Archiv der Kategorie: Natur & Umweltschutz

Gesundheitsrisiken durch Wildtiere gering

Frankfurt (ots) In Mitteleuropa gibt es keine durch Füchse oder Waschbären übertragenen Krankheiten, die ein nennenswertes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung darstellen.

Das Risiko, durch Fuchs oder Waschbär angesteckt zu werden, ist in Europa äußerst gering. Bild: Timo Litters, Wildtierschutz Deutschland

Es sind fast ausschließlich Jagdverbände, die immer wieder gegen Fuchs, Waschbär, Marderhund und andere Beutegreifer hetzen. Die oft unsachliche, tendenziöse Kommunikation aus Teilen der Jägerschaft und ihrer Vertreter ist durchsichtig: Auf der Suche nach immer neuen „Alibis“ für die ökologisch sinnlose Jagd auf Beutegreifer wollen sie der weitgehend uninformierten Öffentlichkeit weismachen, dass es erforderlich sei, diese Tiere unter anderem deshalb zu jagen, um gesundheitlichen Schaden vom Menschen abzuwehren. Wie wenig belastbar diese Begründung für die Verfolgung von Fuchs und Co. ist, zeigt schon ein Vergleich der Risiken mit von Mensch zu Mensch übertragenen Viruserkrankungen.

In Deutschland sind durch Tiere übertragene Krankheiten – man spricht von Zoonosen – extrem selten. Die vom Fuchs durch einen Bandwurm übertragene alveoläre Echinokokkose ist eine meldepflichtige Krankheit und führt gemäß Robert-Koch-Institut in Deutschland zu etwa 40 Erkrankungen pro Jahr. Das sind in etwa so viele Menschen, wie hierzulande durch Jagdwaffen zu Tode (!) kommen. Die Echinokokkose ist eine der seltensten Zoonosen in Europa. Dagegen starben in der Grippesaison 2017/18 allein etwa 25.000 Menschen durch eine Virusgrippe!

In Deutschland gibt es seit etwa 90 Jahren Waschbären in der freien Natur, derzeit etwa eine bis anderthalb Million – Tendenz steigend. Wissenschaftler haben festgestellt, dass der überwiegende Teil dieser Tiere zoonotische Parasiten aufweist (LUX et PRIEMER 1995, GEY 1998, ROSATTE 2000, GEHRT 2003), unter anderem auch Spulwürmer. Durch die orale Aufnahme von mit Spulwurmeiern durchsetztem Kot oder entsprechend kontaminierter Erde kann sich auch der Mensch mit dem Waschbärspulwurm (Baylisascaris procyonis) infizieren. Das passiert aber eher selten, wie wissenschaftliche Studien (z.B. Michler & Michler, 2012, zum epidemiologischen Risiko des Waschbären in Mitteleuropa) oder auch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit berichten.

Zahlen gibt es aus Nordamerika: 2018 wurden in den USA, einem Land mit einer Bevölkerung von über 330 Millionen Menschen, wo Waschbären nahezu flächendeckend vertreten sind, gerade mal 23 Infektionen diagnostiziert, von denen sechs zum Tod führten.

Wie viel gefährlicher sind da durch den Menschen übertragene Krankheiten: Alleine in den letzten zwölf Monaten (Stand Ende Dezember 2021) gab es in Deutschland über 85.000 Covid-19-Todesfälle. Das Robert-Koch-Institut berichtete 2019 von 400.000 bis 600.000 pro Jahr durch Krankenhauskeime eingefangenen (nosokomialen) Infektionen, die in 10.000 bis 20.000 Fällen zum Tode führen.

Selbst wenn die genannten Wildtiere für das Infektionsgeschehen in Deutschland bedeutend wären – was sie erwiesenermaßen nicht sind – könnte mittels der Jagd gar nicht gegengelenkt werden, eher ist das Gegenteil der Fall. Forschungen auf der einen (z.B. Comte S. et al (2017): Echinococcus multilocularis management by fox culling) und Praxisergebnisse auf der anderen Seite (zum Beispiel aus dem seit 2015 Fuchsjagd freien Luxemburg) belegen, dass z.B. die Befallsrate mit dem Fuchsbandwurm in intensiv bejagten Fuchsrevieren steigt, wohingegen sie ohne Jagd sinkt.

Man mag über Füchse, Waschbären und andere Beutegreifer denken wie man will. Sie – wie es die Jagdverbände machen – zu Risiken für unsere Gesundheit zu stilisieren, ist angesichts der tatsächlichen Gesundheitsrisiken ziemlich daneben. Auch sprechen Praxis- und Forschungsergebnisse dafür, dass die Jagd in diesem Zusammenhang die Risiken für uns Menschen eher erhöht.

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Über Wildtierschutz Deutschland e.V.:

Wildtierschutz Deutschland wurde 2011 gegründet und setzt sich seitdem gegen tierquälerische Jagdmethoden ein und für eine Reduzierung der jagdbaren Arten auf die Tierarten, für die ein vernünftiger Grund zur Bejagung im Sinne des Tierschutzgesetzes besteht. Außerdem engagiert sich der Verein für die Aufnahme, Versorgung und Auswilderung von in Not geratenen Wildtieren.

Mitbegründer des www.aktionsbuendnis-fuchs.de

WEB: www.wildtierschutz-deutschland.de
www.facebook.com/wildtierschutz

Lavera pflanzt 18.000 Bäume am Benther Berg

Hannover (ots) In Kooperation mit ClimatePartner und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat Naturkosmetikhersteller Laverana im Frühjahr 2021 das „lavera Waldprojekt“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Waldflächen in Deutschland mit klimaresistenten Bäumen aufzuforsten, um das regionale ökologische Gleichgewicht und die Biodiversität zu stärken. Aktuell werden hierfür am Benther Berg (Region Hannover/Everloh) die ersten 18.000 Bäume gepflanzt. Ein zweites Gebiet in der Nähe der Marienburg/Nordstemmen wird Anfang Februar aufgeforstet.

