Archiv der Kategorie: Soziales

Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen? Und wie viel?

Neustadt a. d. W. (ots) Ab wann müssen Rentnerinnen und Rentner Steuern zahlen? Was hat es mit dem Rentenfreibetrag auf sich? Und wie berechnet man den steuerpflichtigen Teil der Rente? Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) mit den Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Rente und Steuern inklusive Rechenbeispielen.

Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen? Und wie viel?

Seit Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes am 1. Januar 2005 werden Renten in Deutschland nachgelagert besteuert. Doch nicht jeder, der Rente bezieht, ist auch zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

Wann müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben?

Rentnerinnen und Rentner sind dann zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn der steuerpflichtige Teil ihrer Jahresbruttorente zuzüglich anderer steuerpflichtiger Einkünfte und abzüglich absetzbarer Kosten den Grundfreibetrag übersteigt. Der Grundfreibetrag liegt 2021 für Alleinstehende bei 9.744 Euro pro Jahr. Für Verheiratete und eingetragene Lebenspartner gilt der doppelte Wert, also 19.488 Euro.

Wird die komplette Rente besteuert?

Dank des sogenannten Rentenfreibetrags bleibt ein gewisser Teil der Rente bislang steuerfrei. Entscheidend für die Höhe des Rentenfreibetrags ist das Jahr des Rentenbeginns. Wer 2021 in Rente geht, dem steht ein Rentenfreibetrag von 19 Prozent zu. Das heißt: 19 Prozent der Rente bleiben steuerfrei, 81 Prozent der Rente müssen allerdings versteuert werden. Der Rentenfreibetrag ist ein fester Eurobetrag, der in den Folgejahren grundsätzlich unverändert bleibt.

Der steuerfreie Teil der Rente wird für zukünftige Rentner in den kommenden Jahren immer kleiner, bis 2040 alle Renten zu 100 Prozent versteuert werden müssen.

Wie wird der steuerfreie Teil der Rente errechnet?

Grundlage für die Berechnung des Rentenfreibetrags ist die volle Jahresbruttorente. Die meisten Rentnerinnen und Rentner gehen allerdings unterjährig in Rente, sprich: Die Rente wird im ersten Jahr in der Regel für weniger als zwölf Monate gezahlt. Deshalb wird der Rentenfreibetrag erst im zweiten – und damit vollen – Rentenbezugsjahr ermittelt.

Ein Beispiel:

Harald ist am 1. April 2014 in Rente gegangen. Damit steht ihm ein Rentenfreibetrag von 32 Prozent zu. Der volle Rentenfreibetrag wird jedoch erst aus der Jahresbruttorente des zweiten Rentenbezugsjahrs errechnet.

Haralds Jahresbruttorente 2015 betrug 24.000 Euro. Sein Rentenfreibetrag in Höhe von 32 Prozent liegt damit also bei 7.680 Euro. Dieser einmal ermittelte Rentenfreibetrag bleibt in den Folgejahren unverändert – auch wenn die Rente durch Rentenanpassungen steigt.

Der Rentenfreibetrag wird für jeden Rentner zu Beginn der Rente individuell festgelegt. Die jährlichen Rentenerhöhungen, die im Laufe der Rente folgen, müssen in voller Höhe versteuert werden.

Wird man nach der Rentenanpassung steuerpflichtig?

Jedes Jahr zum 1. Juli erhöht die Bundesregierung die Renten, die sogenannte Rentenanpassung. Am 1. Juli 2020 konnten sich die Rentnerinnen und Rentner im Westen über 3,45 Prozent mehr Geld freuen, im Osten stieg die Rente um 4,20 Prozent.

Zum 1. Juli 2021 sind die Renten in Ostdeutschland um 0,72 Prozent gestiegen. Die Rentnerinnen und Rentner in Westdeutschland erhielten keine Erhöhung ihrer Bezüge. Grund ist die Corona-Pandemie, die negative Auswirkungen auf die Lohnentwicklung hat. Der für die neuen Bundesländer maßgebliche aktuelle Rentenwert steigt damit auf 33,47 Euro. Für die westdeutschen Bundesländer beträgt der Rentenwert weiterhin 34,19 Euro.

Einige Rentnerinnen und Rentner fürchten Jahr für Jahr, dass sie durch die Rentenerhöhung plötzlich Steuern zahlen müssen. Doch diese Sorge ist meistens unbegründet. Werden durch die Rentenanpassung doch Steuern fällig, sind diese zunächst marginal.

Ein Beispiel:

Rita ist alleinstehend und wohnt in Mannheim. Bisher blieb sie mit dem steuerpflichtigen Teil ihrer Rente unter dem Grundfreibetrag und musste keine Steuern zahlen.

Im Sommer 2019 wurden allerdings die Renten für die alten Bundesländer um 3,18 Prozent angehoben. Mit der Rentenerhöhung bekommt Rita nun jeden Monat mehr Rente und übersteigt jetzt den Grundfreibetrag um 100 Euro. Rita müsste nun 14 Euro Einkommensteuer zahlen. Aufgrund einer gesetzlichen Regelung (156 AO) wird das Finanzamt aber von der Festsetzung der Einkommensteuer absehen.

