Globale Verbraucherstudie zeigt wachsende Besorgnis über den Klimawandel und die Bedrohung von Artenvielfalt in Wäldern

Bonn/Freiburg (ots) Für Verbraucher ist die Frage des Umweltschutzes heute wichtiger denn je. Die Frage der Nachhaltigkeit rangiert bei Kaufentscheidungen inzwischen vor bisher maßgeblichen Faktoren wie Preis und Marke. Deutsche sorgen sich insbesondere um den tropischen Regenwald.

Die Sorge um den Wald wächst. Ergebnis des Klimawandels: Waldflächen fallen Borkkenkäfer und Stürmen zum Opfer, die Forstwirtschaft muss reagieren. Zum Beispiel durch Anpflanzungen hier in Boppard, aber Pflanzen alleine reicht nicht aus.

Nachhaltigkeit ist für Verbraucherinnen und Verbraucher ein zunehmend bedeutender Faktor, um eine Kaufentscheidungen zu treffen. Vertrauenswürdige Zertifizierungssiegel von unabhängigen Stellen spielen bei der Bewertung eine immer wichtigere Rolle, wie neue Untersuchungen zeigen.

Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft GlobeScan im Auftrag des Forest Stewardship Council (FSC) mit 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 15 Ländern[1], darunter auch Deutschland, nennen Verbraucher den Klimawandel als zweitwichtigste globale Sorge. Im Vergleich zur Umfrage aus dem Jahr 2017[2], hat die Sorge um das Klima und die Umwelt nochmals deutlich zugenommen. Dass Krankheit sowie Gesundheitsprobleme in der aktuellen Studie an erster Stelle stehen, ist angesichts der aktuellen Corona-Pandemie nachvollziehbar. Ein vergleichbares Ausmaß an Besorgnis über den Klimawandel zeigt jedoch deutlich, dass hier ein hoher Handlungsdruck besteht und dies auch von Verbrauchern so empfunden wird. Speziell mit Blick auf Wald ergab die Untersuchung, dass der Verlust von Biodiversität – also das Verschwinden von Pflanzen- und Tierarten – sowie die negativen Auswirkungen von Abholzung auf den Klimawandel bei Verbraucherinnen und Verbrauchern verstärkt in den Fokus rücken (siehe Abbildungen 1-4 für weitere Informationen).

In Deutschland liegt die Sorge um die Gesundheit, die Angst vor Kriegen, Terrorismus und Konflikten an zweiter Stelle. Sorgen um den Klimawandel wurden am dritthäufigsten genannt. Der Prozentanteil der Befragten, die das Thema Klimawandel genannt hatten, liegt jedoch mit 49 Prozent höher als im globalen Vergleich (41 Prozent Nennung).

Nachhaltigkeitskriterien fast gleichauf mit Produktqualität

Bei der Frage nach wichtigsten Faktoren für den Kauf von Holzprodukten, zählten der Schutz von Tieren und Pflanzen sowie eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder zu den wichtigsten Beweggründen für die Kaufentscheidung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Hier zeigte sich auch gegenüber der Vorstudie von 2017, dass die Relevanz von Nachhaltigkeits- und Umweltfragen deutlich zugenommen hat. Erstaunlich dabei: diese Kriterien waren in der Umfrage fast gleichauf mit der Produktqualität. Unter den acht wichtigsten Aspekten für den Einkauf von Holzprodukten rangieren fünf Faktoren der Nachhaltigkeit und nur drei konventionelle Indikatoren wie Produktqualität, Gesundheitsauswirkungen und Preis. Wenn es um Papier- und Kartonprodukte geht, waren nachhaltige Forstwirtschaft sowie der Schutz von Tieren und Pflanzen Verbraucherinnen und Verbrauchern sogar noch wichtiger als die Produktqualität (siehe Abbildung 3 für weitere Informationen). Die klare Überzeugung der Verbraucher, durch ihren Konsum potenziell Einfluss auf die Umweltwirkung nehmen zu können, wächst dabei ebenfalls.