Grünes Label auf ausgewählten lavera Naturkosmetik Produkten

Durch Stürme, Trockenheit und einen dadurch bedingten Borkenkäferbefall sind in dem Waldgebiet am Benther Berg erhebliche Waldschäden entstanden. Innerhalb der letzten drei Jahre sind laut Angaben des Leiters der Waldbetriebsgemeinschaft Benther Berg, Jakob von Richthofen, ca. 5% der dortigen Waldfläche abgestorben. Fast alle Fichtenwaldflächen wurden durch Borkenkäferbefall zerstört – darunter auch die beiden insgesamt ca. 3 Hektar großen Gebiete in Westhanglage bei Northen und Everloh, die jetzt von lavera aufgeforstet werden

lavera fortet am – Waldarbeiter pflanzen am Benther Berg

Thomas Haase, Firmen und Markengründer: „Der Zustand der Wälder in Deutschland ist besorgniserregend. Darum haben wir das lavera Waldprojekt initiiert und sorgen durch Maßnahmen wie das Pflanzen von Laubbäumen dafür, dass stark geschädigte Waldflächen robuster gegen den Klimawandel werden.“ Laubbäume wirken sich positiv auf den Wasserhaushalt des Waldes aus, stärken so das Klima des Waldes und helfen ihm, dass er sich selbst schützen kann.

Jeweils 10 Cent der mit dem grünen Baumprojekt-Label gekennzeichneten Produkte fließen automatisch in das Wald-Projekt und ermöglichen die Finanzierung der notwendigen Klimaschutzmaßnahmen. Thomas Haase: „Wichtig für lavera ist dabei der Ansatz nachhaltiger Forstwirtschaft, der die Naturverjüngung eines Waldes nutzt.“

Durch geeignete Laubbaumpflanzungen des Forstwissenschaftlers Jörg Nedden, der sein Unternehmen seit über 25 Jahren auf Aufforstung spezialisiert hat, werden aktuell am Benther Berg hochwertige Rotbuchen, Stileichen und Esskastanien aus zertifizierter Forstwirtschaft gepflanzt, die Sturm und Trockenheit sicherer überstehen. Für mehr Biodiversität werden am Waldrand zusätzlich Kirschen-, Wildapfel- und Wildbirnenbäume in den Boden eingebracht – worüber sich besonders die aktuell vom Aussterben bedrohten Bienenarten freuen.

Die Partner des „lavera Waldprojektes“

LAVERANA GMBH & CO.KG

Hersteller von zertifizierter Naturkosmetik in der Region Hannover, der sich seit Gründung im Jahr 1987 als Demokratisierer von Naturkosmetik versteht und sich das Ziel gesetzt hat, die Natur für kommende Generationen zu erhalten.

www.lavera.de; www.laverana.com

ClimatePartner

Seit 2006 bietet ClimatePartner Unternehmen Lösungen im Klimaschutz an. Von der Berechnung von CO2-Emissionen, über die Reduktion, bis hin zum Ausgleich über Klimaschutzprojekte unterstützt ClimatePartner bei Klimaschutzstrategien und nachhaltigem Engagement. www.climatepartner.com

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Niedersachsen e.V. ist ein anerkannter Naturschutzverband, der 1948 gegründet wurde. Seitdem steht der Wald mit seinen kulturellen, wirtschaftlichen und ökologischen Funktionen im Mittelpunkt und will durch Umweltbildung den Menschen den Wald näher bringen. (www.sdw-nds.de).

EU streitet um Zukunft der Atomenergie

Hamburg (ots) Die Ziele der Europäischen Union sind klar formuliert. Klimaneutral bis 2050, bis 2030 die Treibhausgas-Emissionen um 55 Prozent reduzieren. Doch welche Rolle kann die Atomkraft dabei spielen? Oder kann sie überhaupt eine Rolle spielen? Die Frage spaltet die EU.

Kühltürme des Atomkraftwerkes in grundremmingen stehen hinter einem Verbotsschild.

Pro und Contra

Auf der einen Seite steht Frankreich, der entschlossenste Befürworter der Kernenergie. Zusammen mit Polen, Ungarn, Tschechien, Rumänien, der Slowakei und Slowenien macht sich das Land für einen Ausbau der Atomkraft stark. Frankreich gilt seit langem als das „Atomland“ Europas. Es liegt hinter den USA und China auf Platz drei der größten Produzenten von Atomstrom weltweit.

Deutschland hat hingegen nach dem Reaktorunfall von Fukoshima 2011 den Atomausstieg bis 2022 beschlossen. Dann werden die letzten Reaktoren vom Netz gehen. Unterstützt wird Deutschland unter anderem von Österreich und Luxemburg. Auch Belgien hat einen Atomausstieg beschlossen – bis 2025.

Derzeit sind etwa 110 Reaktoren in der EU in Betrieb, etwa ein Viertel der Atomkraftwerke weltweit.

Während Deutschland in einem Jahr alle Atomkraftwerke vom Netz haben will, plant Frankreich den Bau neuer Meiler. Der Streit spielt zurzeit vor allem auf europäischer Ebene. Vereinfacht gesagt, gehen Frankreich und seine Unterstützer davon aus, dass die europäischen Klimaziele nur mit Einsatz von Atomreaktoren erreicht werden können, denn die Kernenergie verursacht geringe CO2-Emissionen.

Deutschland und die anderen Atomgegner verweisen vor allem auf die Risiken der Endlagerung von Atommüll. Der Atommüll müsse für eine Million Jahre sicher gelagert werden. Auch bei Klimaschutzorganisationen wie WWF und Greenpeace stößt der Versuch auf Widerstand, Atomstrom als grün einzustufen. Die Risiken würden immer noch „systematisch unterschätzt“.

Debatte in Brüssel

Das Thema wird zusätzlich brisanter durch eine Neuerung, die Kritiker als heikel einstufen: Die EU-Kommission arbeitet momentan an der sogenannten Taxonomie – einem Klassifizierungssystem für nachhaltige Investitionen. Durch die Taxonomie sollen Bürger und Investoren klare Informationen über nachhaltige Finanzprodukte erhalten. Nach dem geplanten Klassifizierungssystem würde die Atomenergie eine Art grünes Label bekommen. Die mögliche Einstufung von Atomkraft als nachhaltige Energieform sorgt für Kritik. Debatte dauert schon einige Monate an.

