse von Menschen in Krisensituationen – insbesondere an Orten, an denen nur wenig andere arbeiten. Der Verein im deutschsprachigen Raum wird von Sylke Busenbender und Gary Lundstrom geleitet, internationaler Präsident ist Franklin Graham. Die Hilfsorganisation mit Hauptsitz in Boone (US-Bundesstaat North Carolina) engagiert sich in mehr als 100 Ländern, um den Opfern von Krieg, Krankheit, Katastrophen, Armut, Hungersnot und Verfolgung zu helfen. Die Organisation trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) und ist u. a. Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

Web: die-samariter.org

Präses Thorsten Latzel geht für die Hoffnung auf Sommertour

Von Saarbrücken nach Wesel mit dem E-Bike durchs Kirchengebiet

Düsseldorf (ots) Hoffnung ist nicht nur ein Wort. Hoffnung – das sind Worte und Taten. Deshalb tritt Präses Dr. Thorsten Latzel vom 6. bis 13. Juli kräftig in die Pedale, radelt von Süd nach Nord, von Saarbrücken nach Wesel durch die Evangelische Kirche im Rheinland und sammelt dabei Hoffnungsgeschichten. Er besucht Gemeinden, trifft Menschen und lässt sich berichten: Was hat Sie bewegt in der Corona-Zeit? Was haben Sie sich vorgenommen für die Zeit danach? „Acht Tage, 40 Gemeinden, eine Botschaft: Wir brechen gemeinsam auf nach Corona“, bringt Präses Thorsten Latzel sein Vorhaben in einer Videobotschaft auf einen Satz.

Von Saarbrücken nach Wesel mit dem E-Bike durchs Kirchengebiet / Präses Dr. Thorsten Latzel tritt vom 6. bis 13. Juli kräftig in die Pedale: Auf seiner Sommertour der Hoffnung radelt er von Saarbrücken bis Wesel – mehr als 600 Kilometer.

„Ich möchte ein Zeichen setzen – dafür, dass wir uns nach der Pandemie ökologisch anders verhalten, das Auto öfter mal stehen lassen und das Rad nutzen“, sagt Präses Latzel. Und: Er verstehe seine Sommertour als ein Rad-Pilgern, „gemeinsam mit Menschen unterwegs zu sein und Gott zu begegnen, an besonderen geistlichen Orten, in den schönen Dorfkirchen der rheinischen Landeskirche“.

Die Route – in acht Etappen

Die #sommertourderhoffnung führt in acht Tagesetappen von der Saarbrücker Ludwigskirche über Idar-Oberstein, Bacharach, Koblenz, Wershofen, Swisttal, Solingen und Moers zum Weseler Willibrordi-Dom. Gesamtlänge: mehr als 600 Kilometer.

Stationen in drei Bundesländern

Auf einen Morgensegen – mal in der Kirche, mal in der Kita, mal im Kloster – folgen jeden Tag Projektbesuche und Zwischenstopps. Einige Beispiele:

– In einem sogenannten Erprobungsraum vernetzt die Initiative Lorenz*SPACE in Schafbrücke, einem Stadtteil Saarbrückens, seit vergangenem Jahr eine virtuelle Gemeinde. – Auf ganz besondere Helfer vertraut Pfarrerin Wiltrud Bauer: Sie setzt Lamas und Alpakas bei ihrer Arbeit in der Kirchengemeinde Landsweiler-Schiffweiler im Saarland ein. Das mache den Kopf frei und tue der Seele gut, ist ihre Erfahrung. – Das Projekt „Kulturelle Vielfalt (Diversity) und kultursensible Frühpädagogik“ des Kindergartenreferats im Kirchenkreis Obere Nahe wurde im vergangenen Jahr mit dem Integrationspreis Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. – In der Euskirchener SuppenKirche ist man davon überzeugt: Alle gehören an einen Tisch! Die dortige Kirchengemeinde lädt Menschen ein, denen es aus unterschiedlichen Gründen nicht gut geht, die Hilfe und Gemeinschaft suchen. Als das pandemiebedingt nicht mehr möglich war, wurde der Teller Wärme kurzerhand „to go“ gereicht. – „Da sein – Nah sein“ ist Programm bei der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Mettmann, einem Beispiel für funktionierende Ehrenamtsarbeit in der Seelsorge. – Der Evangelische Friedhof Köln-Mülheim ist ein ausgewiesener Ort der Hoffnung. Was das bedeutet, erfährt Präses Dr. Thorsten Latzel vor Ort. – Das Café Welt der Kirchengemeinde Leverkusen-Mitte bietet Geflüchteten Unterstützung beim Lernen der deutschen Sprache, bei Behördengängen, Arztbesuchen und bei der Wohnungssuche an. So kann Integration besser gelingen.