Die VLH: Größter Lohnsteuerhilfeverein Deutschlands

Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) ist mit mehr als einer Million Mitglieder und rund 3.000 Beratungsstellen bundesweit Deutschlands größter Lohnsteuerhilfeverein. Gegründet im Jahr 1972, stellt die VLH außerdem die meisten nach DIN 77700 zertifizierten Berater.

Die VLH erstellt für ihre Mitglieder die Einkommensteuererklärung, beantragt Freibeträge, ermittelt und beantragt Förderungen und Zulagen, prüft den Steuerbescheid und einiges mehr im Rahmen der gesetzlichen Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG.

Web: www.vlh.de

Upcyclen statt wegschmeißen: Wie aus Planen Laptoptaschen und Windschutz für die Landwirtschaft werden

Halle (S.) (ots) Derzeit läuft das große Aufräumen nach der EinheitsEXPO in Halle (S.): Die Glascubes werden ausgeräumt und abgebaut, ebenso wie die rund 250 großen Banner mit Infos, Fotos und Wegmarkierungen rund um die EinheitsEXPO zum Tag der Deutschen Einheit.

Stelen zur EinheitsEXPO in Halle (S.) // (c) Staatskanzlei / Thomas Meinicke .

Statt zu Müll werden die Banner und Planen nun zum guten Zweck – in ihrem zweiten Leben als Taschen, Sonnen- oder Windschutz. Die Leipziger Firma „Trash Galore“ kümmert sich um die Wiederverwendung. Immerhin 3,5 Tonnen Material kommen so zusammen, insgesamt 1.700 m² PVC-Planen. „Upcycling“ heißt das Zauberwort und beschreibt die nachhaltige Wiederverwendung von Materialien. So gehen die Planen an Landwirtschaftsunternehmen ebenso wie an Behindertenwerkstätten.

Der größte Abnehmer ist die hallesche Kinderstadt, die im kommenden Sommer auf der Peißnitzinsel stattfinden wird. Dort bauen sich Kinder ihre „eigene Stadt“ und für die Gestaltung kann man die PVC-Planen gut gebrauchen, zum Beispiel als Regenschutz oder zur Ausgestaltung der Räumlichkeiten.

Stelen zur EinheitsEXPO in Halle (S.) // (c) Staatskanzlei / Thomas Meinicke

Ebenso bekommt der Bauspielplatz Freiimfelde einige Planen: Dort können Kinder den ganzen Tag hämmern und basteln. Mit Hilfe der Planen erweitern sie ihren Spielplatz, den sie unter der Anleitung von Pädagogen selbst gestalten.

Und ein Stück EinheitsEXPO kann später auch jeder zu sich nach Hause holen, denn die halleschen Behindertenwerkstätten gestalten aus den Planen unter anderem Laptoptaschen. Die sind dann später über den Onlineshop erhältlich.

Auch die Landwirtschaftsunternehmen Kleine Feldwirtschaft Landsberg und Kola Leipzig bekommen „Einheitsplanen“ ab. Dort werden sie unter anderem als Windschutz und Schattenspender genutzt, damit die Pflanzen gut gedeihen können.

Seit 2019 sorgt Trash Galore schon für Nachhaltigkeit in der Eventbranche. Ein großes Projekt war das MELT-Festival in Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt. Teile der Ausstattung gingen danach an ein kleines Kunstfestival und legten damit den Grundstein zum nachhaltigen Event-Kreislauf.

Die Wiederverwertung der Banner ziehlt auf das diesjährige Motto zum Tag der Deutschen Einheit – „gemeinsam Zukunft formen“. Da darf der Aspekt der Nachhaltigkeit nicht fehlen.

Alle Highlights sehen Sie online auf www.tde2021.de. Alle Infos zu den Feierlichkeiten und weiterführende Inhalte finden Sie auf der Homepage zum Tag der Deutschen Einheit (https://tag-der-deutschen-einheit.de) sowie auf den Kanälen der Sozialen Netzwerke Facebook (https://www.facebook.com/tde2021), Instagram (https://www.instagram.com/gemeinsamzukunftformen/), YouTube (https://www.youtube.com/channel/UCOc0eBEkKxWIHW_uampEQGw) und Twitter (https://twitter.com/tde2021). #TDE2021

Web: https://www.tag-der-deutschen-einheit.de

Bundesratspräsident Haseloff zieht Bilanz – Föderalismus ist eine Erfolgsgeschichte

Berlin (ots) In wenigen Wochen endet die Bundesratspräsidentschaft Sachsen-Anhalts. Traditionell hält der Bundesratspräsident am Ende seiner Amtszeit eine Bilanzrede.

Ministerpräsident Reiner Haseloff // (c) Staatskanzlei / Schlüter

Bundesratspräsident Dr. Reiner Haseloff betonte am Freitag im Bundesrat: „Unsere Demokratie lebt auch von starken und selbstbewussten Institutionen. Zu ihnen gehört seit mehr als sieben Jahrzehnten der Bundesrat. Der Föderalismus in unserem Land ist zu einer lebendigen und selbstverständlichen Realität geworden. Das föderale Prinzip hat sehr viel zur Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland beigetragen, und diese Erfolgsgeschichte wollen wir weiter fortschreiben.

