Jubiläum in Neustrelitz: 25 Jahre Luftrettung

Seit 1. Juli 1996 starten in Neustrelitz Hubschrauber zu lebensrettenden Einsätzen „Christoph 48“ der ADAC Luftrettung wird täglich mehrmals alarmiert.

München (ots) Über 25.000 Mal ging es in den vergangenen 25 Jahren von Neustrelitz aus in die Luft. Bis 2006 absolvierte die Bundeswehr mit einer Bell UH-1D rund 8.200 Rettungseinsätze, danach wurde ihr letzter ziviler Luftrettungsstandort von der gemeinnützigen ADAC Luftrettung mit einer modernen EC135 von Airbus Helicopters übernommen. Der an der DRK Rettungswache Nord stationierte ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 48“ wird heute im Durchschnitt drei bis vier Mal am Tag alarmiert.

„Christoph 48“ über dem Schloss Schwerin: Seit 25 Jahren starten von Neustrelitz aus Hubschrauber zu lebensrettenden Einsätzen in der Region. Foto: ADAC Luftrettung / Jörn Lehmann

Die ADAC Luftrettung stellt in Neustrelitz die Piloten und die Maschine, das medizinische Personal wird vom DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte gestellt. Neben alltäglichen Notfällen wie Schlaganfälle, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Verletzungen nach Unfällen konnten die Crews von „Christoph 48“ in den vergangenen Jahrzehnten auch bei großen Unglücken helfen, wie etwa beim Zusammenstoß eines Busses mit einem Zug auf der Strecke Teterow-Malchin am 3. Juni 2007 oder der durch Flugsand verursachten Massenkarambolage auf der A19 bei Laage am 8. April 2011. „Nicht zuletzt solche Ereignisse unterstreichen, welche große Bedeutung die Luftrettungsstation in Neustrelitz für die Notfallversorgung der Menschen in der Region hat“, erklärt Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH, und hebt zum Jubiläum die hochprofessionelle Arbeit und das große Engagement der Crew von Christoph 48″ hervor.

Am 26. März 2019: Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern feiern gemeinsam mit der Crew von „Christoph 48“ 1.000.000 Rettungseinsätze der ADAC Luftrettung. Foto: ADAC Luftrettung / Jörn Lehmann

Oft ist der Hubschrauber das schnellste und manchmal auch einzige verfügbare Rettungsmittel. Rund zwei Minuten braucht die Crew, um zum Einsatzort aufzubrechen. Überfüllte Straßen oder zeitraubende Umwege sind dabei kein Hindernis. Am 26. März 2019 konnte die Station ein ganz besonderes Jubiläum feiern: Stellvertretend für alle Stationen der fliegenden Gelben Engel wurde die Crew für den 1.000.000. Einsatz der ADAC Luftrettung von Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, in Schwerin geehrt. „Christoph 48“ war an diesem Tag zu einem neurologischen Notfall in Waren (Müritz) gerufen worden.

Mit dem 25. Jahrestag der Inbetriebnahme ist auch ein Abschied verbunden: Die bisherige Leitende Hubschraubernotärztin Claudia Lossin beendet ihren aktiven Dienst auf dem Rettungshubschrauber. Die Fachärztin für Anästhesie war seit 25 Jahren Teil des Teams in Neustrelitz und übernahm mit dem Wechsel zur ADAC Luftrettung im Jahr 2006 die ärztliche Leitung von „Christoph 48“. Sie hat die Geschichte der Luftrettungsstation Neustrelitz von Anfang an miterlebt und maßgeblich mitgestaltet.

Ihre Position übernimmt Notarzt Dr. Roland Kersten, der seit 2010 zum Team von „Christoph 48“ gehört und ebenfalls Facharzt für Anästhesie ist. Geleitet wird die Station in Neustrelitz von Pilot Steffen Arnold. Leitender Notfallsanitäter (TC HEMS) ist Maik Schuppenhauer. Im vergangenen Jahr wurde „Christoph 48“ zu 1.274 Einsätzen gerufen. Einsatzgrund Nummer eins waren bei den oft lebensrettenden Einsätzen mit 38 Prozent Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen.

Bundesweit mussten die fliegenden Gelben Engel 2020 zu insgesamt 51.749 Einsätzen ausrücken. Mit 141 Notfällen pro Tag bewegt sich das Einsatzgeschehen damit weiter auf höchstem Niveau. Zwar gingen die Alarmierungen der ADAC Rettungshubschrauber wegen des coronabedingten Rückgangs der Mobilität insgesamt um 2218 oder 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Crews waren im Jubiläumsjahr aber dennoch so gefordert wie noch nie. Das Coronavirus verlangt den Besatzungen alles ab und sorgt wegen der strengen Sicherheits- und Hygienekonzepte, sowie der ständigen Infektionsgefahr für eine deutlich stärkere Einsatzbelastung.

Für die ADAC Luftrettung gGmbH, die ein Tochterunternehmen der gemeinnützigen ADAC Stiftung ist, arbeiten bundesweit fast 1300 Menschen – darunter rund 160 Piloten, etwa 600 Notärzte, 250 Notfallsanitäter (TC HEMS) und 150 Techniker.

Über die ADAC Luftrettung gGmbH

Mit mehr als 50 Rettungshubschraubern und 37 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem, werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle. „Gegen die Zeit und für das Leben“ lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine Rekonvaleszenz. Seit 2017 ist die ADAC Luftrettung ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung.

Web: ADAC.de