Laut internationaler Atomenergiebehörde (IAEA) verursacht Kernenergie 40 Mal weniger Treibhausgasemissionen als ein effizientes Gaskraftwerk. Frankreich übte zuletzt erheblichen Druck aus, um Atomkraft als umweltfreundliche Energie einzustufen.

Deutschland lehnt es ab, Atomkraft in die Taxonomie aufzunehmen. Österreich hat sich bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel ebenfalls gegen ein „grünes“ Label für die Atomkraft ausgesprochen. „Österreich positioniert sich ganz klar gegen Atomenergie“, sagte der österreichische Kanzler Karl Nehammer vor Weihnachten mit Blick etwa auf den umweltschädlichen radioaktiven Müll, der bei der Kernspaltung entsteht.

Länder wie Frankreich oder Polen wollen Atomkraft und Gas als klimafreundlich kennzeichnen, um diese Energiequellen zu fördern. „Sie haben niedrige Emissionen, die Atomenergie sogar null Emissionen, wir brauchen sie“, sagte der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki.

Inzwischen gilt es als wahrscheinlich, dass bestimmte Gas- und Atomkraftwerke zumindest vorübergehend in der Taxonomie gelistet werden.

Wenn Ende 2022 im letzten deutschen AKW die Lichter ausgehen, strahlt der über Jahrzehnte angehäufte Atommüll in großen Mengen weiter. Expertinnen und Experten erwarten bis 2080 rund 10 500 Tonnen hoch radioaktiver Abfälle aus Brennelementen. Sie sollen irgendwann in einem Endlager ruhen, das offiziell bis 2031 gefunden sein soll.

Eine Entscheidung der EU-Kommission wird in Kürze erwartet.

Mehr zur Klimapolitik und zur COP26-Konferenz erfahren Sie in diesem Video und im Hintergrundbeitrag zur COP26-Konferenz sowie im Beitrag zum Green Deal der EU.

Hier geht es zu den aktuellen Veranstaltungen der Konferenz zur Zukunft Europas, bei denen die Teilnehmenden über das Thema „Klimawandel und Umwelt“ diskutieren.

Eine Tonne Elektroschrott bewegt Deutschland

Wertgarantie und Künstler HA Schult setzen sich für „Reparieren statt Wegwerfen“ ein

Hannover (ots) Nachhaltigkeit ist aktuell eines der großen Themen. Die Vermeidung von Plastikmüll ist beispielsweise im gesellschaftlichen Bewusstsein präsent – Elektroschrott wird hingegen kaum wahrgenommen.

Eine Tonne Elektroschrott bewegt Deutschland | Wertgarantie und Künstler HA Schult setzen sich für „Reparieren statt Wegwerfen“ ein/ Abschluss der Roadshow in Berlin. „Der Wertgigant soll die Menschen wachrütteln und zum Nachdenken anregen“, sind sich Patrick Döring (re)

Das Thema in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken, zum Nachdenken anzuregen und zu zeigen, welche Dimensionen Elektroschrott mittlerweile hat, dieses Ziel haben sich Wertgarantie und der Künstler HA Schult gesetzt. Entstanden ist aus der Zusammenarbeit der Wertgigant – eine gigantische Skulptur aus Elektroschrott. „Reparieren statt Wegwerfen“ lautet die Botschaft hinter dem tonnenschweren Elektroschrott-Riesen.

„Der Wertgigant soll die Menschen wachrütteln und zum Nachdenken anregen: Dieser Schrott muss mit einem Reparaturpartner, der versucht Defekte zu reparieren, nicht anfallen“, bringt es Patrick Döring, Vorstandsvorsitzender des Spezialversicherers Wertgarantie auf den Punkt. München, Hannover, Düsseldorf, Offenbach und Berlin – an diese fünf Orte führte der Weg des Wertgiganten. Unter großem Medieninteresse platzierten Wertgarantie und HA Schult seit Sommer so ihre Botschaften. Unzählige Passanten und zahlreiche Schulklassen informierten sich an der Skulptur, machten Selfies, diskutierten, tauschten sich aus.

In 20 Stunden produzieren wir 1.000 Wertgiganten

„Wir produzieren Müll und wir werden zu Müll. Der Müll ist allgegenwärtig auf einem Planeten, den wir zum Müllplaneten Erde machen“, formuliert es der Aktionskünstler HA Schult mit Blick auf den Wertgiganten provokativ. Wertgarantie hat mit einer repräsentativen Studie die Grundlage zu dem Werk geliefert. „Unsere Studie belegt: Über 430.000 Tonnen Elektroschrott produzierten deutsche Haushalte im Jahr 2020“, erklärt Melanie Mietzner, Bereichsleiterin Marketing bei Wertgarantie. „Das ist eine sehr abstrakte Zahl. Unser Wertgigant macht die Dimensionen für jeden sichtbar: Er ist eine Tonne schwer. Und genau diese eine Tonne Elektroschrott wird von deutschen Haushalten in 72 Sekunden produziert. In 20 Stunden stehen 1.000 dieser Wertgiganten vor einem – vergleichbar mit den 1.000 Trash People, den Müllmenschen des Künstlers HA Schult“, verdeutlicht Melanie Mietzner. „Jeden Tag produzieren wir in Deutschland eine Schrott-Armee, obwohl die Trash People schon seit 25 Jahren durch die Welt ziehen und auf die Vermüllung unseres Planeten aufmerksam machen.“ Die Mengen an Elektroschrott, die jährlich auf der ganzen Welt produziert werden, sind gigantisch. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Menge des weltweit verursachten Elektroschrotts von 20 auf 50 Millionen Tonnen mehr als verdoppelt, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Universität der Vereinten Nationen. Die Prognose: In den kommenden 30 Jahren wird sich diese Menge erneut verdoppeln.