Haseloff machte auch deutlich: „Unsere Freiheit und unser föderales System sind keine Selbstläufer. Wir beobachten in letzter Zeit einen schwindenden Respekt gegenüber demokratischen Normen und Institutionen.“ Haseloff rief zu Zivilcourage auf: „Wir alle müssen für eine offene Gesellschaft eintreten. Jeden Tag aufs Neue und mit großer Entschiedenheit. Hass und Hetze dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Es muss vielmehr ein Klima der Toleranz und des gegenseitigen Respekts herrschen. Nur dann können Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen in Frieden miteinander leben. Auf dieser Grundlage wollen wir weiter gemeinsam Zukunft formen. Das Motto unserer Bundesratspräsidentschaft gilt über den Tag hinaus.“

Hintergrund

Die einjährige Bundesratspräsidentschaft Sachsen-Anhalts endet am 31. Oktober dieses Jahres. Gemäß Artikel 52 Absatz 1 des Grundgesetzes wählt der Bundesrat seinen Präsidenten auf ein Jahr. Die Wahl folgt einer festgelegten Reihenfolge, die durch die Einwohnerzahl der Länder bestimmt wird. Haseloff wird auch im kommenden Jahr als erster Vizepräsident dem Präsidium des Bundesrates angehören.

Internet: www.stk.sachsen-anhalt.de

Internationale Konferenz der Religionsführerinnen und Religionsführer in Lindau beendet

Junge Generation: Gebt uns einen Platz am Tisch

Lindau (ots) Die Weltkonferenz der Religionsführerinnen und Religionsführer kommt heute zum Ende. Sie stand unter dem Motto „Dialog der Generationen“.

Ein letztes Bild der Jugendvertreterinnen und Jugendvertreter auf der Bühne mit EKD-Präses Anna-Nicole Heinrich (2.v.l) und Religions for Peace-Generalsekretärin Azza Karam (4.v.l.) und dann geht die Conference of the World Council of Religions Leaders on Faith and Diplomacy: Generations in Dialogue in Lindau zu Ende. / Internationale Konferenz der Religionsführerinnen und Religionsführer in Lindau beendet

Der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Generationen in den Religionsgemeinschaften, aber auch in der Diplomatie war das bestimmende Thema der Konferenz. 1700 Teilnehmende aus 86 Ländern haben sich am Dialog der Religionen und Generationen beteiligt – virtuell oder vor Ort in Lindau am Bodensee. Erstmals hatte die junge Generation einen prominenten Anteil am Programm der Religionskonferenz. Die „Conference of the World Council of Religious Leaders on Faith and Diplomacy: Generations in Dialogue“ hat junge Menschen in die Diskussionen über globale Friedensprozesse eingebunden und sie auf Augenhöhe mit erfahrenen Religionsführerinnen und Religionsführer und Diplomatinnen und Diplomaten gebracht. 22 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren jünger als 35 Jahre, der Frauenanteil lag in diesem Jahr bei 45 Prozent.

„Diese Konferenz bestätigt Auftrag und Mandat von Religions for Peace, eine Diplomatie zu fördern, die die Chancen der multireligiösen Diplomatie kennt und nutzt. Das ist der Wendepunkt für den Aufbau friedlicher, gerechter und inklusiver Gesellschaften. Wie bereits festgestellt wurde, sollten wir die Religionen nicht nur nicht ignorieren, sondern es wird ohne sie auch keinen Erfolg in der Diplomatie geben können“, sagt Prof. Dr. Azza Karam, Generalsekretärin Religions for Peace International.

Aus Sicht der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommentiert Christian K. Lupemba, Vorsitzender Interfaith Youth Network of the Democratic Republic of the Congo und Ehrenpräsident von Religions for Peace: „Diese Konferenz eröffnete einen Raum, in dem die Stimmen junger Menschen von den richtigen Personen gehört wurden. Jetzt möchten wir, dass den Worten auch Taten folgen. Die jungen Menschen haben hier gezeigt, dass sie heute handeln, um morgen die Führung zu übernehmen. Mit Liebe, Respekt und Rücksichtnahme sagen wir zu unseren Ältesten: Wir sind bereit, gebt uns einen Platz am Tisch. Wir können euch unterstützen, indem wir an eurer Seite arbeiten, um zur Entstehung einer Weltgemeinschaft beizutragen, die friedlicher und gerechter ist.“

Zum Abschluss der Konferenz veröffentlichte der Weltrat als wichtigstes Entscheidungsgremium von Religions for Peace – bestehend aus 61 Religionsführerinnen und Religionsführern aus der ganzen Welt und aus allen Glaubensrichtungen – seine Stellungnahme. Darin spricht sich der Weltrat für die weltweite Achtung der Menschenrechte und weltweite Gerechtigkeit bei der Verteilung von Impfstoffen aus. Niemand, so heißt es darin, darf aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Nationalität oder Religion diskriminiert werden. Auch den Schutz des Klimas sprechen sie an. Im Namen der Religionen, heißt es, soll der Umwelt kein Schaden zugefügt oder die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Umwelt ignoriert werden. Der Weltrat lädt alle politisch Verantwortlichen und Diplomaten ein, mit ihnen zusammen an den anstehenden Transformationsaufgaben zu arbeiten und verschiedene Generationen daran zu beteiligen.