Verbraucher legen Wert auf unabhängige Zertifizierung

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass unabhängige Zertifizierung die Produktauswahl der Käufer maßgeblich beeinflusst: Fast acht von zehn Verbrauchern sind der Meinung, dass Informationen über nachhaltige Produkte von einer unabhängigen Organisation zertifiziert werden sollten. Diese Ergebnisse zeigen, dass der Bedarf an vertrauenswürdigen Ökolabels noch nie so groß war wie heute. Das Interesse der Menschen an den sozialen und ökologischen Auswirkungen durch unternehmerisches Handeln sowie Konsum nimmt stark zu. Für Marken bzw. Unternehmen entsteht so die Chance mit vertrauenswürdigen Zertifizierungssystemen zusammenzuarbeiten. Hier können sie Nachhaltigkeit in der Produktion in Verbindung mit glaubwürdigen Umweltzeichen – wie zum Beispiel FSC – hervorheben und für Verbraucherinnen kenntlich machen.

Deutsche sorgen sich um den Regenwald

Die Studie fragte auch nach den größten Sorgen rund um das Thema Wald. Dabei steht für die Deutschen an erster Stelle die Sorge um den tropischen Regenwald (44 Prozent) [3] und die negativen Auswirklungen von Entwaldung auf den Klimawandel (44 Prozent). Im Vergleich treibt die Menschen weltweit die Angst vor dem Verlust der Artenvielfalt am meisten um, während der Verlust der tropischen Regenwälder global nur von 20 Prozent der Befragten genannt wurde.

„Noch bessere Ergebnisse für den Zustand der zertifizierten Waldflächen liefern“

„Die Haltung der Verbraucherinnen und Verbraucher sind für den FSC von entscheidender Bedeutung, um als Organisation die richtigen Prioritäten zu setzen“, sagt Dr. Uwe Sayer, Geschäftsführer von FSC Deutschland. Er unterstreicht dabei: „Diese Ergebnisse stimmen mich zuversichtlich, denn sie zeigen, dass sich Konsumenten der besonderen Bedeutung von Wald und intakten Waldökosystemen bei der Bewältigung der großen Herausforderungen in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung und den Klimawandel bewusst sind. Dabei erkennen die Verbraucherinnen und Verbraucher den FSC als Teil der Lösung an und vertrauen ihm. Zugleich mahnt es den FSC jedoch auch, den an ihn gestellten Ansprüchen gerecht zu werden und weltweit noch bessere Ergebnisse für die Verbesserung des Zustandes der zertifizierten Waldflächen zu liefern.“

FSC-Siegel als Zeichen für nachhaltige Kaufentscheidung

Das FSC-Siegel ist ein wirksames Instrument, das den Verbrauchern hilft, nachhaltigere Kaufentscheidungen zu treffen. Die Verbraucher, die FSC-zertifizierte Produkte kaufen, vertrauen darauf, dass der FSC die Wälder wirksam schützt. Sieben von zehn Käufern fühlen sich durch das FSC-Siegel zum Kauf eines Produkts motiviert. Im Gegenzug unterstützen Marken und Einzelhändler nachhaltige Kaufentscheidungen, indem sie Holz und Holzprodukte aus FSC-zertifizierten Wäldern beziehen, die aus verantwortungsvollen Quellen stammen.

Vertrauen in den FSC nimmt weltweit zu

Die Untersuchung zeigt u.a., dass der Bekanntheitsgrad und das Vertrauen in den FSC weltweit zunehmen. Das spiegelt einen starken Trend zu bewusstem Konsum wieder. In Deutschland gaben bei der Onlinebefragung mehr als 70 Prozent der Befragten an, dass sie das Zeichen des FSC als verlässliche Organisation für die Zertifizierung verantwortungsvoller Waldwirtschaft kennen. In allen teilnehmenden Ländern zusammen lag die Bekanntheit des FSC Logos gemittelt bei 56 Prozent. Zugleich zeigt die Studie auch, dass das Vertrauen in FSC als Produktzeichen und Organisation sehr hoch ist. In Deutschland gaben 55 Prozent der Teilnehmer an, sogar hohes und sehr hohes Vertrauen in FSC haben. Vierundfünfzig Prozent der weltweiten Verbraucherinnen und Verbraucher bringen der Rolle des FSC beim Schutz der Wälder mehr Vertrauen entgegen als allen anderen Akteuren – einschließlich Regierungen und Unternehmen. Angesichts des positiven Umfelds für Umweltzeichen war es noch nie so wichtig wie heute, dass Unternehmen und Marken die Verbraucher vom Wert einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung überzeugen und deutlich machen, dass sie ihr unternehmerisches Handeln daran ausrichten.

Web: fsc-deutschland.de