„‚Reparieren statt Wegwerfen‘ ist keine Mode, es ist die DNA der Wertgarantie“

Wertgarantie wollte mit seiner Studie auch untersuchen, welchen Beitrag eine Geräteversicherung zur Vermeidung von Elektroschrott leisten kann. Das Ergebnis: Nur 22 Prozent der nicht versicherten defekten Geräte werden repariert, häufig begründet mit zu hohen Kosten. Wertgarantie reguliert hingegen in 3 von 4 Fällen einen versicherten Schaden durch Reparatur. „Das ist ein gewaltiger Beitrag, um Ressourcen zu schonen. Es ist jetzt Zeit zu handeln, weil die enormen Elektroschrottberge uns und unserer Umwelt schon heute schwer schaden“, unterstreicht Patrick Döring. „Es macht auch deutlich, wie wichtig unsere Geräteversicherungen sind. ‚Reparieren statt Wegwerfen‘ ist keine Mode, es ist die DNA der Wertgarantie!“ Der Einsatz für Reparaturen ist ein Aspekt des Nachhaltigkeitsverständnis der Wertgarantie: Neben dem Ziel, bis 2025 einen klimaneutralen Geschäftsbetrieb zu erreichen, engagiert sich das Unternehmen zudem für soziale Projekte und achtet bei der Auswahl von Geschäftspartnern auf Nachhaltigkeitskriterien.

100.000 Tonnen Elektroschrott können vermieden werden

Eine zentrale Botschaft der Wertgarantie-Studie ist simpel: Je mehr Elektrogeräte repariert werden, desto weniger Elektroschrott fällt an. Dabei hätte bereits ein kleiner Anstieg der Reparaturhäufigkeit einen großen Einfluss auf die Elektroschrottmenge: Wenn sich die aktuelle Reparaturhäufigkeit von durchschnittlich 22 Prozent um ein Viertel auf 27,5 Prozent erhöhen würde, könnten allein in Deutschland schon mehr als 100.000 Tonnen Elektroschrott vermieden werden. Eine Botschaft, für die sich auch der Künstler HA Schult begeistern kann. „Wertgarantie ist ein wichtiger Faktor, der hilft, über das Wegwerfen nachzudenken. Denn jeder Gegenstand ist ja auch ein Teil von dir und wenn du alles wegwirfst, dann bleibst du nicht mehr übrig.“

Neue Studienergebnisse und spannende Ideen

Aktuell wird der Wertgigant in Hannover gelagert. Wertgarantie kann sich gut vorstellen, dass das spektakuläre Kunstwerk durchaus langfristig seinen Platz in der Heimatstadt des Unternehmens findet und im öffentlichen Stadtbild Hannovers platziert wird. Das Thema „Reparieren statt Wegwerfen“ wird Wertgarantie auch in 2022 weiter öffentlichkeitswirksam präsentieren: „Unter anderem werden wir die aktualisierten Ergebnisse unserer Studie veröffentlichen. Dieses Mal haben wir auch in Österreich eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben und sind schon auf die Zahlen gespannt“, blickt Marketing-Leiterin Melanie Mietzner voraus. „‚Reparieren statt Wegwerfen‘ ist für Wertgarantie keine einmalige PR-Aktion. Die Thematik ist tief im Unternehmen verwurzelt. Daher haben wir für das kommende Jahr viele spannende Ideen, um weiterhin Aufmerksamkeit und Sensibilität für dieses Thema zu schaffen!“

Web: www.reparieren-statt-wegwerfen.de

++ Grünes Band soll UNESCO-Welterbe werden – Neue Bundesregierung muss Unterstützung voranbringen ++

Grünes Band soll UNESCO-Welterbe werden – Neue Bundesregierung muss Unterstützung voranbringen

Berlin. Die Ampel hat ihre Unterstützung für das Grüne Band Europa im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt dieses Bekenntnis und schlägt eine nationale Koordinierungsstelle vor, um auf dem Weg zur UNESCO-Welterbestätte weiter voranzukommen. Deutschland muss jetzt seinen Teil des Grünen Bandes nominieren, um die Verankerung des Grünen Bandes Europa zu beschleunigen.

Das Grüne Band Thüringen-Niedersachsen bei Freiendorf – Das Grüne Band durchläuft auf seinen 1393 Kilometern neun Bundesländer | Foto mit Namensnennung zur freien Verwendung | Foto: Klaus Leidorf

Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND: „Mit einer Nominierung des Grünen Bandes für die deutsche UNESCO-Vorschlagsliste als Weltnatur- und -kulturerbe wäre ein erster entscheidender Schritt getan. Gleichzeitig wäre das auch ein starkes Signal für die europäischen Anrainerstaaten. Das Land Thüringen hat bereits die Initiative ergriffen und arbeitet gemeinsam mit dem BUND daran, die Welterbenominierung für das deutsche Grüne Band voranzubringen. Doch alle Verantwortlichen von Bund und Ländern aus den Bereichen Kultur und Natur müssen an einem Strang ziehen, um die Nominierung zu realisieren. Für das Bundesumweltministerium, das Auswärtige Amt und die Kulturstaatsministerin besteht dringender Handlungsbedarf.“

Auf Einladung des BUND kamen am 9. Dezember 1989 erstmals über 400 Naturschützer*innen aus Ost und West im oberfränkischen Hof zusammen und hoben das Grüne Band aus der Taufe. Mit dem Grünen Band hat der BUND eines der größten und bedeutendsten Naturschutzprojekte Deutschlands geschaffen. Der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen ist heute nicht nur ein Refugium für mehr als 1.200 seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten, sondern auch ein Ort, der an Demokratie, Freiheit und Frieden erinnert.

Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BUND und Mitinitiator des Grünen Bandes: „Das Naturschutzprojekt Grünes Band ist auch ein Kulturprojekt: Beiderseits der einstigen Grenze finden sich wertvolle Natur und historische Relikte der Zeitgeschichte, deren Sicherung und Sichtbarmachung im Kontext einer Kulturerbestätte wichtig ist. Der Deutsche Kulturrat als größter Verband der Kulturschaffenden in Deutschland unterstützt unser gemeinsames Ziel, das Grüne Band Deutschland und das Grüne Band Europa nicht nur zum Weltnaturerbe, sondern auch zum Weltkulturerbe zu machen.“

Das Grüne Band Europa, das sich im Schatten des Eisernen Vorhangs auf über 12.500 Kilometern entwickelte, ist ein lebendiges Symbol der jüngeren Zeitgeschichte. Seit dem Jahr der Grenzöffnung 1989 sind Generationen herangewachsen, die über keine Erinnerung mehr an die Teilung Europas und die innerdeutsche Grenze verfügen. Daher nimmt die Bedeutung der Erinnerungslandschaft Grünes Band weiter zu, das wie keine andere Initiative für die Idee eines gemeinsamen, friedlichen und grenzüberschreitenden Europas steht.