Web: ringforpeace.org

Gaffen tötet! Anti-Gaffer-Projekt startet auf Fachmesse Florian

Pilotprojekt wird bundesweit ausgerollt und wissenschaftlich begleitet.

Berlin (ots) Auf der Messe Florian zeigen die Johanniter zum ersten Mal den großflächigen QR-Code auf einem Rettungswagen, der die technische Abnahme durch die DEKRA durchlaufen hat.

Der großflächige QR-Code zu „Gaffen tötet!“ auf einem Berliner Rettungswagen der Johanniter-Unfall-Hilfe. / Gaffen tötet! Anti-Gaffer-Projekt startet auf Fachmesse Florian / Pilotprojekt wird bundesweit ausgerollt und wissenschaftlich begleitet

Mit diesem digitalen Feature wollen die Johanniter dem täglichen Voyeurismus an Unfallorten Einhalt gebieten und damit Menschenleben retten. „Aber nicht mit Strafandrohung, sondern mit Aufklärung. Gaffer sollen ihr Verhalten überprüfen“, betont Jörg Lüssem, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Dazu setzt die Hilfsorganisation auf großflächige QR-Codes beispielsweise auf Rettungswagen. Erfasst das Smartphone eines Schaulustigen das Fahrzeug, erkennt die Kamera den QR-Code und schlägt eine Weiterleitung auf die Seite www.gaffen-toetet.de vor. Dort erscheint die Warnung: „Achtung! Gaffen tötet! Es kann Rettungskräfte behindern und zur Straftat werden.“ Außerdem finden sich auf der Seite kurze Verhaltenshinweise.

Die Johanniter verfolgen damit keine kurzfristige Effekthascherei. Vielmehr will die Hilfsorganisation aufklären und das Verhalten am Unfallort wissenschaftlich untersuchen. Unter die Lupe nimmt das fünfköpfige Team um Prof. Marisa Przyrembel von der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften diverse Hypothesen aus der Notfall-, Sozial- und Motivationspsychologie. Die begleitende Studie soll nun die lange überfällige Zahlenbasis liefern. Ausgewertet werden die Klicks auf den QR-Code, Informationen der Einsatzkräfte vor Ort sowie die Umgebungsbedingungen. Dabei geht das Team der Johanniter-Hochschule folgenden Fragen nach: Wie viele Gaffer gibt es im Durchschnitt? Wie genau stören die? Inwiefern machen Gaffer die Rettungskräfte nervös? Wie stark werden diese von der eigentlichen Aufgabe abgelenkt? Ziehen viele Rettungsmittel oder ein Hubschrauber die Gaffer erst richtig an? Wann werden die „Zeugen“ zu Behinderern oder gewalttätigen Störern? Gaffen-toetet.de soll am Ende belegen, welches Vorgehen störendes Verhalten unterbindet oder Gaffer ganz abhält.

Aus Sicht der Fachleute ist Aufklärung und Selbstreflektion besser als Strafe, „denn hinter dem Gaffen verbergen sich zutiefst menschliche Züge“, betont Przyrembel: „Aus der Notfallpsychologie wissen wir: Es spielen viele Motive eine Rolle. Kaum jemand hat den Vorsatz, Menschenleben in Gefahr zu bringen. Menschen werden zu Gaffern, weil sie unbedingt das Video mit der ‚Sensation‘ aufnehmen wollen, oder auch, um mit ‚guter Absicht‘ das Geschehen zu dokumentieren. Zudem ist die Reaktion verständlich. Hat es irgendwo geknallt, möchte fast jeder wissen: Was ist los und muss ich meinen Stamm, meine Sippe in Sicherheit bringen? Evolutionsbiologisch war das ein klarer Überlebensvorteil.“ Einige beobachten, weil sie die Expertise der Rettungskräfte bewundern und „ihren Helden“ nah sein möchten. „Die Leute stehen aber tatenlos im Weg, weil das die anderen auch tun und niemand hilft“, erklärt die promovierte Psychologin Przyrembel: „Wir nennen das Verantwortungsdiffusion: Der sogenannte Bystander-Effekt führt dazu, dass jeder sich darauf verlässt, der andere werde schon richtig handeln. Mein Stück vom Verantwortungskuchen wird mit zunehmender Zahl der Anwesenden immer kleiner. Das sind gut erforschte gruppendynamische Prozesse.“

