Multitalent Staude: Vom Urban Jungle bis in Prärie und Steppe

Große Staudenschau auf der BUGA Erfurt 2021 Zeichen des Klimawandels

Erfurt (ots) Geschwungene Rasenwege durchziehen das üppige Grün der großen Staudenschau im egapark. Der Regen der letzten Wochen hat den hier wachsenden Pflanzen einen enormen Wachstumsschub verliehen, es blüht und grünt. Die Einladung zum Bummel durch das Beet statt nur entlang nehmen viele Besucher gern an.

Große Staudenschau im egapark – Multitalente zeigen ihr Können zum Thema Klimawandel

Alle Sinne können so die Gartenlust genießen: Nase, Auge und Hände finden eine Beschäftigung. Die Betrachter verschwinden auf ihrem Weg zwischen den mannshohen Pflanzen oder hinter einer der Eibenhecken. Die unterschiedlichen Höhen schaffen Spannung, nicht alle Pflanzideen sind so auf einen Blick zu erkennen, müssen erlaufen oder entdeckt werden. Planerideen und Gärtnerfleiß verschmelzen hier zu einer wunderbaren Symbiose auf 4000 m².

Große Staudenschau im egapark – Luftbild

Der Klimawandel und seine Einflüsse auf die Gestaltung von Gärten und Parks sind ein aktuelles Thema für den egapark und für die Ausstellungsbeiträge der Bundesgartenschau in Erfurt. Wie sich Garten zu diesem Thema künftig darstellen kann, zeigt die große Staudenschau im egapark. Während der BUGA ist das repräsentative Beet im historischen Parkbereich mit Sichtachse zum Deutschen Gartenbaumuseum Teil des gärtnerischen Wettbewerbes der Gärtner und Züchter.

Im Bild: Staudenschau egapark und Sternwarteturm

Das Pflanzkonzept stammt von Petra Pelz, die bereits auf vielen Bundes- und Landesgartenschauen als Planerin tätig war. Im egapark tragen der neue Rosengarten und der Gräsergarten sowie während der BUGA Erfurt 2021 auch Wechselflorflächen ihre Handschrift. Petra Pelz kombiniert Farben und Stimmungen, ihre Beete sind eine Sinfonie in Blumen. Auf dem Staudenbeet an der Wasserachse werden verschiedene Themen unter dem Oberbegriff Klimawandel präsentiert, sie alle unterstreichen die Vielseitigkeit der Stauden. Der Frühlingsgarten am Beginn der Wasserachse leitet über in den Klimawandelgarten. Was blüht uns morgen? Als Antwort auf die Fragestellung: erlebt der Betrachter eine Kombination von Stauden und Gräsern aus den Vegetationszonen Steppe, Prärie und dem mediterranen Gebiet. Ein Erfurter Indian Summer soll hier im Herbst zu bewundern sein, verspricht Pflanzplanerin Petra Pelz. Dann verfärben sich die Blätter der ausgewählten Pflanzen. Formal geschnittene Eibenhecken begrenzen das Beet wie ein Bilderrahmen. Sie stammen aus der ursprünglichen Bepflanzung und sind wie viele Bereiche im egapark Teil des denkmalgeschützten Ensembles. Eine einzelne junge Säulenpappel ergänzt wieder das ursprüngliche Pflanzbild in er Sichtachse zum Deutschen Gartenbaumuseum.

In den Fensterbeeten gegenüber dem Gräsergarten wird das Thema Klimawandelgarten mit einer mediterran anmutenden Pflanzung fortgeführt. Hier wachsen Lavendel, Salbei, Rosmarin, Bratblumen und weitere bienenfreundliche Stauden und betören mit ihrem Duft nicht nur Insekten. Hier erleben die Besucher den Urban Jungle. Stauden, deren besondere Zierde die Blätter sind, die mit Formen und verschiedenen Grüntönen Akzente setzen, schaffen Urwaldfeeling. Hierfür wurden Stauden aus verschiedenen Ländern kombiniert: Elfenblumen, Farne, Gräser, Hostas und so manch exotisch anmutende Pflanze gibt es hier zu entdecken. Eine lehrreiche Reise für alle, die den Schattenbereich ihrer Gärten verschönern wollen.

„Auf den verschlungenen Rasenwegen können die Besucher die unterschiedlichen Pflanzthemen für sich entdecken und die Gartengestaltung auf sich wirken zu lassen“, schwärmt Pflanzplanerin Petra Pelz. Sie liebt den direkten Kontakt zu Salbei, Baptisia oder Röhrenstern.

Bevor alles im üppigen blühenden Grün seine Fasson gefunden hatte und eine Bühne für aktuelle Gartenthemen bieten konnte, war eine komplette Umgestaltung der Fläche mit Bodenaustausch notwendig.

Planerin Petra Pelz ist von der Größe des Beets beeindruckt. „Es ist wie ein leeres Blatt Papier, das man jetzt füllen kann“, erklärt sie, Im ersten Jahr wachsen die Blumen flächig, im zweiten erreichen sie dann die gewünschte Höhe und Wirkung. Deshalb lag ein Jahr zwischen Umgestaltung und BUGA-Eröffnung.“ Petra Pelz hat schon bei vielen Bundes- und Landesgartenschauen ihre Handschrift hinterlassen hat. Eine so große Fläche ist auch für sie etwas Besonderes. Ihre Ideen dürfen nach der BUGA weiterwachsen, denn die Staudenschau gehört zu dem, was von der BUGA im egapark dauerhaft bleiben wird.

Web: buga2021.de