Mehr Informationen:

Der BUND setzt sich seit über 30 Jahren für den Schutz des innerdeutschen Grünen Bandes ein. Vier Fünftel des Grünen Bandes sind bereits als Nationales Naturmonument geschützt. Der BUND hat 2002 ein Grünes Band durch Europa erstmals vorgeschlagen und ist ein Initiator der Grünes Band Europa Initative, die sich für Schutz und Entwicklung des Lebensraumverbundes entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer einsetzt. Der BUND Fachbereich Grünes Band ist seit 2004 Regionalkoordinator für den zentraleuropäischen Abschnitt von der Ostsee bis zur Adria. In der paneuropäischen Initiative arbeiten Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen aus 24 Anrainerstaaten zusammen. Der BUND ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des 2014 gegründeten Vereins Grünes Band Europa („European Green Belt Association e.V.“). Das Grüne Band Deutschland gilt als „Rückgrat“ im Bundeskonzept der Grünen Infrastruktur und als „Leuchtturmprojekt“ in der Nationalen Strategie der Bundesregierung zur Biologischen Vielfalt.

Mehr Informationen zum Grünen Band: www.bund.net/themen/gruenes-band/30-jahre/

Chronik des Grünen Bandes www.bund.net/themen/gruenes-band/chronik/

Der Kaisermantel ist der Schmetterling des Jahres 2022 – gesunde Mischwälder braucht das Land

Berlin (ots) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes küren den Kaisermantel zum Schmetterling des Jahres 2022. Der größte mitteleuropäische Perlmuttfalter ist zwar noch ungefährdet, doch seine Lebensräume werden immer kleiner.

Tim Laußmann/BUND

Jochen Behrmann von der Naturschutzstiftung des BUND NRW: „Der Kaisermantel führt uns vor Augen, wie wichtig gesunde und naturnahe Wälder sind. Vielerorts beobachten wir einen Rückgang der Falterpopulationen. Triste Fichtenmonokulturen sind nicht nur für den Schmetterling des Jahres ungeeignete Lebensräume. Hier stehen die Bäume häufig so eng, dass nur wenig Licht auf den Waldboden fällt und kaum Pflanzen wachsen. Der Kaisermantel ist jedoch auf Bodenbewuchs angewiesen. Für den auffälligen Falter ist naturnaher lichter Mischwald der ideale Lebensraum. Zudem ist er wesentlich artenreicher und auch beständiger gegen Klimaphänomene. Auf den Flächen mit abgestorbenen Fichten sollte daher künftig besser Mischwald wachsen.“

Im Sommer bewohnt der Kaisermantel Waldränder und Lichtungen, wo er häufig an Disteln, Flockenblumen oder Skabiosen saugt. Anders als die etwas blasser gefärbten Weibchen zeigen die satt orangefarbenen Männchen breite Striche auf den Vorderflügeln, die „Duftschuppen“. Damit locken sie die Weibchen an. Diese legen nach der Paarung ihre Eier in geringer Höhe an Baumrinde ab, aber nur an Bäumen, die in der Nähe von Veilchen wachsen. Im Spätsommer schlüpfen die Raupen, fressen aber zunächst nur ihre Eihülle. Dann verbergen sie sich in Ritzen der Baumrinde, um zu überwintern. Erst im Frühjahr krabbeln die Raupen herunter auf den Waldboden und ernähren sich von den Blättern verschiedener Veilchenarten.

Mehr Informationen:

Zum Schmetterling des Jahres 2022: www.bund.net/schmetterling-des-jahres

Steckbrief des Kaisermantels:

Systematik:

Der Kaisermantel (Argynnis paphia) ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) und gehört dort zu den Perlmuttfaltern. Der Name Perlmuttfalter bezeichnet ein gemeinsames Merkmal dieser Falter: die perlmuttartig schimmernden Flecken auf der Unterseite der Flügel. Gemeinsam ist den Perlmuttfaltern auch eine orangefarbene Oberseite mit einem Muster aus dunklen Flecken. Zur sicheren Artbestimmung ist bei Perlmuttfaltern außer der Oberseite meist auch ein Blick auf die Unterseite hilfreich.

Verbreitung:

Der Kaisermantel ist eine euro-sibirische Art, ihr Verbreitungsgebiet reicht von Europa über die gemäßigten Klimagebiete Asiens bis nach Japan. In Deutschland ist die Art in allen Bundesländern vertreten, auch in allen Nachbarstaaten kommt sie vor.

Lebensraum:

Der Kaisermantel liebt offene, lichte Mischwälder mit reichhaltiger, aber nicht zu dichter Bodenvegetation, wo Veilchen als Futter für die Raupen wachsen und im Sommer eine reiche Blütenvielfalt Nektar für die Falter bietet.

Nahrung der Raupen:

Die Raupen des Kaisermantels sind hoch spezialisiert und fressen nur an Veilchenarten.

Beschreibung Imagines:

Der Kaisermantel macht mit gut sechs Zentimetern Spannweite und als größter mitteleuropäischer Perlmuttfalter seinem Namen alle Ehre. Mit der leuchtend orangefarbenen Flügeloberseite und dem schmalen, silbrig schimmernden Band auf der grünlichen Unterseite, der zu seinem weniger gebräuchlichen Namen „Silberstrich“ geführt hat, gehört er zu den schönsten und auffälligsten Tagfaltern im Hochsommer.