Zudem geht von einem Unfall eine „magische“ Anziehungskraft aus. Das belegen Eye-Tracking-Studien – also Laborversuche, bei denen die Augenbewegung ausgewertet wird: Im Schnitt sehen die Vorbeifahrenden 12 Sekunden zu. Niemand schaut nicht hin. Schon nach 2 Sekunden des „Gaffens“ werden durch die Ablenkung Folgeunfälle wahrscheinlich. Fast alle wissen, das ist sozial nicht erwünscht. „Deshalb bestreiten die Probanden das in direkten Befragungen“, ergänzt Przyrembel. „So haben solche ‚Erkenntnisse‘ kaum Aussagekraft. Hier wollen wir Licht ins Dunkel bringen.“

Auch, wenn die Motive nachvollziehbar sind, Gaffen ist kein Kavaliersdelikt. Schnell wird daraus eine Ordnungswidrigkeit nach § 113 OWiG oder Straftat nach den §§ 201a oder 232c StGB. Die Vorabbefragungen der Einsatzkräfte haben zudem ergeben, dass sie sich durch Beobachter und Kameras unter Stress gesetzt fühlen – auch eine zutiefst menschliche Regung, welche die Fehlerwahrscheinlichkeit steigert. „Selbst bei bester Ausbildung und intensivem Training steht hier das Wohl der Menschen auf dem Spiel“, unterstreicht Lüssem. Deshalb haben die Johanniter gemeinsam mit der Agentur Scholz & Friends überlegt, wie man diese „Störenfriede“ überzeugen kann, hilfreich zu sein. Klar war von Anfang an, das Rettungspersonal hat keine Zeit für pädagogische Vorträge am Einsatzort. Ihre Aufmerksamkeit gilt den Verletzten.

Das Pilot-Projekt läuft ein Jahr – bundesweit an 22 Standorten.

Als Interviewpartner stehen auf der Messe Florian am 7. Oktober, ab 12:00 Uhr bereit:

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.: Kevin Grigorian, Notfallsanitäter und Bereichsleiter Rettung & Medizinische Dienste sowie Mitglied der Projektgruppe „Gaffen tötet!“

Akkon Hochschule für Humanwissenschaften: Prof. Marisa Przyrembel/Denis Martin, Wiss. Mitarbeiter

Bitte kontaktieren Sie uns für die Koordination der Interviews.

Den Stand der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. finden sie auf der Fachmesse Florian:

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. , Halle 4/Stand B6, Freigelände P5, F70, Besuchszeiten: 09:00 – 17:00 Uhr

MESSE DRESDEN, Messering 6, 01067 Dresden, www.messe-florian.de/

Religionen sind nicht die Feinde der Wissenschaft

World Council ruft bei Konferenz in Lindau Religionsführende dazu auf, sich hinter Impfkampagnen zu stellen.

Lindau (ots)Niemals zuvor haben Religionen weltweit so eng zusammengearbeitet, wie das gegenwärtig der Fall ist“. Das betonte Rabbi David Rosen nach der offiziellen Geschäftssitzung des World Councils von Religions for Peace am Montagvormittag in Lindau am Bodensee. Die geschlossene Geschäftssitzung des World Councils leitete die „Conference of the World Council of Religious Leaders on Faith and Diplomacy: Generations in Dialogue“ ein.

Der US-Amerikaner Imam Mohamed Magid spricht mit der Inderin Vinu Aram, dem Kenianer Philbert Aganyo, der Deutschen Margot Kässmann und dem Filipino Renz Argao – allesamt Mitglieder des World Councils von Religions for Peace – zusammen mit dem Schweizer Gilles Carbonnier vom Internationalen Roten Kreuz in der Runde mit dem Titel: „Glaube, Diplomatie und öffentliche Gesundheit: Verwirklichung von transformativen Partnerschaften“.

Diese internationale Konferenz dreht sich um Glaubensfragen und diplomatische Angelegenheiten und findet von 4. bis 7. Oktober in der Lindauer Inselhalle statt. „Und wir haben auch die Verantwortung, zusammenzuarbeiten, um unsere Heimat zu beschützen, um das Wohlergehen der Menschheit zu verbessern und um eine bessere Welt für alle zu schaffen“, sagte Rosen – selbst Mitglied im World Council.

Nach der Sitzung gab der World Council als das wichtigste Entscheidungsgremium von Religions for Peace – bestehend aus 61 Religionsführerinnen und Religionsführern aus der ganzen Welt und aus allen Glaubensrichtungen – die Veröffentlichung einer Stellungnahme bekannt, in der sich die Mitglieder im Besonderen für Menschenrechte und weltweite Gerechtigkeit bei der Verteilung von Impfstoffen aussprechen. Niemand, so heißt es darin, darf aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Nationalität oder Religion diskriminiert werden.

Die Mitglieder des World Councils rufen in ihrer Erklärung außerdem Religionsführerinnen und Religionsführer auf der ganzen Welt dazu auf, sich hinter die wissenschaftlich erwiesene Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen zu stellen. „Wir haben die Verantwortung, um unseren Glaubensgemeinschaften zu vermitteln, dass Religionen nicht die Feinde der Wissenschaft sind. Wissenschaft und Religion sind essenzielle Partner für das Wohlergehen der Menschheit“, sagte Rosen stellvertretend für den World Council. Neben ihm gehören zum Gremium auch Margot Käßmann und Renz Argao, der Koordinator des Jugendnetzwerks von Religions for Peace. Die vollständige Erklärung wird am Donnerstag, 7. Oktober, am Ende der viertägigen Konferenz veröffentlicht.