Prominente Gäste beim Hoffnungstalk

Den Tour-Tag beschließt jeweils ein einstündiger Talk mit einem prominenten Gast, den Präses Latzel nach seiner persönlichen Hoffnungsgeschichte fragt. Zugesagt haben die Deutsche Edelsteinkönigin Bettina Reiter, Klima-Aktivistin Leonie Jöster von der Fridays-for-Future-Bewegung, Schauspielerin und Präsidentin der Kölner Stunksitzung Biggi Wanninger, die Dominikanerin Schwester Ursula Hertewich, Förster und Bestseller-Autor Peter Wohlleben, Welpentrainer André Vogt und YouTuber Joshua Nawruzy.

Digital dabei: In den sozialen Medien und im Blog

Zu erleben und zu verfolgen ist die #sommertourderhoffnung auf Facebook, Instagram und im Blog. Jede Etappe beginnt mit einem Morgensegen, der live auf YouTube übertragen wird. Unterwegs wird an verschiedenen Stationen die Livekamera eingeschaltet, und am Abend ist die Talkrunde live auf YouTube zu sehen. Alle Videos sowie die Social-Media-Kanäle sind auch über das Blog aufrufbar. „Seien Sie dabei. Radeln Sie digital mit“, lädt Präses Thorsten Latzel in seiner Videobotschaft ein. „Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Fragen, Ihre Segenswünsche schicken.“

Web: ekir.de

Weltrat der Religionsführerinnen und Religionsführer trifft sich in Lindau

Zur Vollversammlung, um im interreligiösen Dialog Generationen miteinander zu verbinden.

Lindau (ots) Austausch und Zusammenarbeit zwischen jungen und alten Generationen in Religionsgemeinschaften und internationalen Beziehungen wird das Thema einer Konferenz sein, die von 4. bis 7. Oktober in Lindau am Bodensee stattfinden wird: Die „Conference of the World Council of Religious Leaders on Faith and Diplomacy: Generations in Dialogue“. Die Versammlung wird hybrid organisiert: Etwa 150 Personen werden in Lindau anwesend sein und virtuell werden etwa 700 Teilnehmende weltweit erwartet.

Mitglieder des Weltrats der Religionsführerinnen und Religionsführer von Religions for Peace unterhalten sich miteinander während der „Ring for Peace Ceremony“ 2019 in Lindau am Bodensee. Der Weltrat hat 61 Mitglieder und besteht aus Repräsentantinnen und Repräsentanten der größten Glaubensgemeinschaften.

Vier Tage lang wird es dabei in Diskussionsrunden und interaktiven Workshops um die drei Hauptthemen Frieden und Sicherheit, Umweltschutz und Humanitäre Arbeit gehen – und zwar immer im Hinblick darauf, inwieweit junge Menschen als Multiplikatoren in globale Friedensprozesse eingebunden werden können und müssen. Angesichts weltumspannend aktiver Jugendbewegungen stellen sich die Fragen: Wie werden aus Aktivistinnen und Aktivisten die nächsten Führungspersönlichkeiten und wo sind sie es heute schon?

Auftakt der Konferenz wird das formale Treffen des „Weltrats der Religionsführerinnen und Religionsführer“ sein, der 2019 während der 10. Weltversammlung in Lindau neugewählt wurde. Der Rat besteht aus 61 Mitgliedern und stellt das wichtigste Entscheidungsorgan von Religions for Peace dar. Die dazugehörigen Religionsführerinnen und -führer repräsentieren Millionen von Gläubigen auf der ganzen Welt und ihre Stimmen haben Einfluss und Gewicht in ihren Glaubensgemeinschaften und darüber hinaus.

Zum Weltrat gehören unter anderem die beiden Deutschen Margot Käßmann und Thomas Schirrmacher (Christentum), die in Südafrika lebende Enkelin Mahatma Gandhis Ela Gandhi (Hinduismus) und Vinu Aram aus Indien (Hinduismus), Kosho Niwano aus Japan (Buddhismus), die Rabbiner David Rosen aus Israel (Judentum) und Joseph Potasnik aus New York, Kardinal Charles Bo (Christentum) aus Myanmar sowie die beiden Muslime Shaykh Abdallah Bin Bayyah aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Sultan Muhammad Sa’ad Abubakar III aus Nigeria – die 2020 von „The Muslim 500“ als zwei der 20 einflussreichsten Muslime der Welt eingestuft wurden.

Veranstalter ist – wie schon bei der 10. Weltversammlung 2019 und der vorwiegend virtuell abgehaltenen 1. Assembly on Women, Faith & Diplomacy 2020 – die Lindauer Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft (kurz: Ring for Peace). Das Programm arbeitet die bei den Vereinten Nationen akkreditierte NGO Religions for Peace aus. Finanziert wird die Versammlung vom Referat Religion und Außenpolitik des Auswärtigen Amts Deutschland. Ein Großteil der Veranstaltung wird für Interessierte aus der ganzen Welt live übertragen. An ausgesuchten Workshops können registrierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch virtuell teilnehmen.