Männchen und Weibchen sehen für Laien erst einmal gleich aus, lassen sich jedoch bei genauem Hinsehen unterscheiden: Die Männchen sind oft strahlend orange gefärbt und besitzen breite Striche auf den Vorderflügeln, so genannte Duftschuppen. Die Weibchen sind meist gedeckter gefärbt und haben ausgeprägte dunkle Flecken auf den Vorderflügel-Oberseiten. Weibchen können auch grau-braun gefärbt vorkommen.

Nahrung der Imagines:

Wir treffen den Falter im Sommer an Waldrändern, auf Waldwegen sowie auf Lichtungen an, wo er an Disteln, Flockenblumen und Skabiosen saugt, daneben an Wasserdost und anderen Hochstauden mit vorzugsweise blauvioletten bis weißlichen Blüten. Doch auch Blüten von Brombeeren sind beliebt, und das sind längst nicht alle Pflanzen, die als Energiequelle dienen können. Zum Nektarsaugen kann der Kaisermantel bis in Parks und Gärten im Siedlungsbereich vordringen.

Generationen:

Der Kaisermantel bildet eine Generation im Jahr mit Hauptflugzeit im Juli und August aus. Die Flugzeit beginnt in der Regel im Juni und klingt im September aus.

Lebenszyklus:

Mit dem speziellen Duft ihrer Duftschuppen betören die Männchen die Weibchen im Flug. Nach der Befruchtung suchen die Weibchen im Wald Baumstämme auf, an deren Rinde sie in geringer Höhe ihre Eier ablegen. Wichtig ist, dass in der Nähe des Baums Veilchen wachsen, möglichst in beschatteten Bereichen. Daher untersucht das Weibchen den Lebensraum sehr intensiv, bevor es zur Eiablage kommt. Nur in geeigneten Habitaten hat der Nachwuchs eine Chance.

Die Raupen schlüpfen bereits im Spätsommer, fressen aber zunächst nur ihre Eihülle und verbergen sich dann in Ritzen der Baumrinde, um zu überwintern.

Im zeitigen Frühling erwachen die Räupchen aus dem Winterschlaf und krabbeln auf den Waldboden, um dort die Blätter verschiedener Veilchenarten zu fressen. Meist fressen die Raupen nur nachts und werden daher selten beobachtet.

Die erwachsenen Raupen verpuppen sich im Frühsommer und entlassen den Falter je nach Witterung ab Juni.

Gefährdung/Rote Liste:

Nach der Roten Liste von 2010 gilt der Kaisermantel in Deutschland als ungefährdet, mit zwar dem kurzfristigen Bestandstrend einer Zunahme, jedoch langfristig einem Rückgang. Dazu passt, dass der Kaisermantel etwa in Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste von 2020 nicht mehr auf der Vorwarnliste geführt wird, da er in einigen Landesteilen in den letzten Jahren häufiger beobachtet werden konnte, auch wenn er in anderen Landsteilen unverändert gefährdet ist.

Die Einstufung als ungefährdet ist also kein Grund zur Sorglosigkeit – auch Waldarten wie der Kaisermantel stehen in Deutschland unter Druck, weil geeignete Lebensräume knapp geworden sind.

Web: bund.net

Projekt Waldspende startet im Landkreis Harz

kulturmd

Crowdfunding zur Wiederaufforstung
Die Witterungsextreme der letzten Jahre haben auch die Harzer Wälder nicht verschont.

Projekt Waldspende startet im Landkreis Harz

Viele Forstflächen im Landkreis Harz sind besonders stark vom dadurch begünstigten Borkenkäferbefall betroffen.
Die notwendige Entnahme der geschädigten Bäume führt zu großräumigen Kahlflächen. Seit 2020 gibt es einen Krisenstab Wald für den Landkreis Harz. Ziele sind u.a. die koordinierende Unterstützung aller Waldbesitzer und Nutzer der Harzer Wälder. Dies, um schnellst möglichst den Wald mit standortgerechten und klimaangepassten Baumarten aufzuforsten. Das fördert eine nachhaltige, aktive Forstwirtschaft, was wiederum den Harzer Wald zum erholen attraktiver macht.
Auf der Webseite www.harzinfo.de/waldspende können Interessierte sich informieren und finden den Link zur Spendenaktion.

Web: https://www.kulturmd.de/

Koalitionsvertrag verspricht Aufbruch für eine klimaresiliente und nachhaltige Waldwirtschaft

Berlin (ots) FSC Deutschland begrüßt die im Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP formulierten Ziele für den Wald. Die klare Orientierung an einer naturnahen und klimaresilienten Waldbewirtschaftung sowie der stärkeren Berücksichtigung von Ökosystemleistungen im Wald sind ein starkes Signal und eine Neuausrichtung. Ebenso positiv fällt auf, dass die Wälder im Bundesbesitz künftig mindestens nach FSC-Standard zu zertifizieren sein werden.

Koalitionsvertrag verspricht Aufbruch für eine klimaresiliente und nachhaltige Waldwirtschaft / Bald auch in Wäldern des Bundes? FSC-Zertifizierung gilt als das verlässlichste Kennzeichen für eine unabhängig kontrollierte nachhaltige Waldwirtschaft.

Wald- und Forstpolitik in Deutschland stehen nach Ansicht des FSC Deutschland vor einer Neupositionierung für klimaresiliente Wälder. Im am Mittwoch (24.11.2021) veröffentlichten Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP formulieren die künftigen Regierungspartner wichtige Impulse für eine Stabilisierung der Wälder in Deutschland und auf der Welt. FSC-zertifizierte Waldbesitzer sowie die Beschäftigten dieser Forstbetriebe erfahren für ihre Arbeit eine deutliche Anerkennung und Aufwertung. Der von der Koalition angestrebte Waldumbau zu klimaresilienten Wäldern mit schwerpunktmäßig standortheimischen Baumarten ist bereits seit 20 Jahren Herzstück des deutschen FSC-Waldstandards. Gleiches gilt für die genannte bodenschonende Waldarbeit. Sie wird in FSC-zertifizierten Wäldern bereits heute schon durch in der Regel große Rückegassenabstände von 40 Metern praktiziert.