Nach der Sitzung des World Councils fand die offizielle Eröffnungszeremonie der „Conference of the World Council of Religious Leaders on Faith and Diplomacy“ unter dem Motto „Generations in Dialogue“ statt. Prominente UN-Vertreterinnen und Vertreter schickten Videobotschaften. Filippo Grandi, Hoher Flüchtlingskommissar der UN, appellierte an die Integration von Geflüchteten: „Seid denjenigen Schwestern und Brüdern, die weniger haben, und nutzt die Kraft Eurer Jugend, Eure Energie und Kreativität, um auf Flüchtlinge zuzugehen und sie aufzunehmen.“ Die UN-Sondergesandte der Jugend, Jayathma Wickramanayake, forderte, dass jungen Aktivistinnen und Aktivisten der Zugang zu finanzieller Förderung erleichtert werden müsse. Und Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generalsekretär der WHO, dankte Religions for Peace dafür, dass Impfgerechtigkeit ein wichtiges Thema der Konferenz sei: „Initiativen wie diese machen einen Unterschied, weil sie den Dialog zwischen Menschen und Nationen anregen und Verständnis und Vertrauen fördern und nach Lösungen suchen“.

Neben vielen anderen zählten auch Gilles Carbonnier, Vizepräsident des Internationalen Roten Kreuzes, und Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der Evangelischen Kirche, oder die Sonderberaterin der Vereinten Nationen zur Verhütung von Völkermord, Alice Wairimu Nderitu, zu den Rednerinnen und Rednern.

Die Konferenz findet noch bis zum Donnerstag, 7. Oktober, in Lindau statt. 130 Personen, Rednerinnen und Redner und Mitglieder des Religions for Peace Netzwerks, sind persönlich vor Ort und etwa 1700 Personen verfolgen die virtuelle Veranstaltung über den Livestream und über die Videokonferenzen. Veranstaltet wird die Konferenz von der Lindauer Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft mit Unterstützung des Auswärtigen Amts. Das Programm der Konferenz liefert die in New York ansässige Nichtregierungsorganisation Religions for Peace mit ihrem globalen Netzwerk aus Glaubensgemeinschaften.

Web: ringforpeace.org

Haseloff: Deutsche Einheit ist ein Glücksfall der Geschichte

Halle (S.) (ots) „Der 3. Oktober 1990 ist ein Glücksfall der deutschen Geschichte. Und diesen Glücksfall feiern wir heute gemeinsam: hier in Halle, in Sachsen-Anhalt und in ganz Deutschland.“ Das sagte Bundesratspräsident Dr. Reiner Haseloff auf dem zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Halle (Saale).

MP Reiner Haseloff beim Festakt zum 31. Tag der Deutschen Einheit in Halle (S.) // (c) Staatskanzlei / Thomas Meinicke

In seiner Ansprache in der Georg-Friedrich-Händel-Halle würdigte Haseloff die Bedeutung der Demonstrationen in der DDR: „Im Herbst 1989 fand keine Wende, sondern eine Revolution statt. Die friedliche Revolution war ein radikaler Systemwandel ohne Blutvergießen. Die Einheit wurde 1990 gewaltfrei durch den Freiheitswillen und die Selbstdemokratisierung einer Gesellschaft verwirklicht. Erst kam die Freiheit, dann die Einheit! Und diese Freiheit wurde auch konkret im Aussprechen des DDR-Unrechts.“

Haseloff sagte weiter: „Die friedliche Revolution taugt durchaus zum Gründungsmythos des vereinigten Deutschlands. Denn das Neue und Einzigartige an unserer Republik ist ihre Entstehung. Sie verdankt sich einer demokratischen Revolution. Und diese Revolution war gleichermaßen ein nationales und europäisches Ereignis. Leider prägt diese Erfolgsgeschichte noch immer viel zu wenig unser Selbstbewusstsein.“

Hintergrund

Sachsen-Anhalt hat noch bis zum 31. Oktober 2021 die Bundesratspräsidentschaft inne und richtet deshalb in diesem Jahr die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit aus. Unter anderem präsentiert die Großraumausstellung EinheitsEXPO in der Innenstadt von Halle (Saale) die Bundesländer, Verfassungsorgane und die Ausrichterstadt Halle (Saale).

Weitere Informationen sind unter https://tag-der-deutschen-einheit.de/sachsen-anhalt/ abrufbar.

Kostenfreier persönlicher Schutz zum Tag der älteren Menschen

Oktober-Sonderaktion von Verisure macht auf den von der UN initiierten Welttag aufmerksam

Ratingen (ots) Zu Ehren der älteren Mitbürgen erhalten Verisure Kunden ab dem internationalen Tag der älteren Menschen sowohl den Verisure KeyFob, die Notfalltaste zum Umhängen für ältere oder gehandicapte Menschen als auch die Verisure-App für ihr Smartphone kostenlos.

