Die Beurteilung der Regierungsparteien fällt sehr kritisch aus: Die Arbeit der CDU in der Landesregierung wird dabei auf der Skala von plus fünf bis minus fünf („Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der …?“) mit einem leicht negativen Durchschnittswert von minus 0,6 bewertet, die der Koalitionspartner SPD (minus 1,2) und FDP (minus 1,6) werden sogar ausgeprägt negativ wahrgenommen. Die im Landtag vertretenen Oppositionsparteien werden ebenfalls negativ beurteilt: Die AfD erhält für ihre Oppositionsarbeit eine Bewertung von minus 0,9, die Linke von minus 1,1 und die Grünen von minus 1,7.
Gewünschter Ministerpräsident
Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, Sven Schulze von der CDU oder Ulrich Siegmund von der AfD, liegt Schulze mit 48 Prozent klar vor Siegmund mit 32 Prozent (Rest zu 100 Prozent: „weder noch“, „kenne nicht“ oder „weiß nicht“). Dieser Vorsprung resultiert vor allem daraus, dass Siegmund von fast keinem Anhänger von CDU, Linke, SPD und Grünen präferiert wird. Auf der Skala von plus fünf bis minus fünf („Was halten Sie von …?“) erhalten sowohl Sven Schulze mit einem Durchschnittswert von 0,1 als auch Ulrich Siegmund mit minus 0,4 sehr bescheidene Bewertungen.
Absolute Mehrheit und Koalitionen
Eine Alleinregierung der AfD fänden 54 Prozent der Befragten in Sachsen-Anhalt schlecht und 30 Prozent gut, 10 Prozent wäre es egal. Dass es der AfD zur absoluten Mehrheit reichen wird, glauben 48 Prozent und 44 Prozent glauben das nicht. Vor die Wahl gestellt, ob man lieber eine CDU- oder eine AfD-geführte Landesregierung hätte, entscheiden sich 50 Prozent für eine CDU-geführte und 35 Prozent für eine AfD-geführte Regierung. Auch hier zeigt sich die große Distanz aller anderen Parteianhängergruppen zur AfD: Fast kaum ein Anhänger von CDU, Linke, SPD und Grünen bevorzugt eine AfD-geführte Landesregierung.
Wichtigste Themen
Die politische Agenda wird in Sachsen-Anhalt durch die ökonomischen Themen Wirtschaftslage (22 Prozent) und Arbeitslosigkeit (17 Prozent) bestimmt. Das klassische Landesthema „Bildung/Schule“ kommt auf 17 Prozent. Alle anderen Bereiche werden jeweils von weniger als 14 Prozent der Befragten als wichtigstes Thema im Land genannt.
Die Umfrage zu diesem Politbarometer Extra wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden vom 25.8. bis zum 27.8.2026 unter 1.053 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt telefonisch und online erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer-Extra zu Sachsen-Anhalt sendet das ZDF am Donnerstag, 3. September 2026 im heute-journal.