Nicht zuletzt die im Koalitionsvertrag vereinbarte FSC- oder Naturland-Zertifizierung der bundeseigenen Wälder ist ein klares Signal für die Aufwertung naturnaher Waldwirtschaft mit transparenten und anspruchsvollen Kriterien. Bisher sind von den rund 330.000 Hektar des durch die Bundesforsten bewirtschafteten Staatswaldes 5.600 Hektar FSC-zertifiziert.

Aufbruch für die Forstwirtschaft

Der FSC Deutschland Vorsitzende Dirk Riestenpatt begrüßt die Pläne der neuen Koalition: „Sollte die neue Bundesregierung ihre Pläne für den Wald so umsetzen, dann ist das wirklich ein Aufbruch für die Forstwirtschaft in Deutschland. Die sehr hohe Übereinstimmung der im Koalitionsvertrag formulierten Ziele für Wald mit dem deutschen FSC-Standard ist eine eindrucksvolle Bestätigung für die Leistungen von FSC-zertifizierten Betrieben und deren Beschäftigten. Hier zeigt sich, dass der im FSC gepflegte Austausch und Ausgleich zwischen unterschiedlichen Interessengruppen auf Augenhöhe nun auch im Zentrum der gesellschaftlichen Debatte angekommen ist.“

Für die Förderung von Ökosystemleistungen im Wald plant die Koalition Waldbesitzende anhand von Kriterien, die über bestehende Zertifizierungssysteme hinaus gehen, zu honorieren. Hier deutet sich nach Einschätzung von FSC Deutschland eine Abkehr vom „bedingungsarmen Waldeinkommen“ ab, hin zu klaren Anforderungen für mehr Artenvielfalt und Klimaschutz. Die aktuell laufende Einführung einer optionalen Erweiterung der FSC-Zertifizierung um Ökosystemleistungen kann hier wertvolle Impulse auch für die Ausgestaltung zukünftiger Förderinstrumente bieten.

Dirk Riestenpatt sieht den Koalitionsvertrag als Ergebnis einer längeren Entwicklung: „Wir erleben im Zuge der Klimadebatte in den letzten Jahren eine wichtige Aufwertung für naturnahe Waldwirtschaft. Dies scheint die neue Regierung nun endlich anzuerkennen und mit konkreten Maßnahmen forcieren zu wollen. FSC Deutschland steht als Gesprächspartner bereit, mit Erfahrungen und Impulsen dazu beizutragen, Forstwirtschaft in Deutschland und weltweit klimafit zu machen und naturnäher zu gestalten.“

Web: fsc-deutschland.de

Globale Verbraucherstudie zeigt wachsende Besorgnis über den Klimawandel und die Bedrohung von Artenvielfalt in Wäldern

Bonn/Freiburg (ots) Für Verbraucher ist die Frage des Umweltschutzes heute wichtiger denn je. Die Frage der Nachhaltigkeit rangiert bei Kaufentscheidungen inzwischen vor bisher maßgeblichen Faktoren wie Preis und Marke. Deutsche sorgen sich insbesondere um den tropischen Regenwald.

Die Sorge um den Wald wächst. Ergebnis des Klimawandels: Waldflächen fallen Borkkenkäfer und Stürmen zum Opfer, die Forstwirtschaft muss reagieren. Zum Beispiel durch Anpflanzungen hier in Boppard, aber Pflanzen alleine reicht nicht aus.

Nachhaltigkeit ist für Verbraucherinnen und Verbraucher ein zunehmend bedeutender Faktor, um eine Kaufentscheidungen zu treffen. Vertrauenswürdige Zertifizierungssiegel von unabhängigen Stellen spielen bei der Bewertung eine immer wichtigere Rolle, wie neue Untersuchungen zeigen.

Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft GlobeScan im Auftrag des Forest Stewardship Council (FSC) mit 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 15 Ländern[1], darunter auch Deutschland, nennen Verbraucher den Klimawandel als zweitwichtigste globale Sorge. Im Vergleich zur Umfrage aus dem Jahr 2017[2], hat die Sorge um das Klima und die Umwelt nochmals deutlich zugenommen. Dass Krankheit sowie Gesundheitsprobleme in der aktuellen Studie an erster Stelle stehen, ist angesichts der aktuellen Corona-Pandemie nachvollziehbar. Ein vergleichbares Ausmaß an Besorgnis über den Klimawandel zeigt jedoch deutlich, dass hier ein hoher Handlungsdruck besteht und dies auch von Verbrauchern so empfunden wird. Speziell mit Blick auf Wald ergab die Untersuchung, dass der Verlust von Biodiversität – also das Verschwinden von Pflanzen- und Tierarten – sowie die negativen Auswirkungen von Abholzung auf den Klimawandel bei Verbraucherinnen und Verbrauchern verstärkt in den Fokus rücken (siehe Abbildungen 1-4 für weitere Informationen).

In Deutschland liegt die Sorge um die Gesundheit, die Angst vor Kriegen, Terrorismus und Konflikten an zweiter Stelle. Sorgen um den Klimawandel wurden am dritthäufigsten genannt. Der Prozentanteil der Befragten, die das Thema Klimawandel genannt hatten, liegt jedoch mit 49 Prozent höher als im globalen Vergleich (41 Prozent Nennung).

Nachhaltigkeitskriterien fast gleichauf mit Produktqualität

Bei der Frage nach wichtigsten Faktoren für den Kauf von Holzprodukten, zählten der Schutz von Tieren und Pflanzen sowie eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder zu den wichtigsten Beweggründen für die Kaufentscheidung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Hier zeigte sich auch gegenüber der Vorstudie von 2017, dass die Relevanz von Nachhaltigkeits- und Umweltfragen deutlich zugenommen hat. Erstaunlich dabei: diese Kriterien waren in der Umfrage fast gleichauf mit der Produktqualität. Unter den acht wichtigsten Aspekten für den Einkauf von Holzprodukten rangieren fünf Faktoren der Nachhaltigkeit und nur drei konventionelle Indikatoren wie Produktqualität, Gesundheitsauswirkungen und Preis. Wenn es um Papier- und Kartonprodukte geht, waren nachhaltige Forstwirtschaft sowie der Schutz von Tieren und Pflanzen Verbraucherinnen und Verbrauchern sogar noch wichtiger als die Produktqualität (siehe Abbildung 3 für weitere Informationen). Die klare Überzeugung der Verbraucher, durch ihren Konsum potenziell Einfluss auf die Umweltwirkung nehmen zu können, wächst dabei ebenfalls.