Schutzengel für die Hosentasche: Um älteren Menschen zu ehren, schenkt Verisure seinen Kunden im Oktober das persönliche Schutzpaket bestehend aus einer SOS-Taste zum Umhängen und der Verisure-App mit Begleitfunktion und SOS-Knopf.

Beides ist auf Knopfdruck mit der hauseigenen 24/7 Alarmzentrale von Verisure verbunden. Die Vereinten Nationen weisen jedes Jahr am 1. Oktober auf die Verdienste und die besondere Situation älterer Menschen hin. Diese Initiative unterstützen die Sicherheitsexperten und stellen daher interessierten Neu- wie auch Bestandskunden, die sich im Monat Oktober 2021 dafür entscheiden, das Verisure Paket für den persönlichen Schutz kostenfrei zur Verfügung.

Zum Rundum-Schutz gehört auch der persönliche Schutz

Die SOS-Tasten des persönlichen Schutzpakets sind ebenso wie das gesamte smarte Alarmsystem von Verisure mit der VdS-zertifizierten Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) des Rundum-Sicherheitsanbieters in Ratingen verbunden. Bei einer Gefahrensituation, ganz gleich, ob Einbruchsversuch, Unfall, medizinischer oder sonstiger Notfall: kümmern sich dort augenblicklich qualifizierte Fachkräfte und sorgen aus der Ferne umgehend für die bestmögliche Hilfe.

Mit der Verisure-App für das Smartphone kommen Menschen jeden Alters, auch außerhalb der eigenen vier Wände in den Genuss des Rundum-Schutz von Verisure, indem sie im Notfall über den SOS-Button die NSL-Kräfte kontaktieren oder für eine gefährliche Strecke vorab bereits die Guardian Begleit-Funktion aktivieren. Dadurch ist ein abendlicher Spaziergang oder nächtlicher Nachhauseweg ebenso entspannt machbar wie ein anspruchsvoller Rad- oder Wanderweg. Die Sorge der Liebsten, ob man gut nach Hause oder an sein Ziel gekommen ist, entfällt. Stattdessen kann man sich einfach auf dem Smartphone begleiten lassen. Bei Bedarf passen die NSL-Fachkräfte aus der Ferne auf. Im Notfall kann man geortet werden und erhält die erforderliche Hilfe.

Den KeyFob entwickelte der Sicherheitsanbieter, weil sich die Kunden zusätzlich zur Notfallhilfe für zuhause und unterwegs gewünscht hatten, dass Senioren oder gehbehinderte Menschen einen SOS-Knopf direkt am Körper tragen können. Mit der SOS-Taste an der Mini-Fernbedienung sind sie bei einem drohenden Infarkt, nach einem Sturz oder sonstigen Notfall gewappnet und können sich im Handumdrehen mit der Verisure Alarmzentrale in Verbindung setzen, die für alles Weitere sorgt.

Ältere Menschen mit ihren besonderen Bedürfnissen im Blick

„Wir von Verisure wollen, dass sich alle Menschen sicher fühlen; und damit meinen wir speziell auch ältere Menschen, die in puncto Sicherheit besondere Bedürfnisse haben, häufig jedoch weniger technikaffin sind. Daher legen wir bei der Entwicklung unserer Produkte großen Wert darauf, dass sie sehr einfach zu bedienen sind“, sagt Alvaro Grande, Geschäftsführer von Verisure Deutschland. „Damit ältere Menschen und der von der UN initiierte Welttag die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen, bieten wir unser persönliches Schutzpaket vom 1. bis 31. Oktober 2021 kostenfrei an.“

Was macht Verisure?

Verisure ist der führende europäische Anbieter von professionell überwachten Hochsicherheits-Alarmsystemen und zertifiziertem Rund-um-die Uhr Fern-Monitoring. Mit durchschnittlich 600.000 Installationen jährlich sorgt Verisure für die Sicherheit von 4 Millionen Kunden in 16 Ländern Europas und Lateinamerikas. Das Unternehmen schützt Privathaushalte und Kleinunternehmern mittels modernster Sicherheitslösungen und verhilft ihnen damit zu einem sorgenfreieren Leben. Verisure ist in vielen Ländern bereits bekannt für seine innovativen Produkte und Dienstleistungen, hohe Kundenorientierung sowie exzellenten Vertriebsleistungen. Auch in Deutschland wächst Verisure trotz der weltweiten Pandemie rapide. Obwohl das Unternehmen hier erst seit Ende 2018 aktiv ist, schützen die Sicherheitsexperten unter der Leitung von Alvaro Grande Royo-Villanova mit mittlerweile über 300 Mitarbeitern bereits mehr als 12.000 zufriedene Kunden in NRW, Hessen, Berlin, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hamburg.