Auch in diesem Jahr wird es wieder eine Zeremonie an der bekannten Holzskulptur Ring for Peace geben. Dieser Ring for Peace ist das Markenzeichen der Stiftung und findet sich im Logo wieder. Zu dieser „Ring for Peace Ceremony“, die für den Abend des 5. Oktober geplant ist, werden neben den Teilnehmenden auch Bürgerinnen und Bürger aus Lindau eingeladen.

Das vollständige Programm und die teilnehmenden Personen werden bei einer international übertragenen Pressekonferenz am 15. September 2021 vorgestellt. Ab 1. Juli wird außerdem ein monatlicher Newsletter erscheinen, der über die thematischen Schwerpunkte der Konferenz vorab informieren wird.

Web: ringforpeace.org

Größte Bibelschmuggelaktion aller Zeiten verändert China

Heute mehr Christen als Mitglieder der kommunistischen Partei

Kelkheim (ots) Genau vor 40 Jahren, in der Nacht zum 18. Juni 1981, brachten 20 Männer auf dem Seeweg eine Million Bibeln nach China. Mit dieser streng geheimen Aktion reagierte Open Doors auf die Bitte verfolgter Christen im Land, die keinen Zugang zu dem verbotenen Buch hatten.

Heute mehr Christen als Mitglieder der kommunistischen Partei / Typische Hauskirche in China in den 70er Jahren und danach

Es war nicht die erste und auch nicht die letzte Bibellieferung von Open Doors nach China, sicherlich aber die kühnste. Seit 65 Jahren bringt das christlichen Hilfswerk Bibeln und christliche Materialien in Länder, in denen Christen verfolgt werden. Verschiedene Regierungen haben die Bibel als „gefährliches Buch“ indiziert, in Nordkorea kann der Besitz das Todesurteil bedeuten, in anderen Ländern droht Gefängnis. Im heutigen China lässt das Regime gerade eine verfälschte Version der Bibel drucken und verbreiten, die mit den Kernwerten des Regimes vermischt wird.

Mao wollte sie auslöschen – heute fast 100 Millionen Christen in China

Unter Mao wurden zahlreiche Christen in Straflager verschleppt oder ermordet, darunter viele Pastoren. Tausende Kirchen wurden zerstört. Christen wurden öffentlich gedemütigt und gezwungen, ihren Glauben zu widerrufen. 1960 waren es noch etwa eine Million Christen. Doch sie begannen sich heimlich zu treffen und zu beten. Eine große Erweckung mit vielen Wundern und Heilungen führte zur Entstehung der größten Untergrundgemeinde aller Zeiten. 1980 waren es bereits 10 bis 15 Millionen Christen. Heute wird die Zahl der Christen in China auf annähernd 100 Millionen geschätzt. Damit liegt sie höher als die Zahl der kommunistischen Parteimitglieder.

Am 18. Juni 1981 hatte ein Team von Open Doors in nur zwei Stunden eine Million Bibeln, wasserdicht eingeschweißt in 232 großen Paketen, an einen Strand in Südchina gebracht. Das „Projekt Perle“ barg für jeden Beteiligten enorme Risiken – vor allem aber für die vielen chinesischen Christen, die die schwimmenden Pakete am Strand in Empfang nahmen und die Bibeln später unter Lebensgefahr im Land verteilten. Dieses „Saatgut“ diente als Basis für das enorme Wachstum der Untergrundkirche. Noch heute sind die Bibeln in Gebrauch.

Seit der Machtübernahme von XI Jinping sind Christen erneut sehr hoher Verfolgung ausgesetzt. Kirchen werden systematisch überwacht, nicht-regierungstreue Pastoren verhaftet; Kindern unter 18 Jahren ist es verboten an christlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Wer am Glauben festhält, riskiert die Streichung staatlicher Unterstützung oder den Verlust seiner Arbeitsstelle. Pfarrer und Pastoren sind verpflichtet, die Führung der kommunistischen Partei zu unterstützen und das sozialistische System aufrecht zu erhalten. Seit 2013 hat das Regime mindestens 18.000 Kirchen oder kirchliche Einrichtungen schließen oder zerstören lassen.

Der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode, blickt am 40. Jahrestag von „Projekt Perle“ dankbar zurück, aber auch nach vorne: „Eine Million Bibeln haben Millionen verfolgter Christen Zuversicht gebracht und im Glauben an Jesus Christus gestärkt. Auch die aktuelle Verfolgungswelle unter Xi Jinping wird ihr Ziel verfehlen und viele Christen sogar darin bestärken, ihren Glauben noch aktiver zu verbreiten, so wie damals unter Mao. Wir werden weiter an der Seite der verfolgten Christen in China stehen und dafür beten, dass China von dem Evangelium der rettenden Botschaft Gottes durchdrungen wird.“

Web: www.opendoors.de