Verbraucher legen Wert auf unabhängige Zertifizierung

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass unabhängige Zertifizierung die Produktauswahl der Käufer maßgeblich beeinflusst: Fast acht von zehn Verbrauchern sind der Meinung, dass Informationen über nachhaltige Produkte von einer unabhängigen Organisation zertifiziert werden sollten. Diese Ergebnisse zeigen, dass der Bedarf an vertrauenswürdigen Ökolabels noch nie so groß war wie heute. Das Interesse der Menschen an den sozialen und ökologischen Auswirkungen durch unternehmerisches Handeln sowie Konsum nimmt stark zu. Für Marken bzw. Unternehmen entsteht so die Chance mit vertrauenswürdigen Zertifizierungssystemen zusammenzuarbeiten. Hier können sie Nachhaltigkeit in der Produktion in Verbindung mit glaubwürdigen Umweltzeichen – wie zum Beispiel FSC – hervorheben und für Verbraucherinnen kenntlich machen.

Deutsche sorgen sich um den Regenwald

Die Studie fragte auch nach den größten Sorgen rund um das Thema Wald. Dabei steht für die Deutschen an erster Stelle die Sorge um den tropischen Regenwald (44 Prozent) [3] und die negativen Auswirklungen von Entwaldung auf den Klimawandel (44 Prozent). Im Vergleich treibt die Menschen weltweit die Angst vor dem Verlust der Artenvielfalt am meisten um, während der Verlust der tropischen Regenwälder global nur von 20 Prozent der Befragten genannt wurde.

„Noch bessere Ergebnisse für den Zustand der zertifizierten Waldflächen liefern“

„Die Haltung der Verbraucherinnen und Verbraucher sind für den FSC von entscheidender Bedeutung, um als Organisation die richtigen Prioritäten zu setzen“, sagt Dr. Uwe Sayer, Geschäftsführer von FSC Deutschland. Er unterstreicht dabei: „Diese Ergebnisse stimmen mich zuversichtlich, denn sie zeigen, dass sich Konsumenten der besonderen Bedeutung von Wald und intakten Waldökosystemen bei der Bewältigung der großen Herausforderungen in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung und den Klimawandel bewusst sind. Dabei erkennen die Verbraucherinnen und Verbraucher den FSC als Teil der Lösung an und vertrauen ihm. Zugleich mahnt es den FSC jedoch auch, den an ihn gestellten Ansprüchen gerecht zu werden und weltweit noch bessere Ergebnisse für die Verbesserung des Zustandes der zertifizierten Waldflächen zu liefern.“

FSC-Siegel als Zeichen für nachhaltige Kaufentscheidung

Das FSC-Siegel ist ein wirksames Instrument, das den Verbrauchern hilft, nachhaltigere Kaufentscheidungen zu treffen. Die Verbraucher, die FSC-zertifizierte Produkte kaufen, vertrauen darauf, dass der FSC die Wälder wirksam schützt. Sieben von zehn Käufern fühlen sich durch das FSC-Siegel zum Kauf eines Produkts motiviert. Im Gegenzug unterstützen Marken und Einzelhändler nachhaltige Kaufentscheidungen, indem sie Holz und Holzprodukte aus FSC-zertifizierten Wäldern beziehen, die aus verantwortungsvollen Quellen stammen.

Vertrauen in den FSC nimmt weltweit zu

Die Untersuchung zeigt u.a., dass der Bekanntheitsgrad und das Vertrauen in den FSC weltweit zunehmen. Das spiegelt einen starken Trend zu bewusstem Konsum wieder. In Deutschland gaben bei der Onlinebefragung mehr als 70 Prozent der Befragten an, dass sie das Zeichen des FSC als verlässliche Organisation für die Zertifizierung verantwortungsvoller Waldwirtschaft kennen. In allen teilnehmenden Ländern zusammen lag die Bekanntheit des FSC Logos gemittelt bei 56 Prozent. Zugleich zeigt die Studie auch, dass das Vertrauen in FSC als Produktzeichen und Organisation sehr hoch ist. In Deutschland gaben 55 Prozent der Teilnehmer an, sogar hohes und sehr hohes Vertrauen in FSC haben. Vierundfünfzig Prozent der weltweiten Verbraucherinnen und Verbraucher bringen der Rolle des FSC beim Schutz der Wälder mehr Vertrauen entgegen als allen anderen Akteuren – einschließlich Regierungen und Unternehmen. Angesichts des positiven Umfelds für Umweltzeichen war es noch nie so wichtig wie heute, dass Unternehmen und Marken die Verbraucher vom Wert einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung überzeugen und deutlich machen, dass sie ihr unternehmerisches Handeln daran ausrichten.

Web: fsc-deutschland.de

166.000 Euro für neue Bäume gespendet

kulturmd

Start der Pflanzungen für „Mein Baum für Magdeburg“
Im Rahmen der Aktion „Mein Baum für Magdeburg 2021“ sind Rekordspenden von rund 166.000 Euro zusammen gekommen.

166.000 Euro für neue Bäume gespendet

Bis zum Frühjahr 2022 pflanzen Mitarbeitende des Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg 515 neue Bäume im Stadtgebiet.Oberbürgermeister Dr. Trümper betonte dazu, dass viele MagdeburgerInnen seit mehr als einem Vierteljahrhundert dazu beitragen, das Grün der Stadt zu bewahren. Dies mache unser Stadtbild attraktiver und verbessere damit die Lebensqualität. In diesem Jahr haben die Bürger erstmals über 500 Bäume gespendet. Die Unwetter und Hitzesommer der vergangenen Jahre wirken sich auch in diesem Jahr auf die Auswahl der Baumarten aus. Die Stadt wählt verstärkt Baumarten aus, die besser an die sich verändernden klimatischen Verhältnisse angepasst sind.

Web: https://www.kulturmd.de/