Verisure, das Unternehmen

1988 als Sparte der schwedischen Firma Securitas AB gegründet, wurde Verisure (bzw. Securitas Direct) rasch zum eigenständigen Anbieter erschwinglicher Alarmanlagen für Privathaushalte. 1993 kam das live-Monitoring, also die Rund-um-die Uhr-Überwachung durch Mitarbeiter der eigenen Notruf- und Serviceleitstellen hinzu. 1996 wurde das Angebot auf Kleinunternehmen ausgeweitet. Seit den 1990er Jahren expandiert die Verisure Gruppe mit Hauptsitz in Genf in Europa sowie in Latein- und Südamerika. Das globale Unternehmen geführt von CEO Austin Lally tätigt heute rund 600.000 Installationen im Jahr, beschäftigt über 17.000 Mitarbeiter und schützt insgesamt über 4 Millionen Kunden in 16 Ländern, darunter Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Niederlande, Belgien, Großbritannien, Spanien, Portugal, Frankreich, Italien und Deutschland.

Was bedeutet Verisure?

„Veri“ kommt von Verifizieren. Damit ist gemeint, dass die VdS-zertifizierten Fachkräfte der hauseigenen 24/7 Notruf- und Serviceleitstelle in Ratingen bei eingehenden Signalen des Hochsicherheits-Alarmsystems überprüfen, ob es sich um einen Fehlalarm oder einen Notfall handelt. Bei letzterem werden sofort Polizei, Rettungskräfte und Wachdienst eingeschaltet und bei Bedarf der nebelartige ZeroVision® Sichtschutz ausgelöst. Das „Sure“ steht für Zuverlässigkeit, Sicherheit und den von Verisure gewährten Rundum-Schutz.

Web: verisure.de

Aktionswoche gegen Lebensmittel verschwendung: Ernährungsindustrie spendet LKW-Kühlaufleger an die Tafel Sachsen-Anhalt

Berlin/Zerbst (ots) Gestern übergab die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungswirtschaft (BVE) im Beisein von Sozialministerin Petra Grimm-Benne einen Kühlcontainer an den Landesverband der Tafel Sachsen-Anhalt. Die Übergabe fand im Vorfeld der bundesweiten Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung statt.

DEU, Deutschland, Zerbst/Anhalt, Fläminger Entenspezialitäten GmbH, 27.09.2021: Spendenaktion für die Tafel (Spendenübergabe eines LKW-Kühlauflegers an die Zerbster Tafel). [Foto: Dietmar Gust für die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V.; Mobil: +49 (0)172 3016574; www.gustfoto.com

Die Teilnahme von Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, an der Spendenübergabe zeigt, wie wichtig die Themen Ehrenamt und Lebensmittelwertschätzung sind.

Spender, Empfänger und Politik vor dem Kühlaufleger (von links nach rechts): Jan Böhm, Geschäftsführer Wikana, Andreas Steppuhn, Vorsitzender der Tafel Landesverbands Sachsen-Anhalt, Ute van Tulden, Gründerin der Zerbster Tafel, Holger Franke, Tafel Magdeburg und Logistik, Andreas Dittmann, Bürgermeister Zerbst, Michael Bügener, Geschäftsführer Fläminger Entenspezialitäten, Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Oliver Kölsch, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie. DEU, Deutschland, Zerbst/Anhalt, Fläminger Entenspezialitäten GmbH, 27.09.2021: Spendenaktion für die Tafel (Spendenübergabe eines LKW-Kühlauflegers an die Zerbster Tafel). [Foto: Dietmar Gust

Die Ministerin dankte den beteiligten Unternehmen für die großzügige Unterstützung der Tafeln. „Die Tafeln retten Lebensmittel – und sie geben Lebensmut. Jahr für Jahr werden in Deutschland Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, obwohl viel davon noch genießbar ist. Die Tafeln machen sich gegen diese Lebensmittelverschwendung stark. Sie sammeln und verteilen, und sie helfen damit vielen finanziell benachteiligten Menschen. Das Engagement der Ehrenamtlich kann gar nicht hoch genug bewertet werden.“

Die Ernährungsindustrie kooperiert seit langem mit den Tafeln und anderen Organisationen, um Lebensmittelverluste zu reduzieren. „Die Großspenden aus der Industrie übersteigen oft unsere Lagerkapazitäten“, sagt der Vorsitzende der Tafeln Sachsen-Anhalt, Andreas Steppuhn. „Durch den neuen LKW-Kühlaufleger können wir in Zukunft auch größere Spenden kühlpflichtiger Waren bis hin zu Tiefkühlkost annehmen und zwischenlagern. Das ist eine wirklich gute Sache.“

Für die Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie gehört Vermeidung von Lebensmittelabfällen längst zur DNA der Lebensmittelhersteller. „Wir suchen immer nach neuen Wegen, um gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, mit der Politik und allen Partnern in der Wertschöpfungskette Lebensmittelverluste so gering wie möglich zu halten“, sagt Olivier Kölsch, Geschäftsführer der BVE. „Mit der Spende eines Kühlauflegers können wir praxisnah und unbürokratisch einen Beitrag leisten, dass noch mehr Lebensmittel gerettet und Menschen mit hochwertigen Produkten versorgt werden.“

Auch die Zerbster Kindertafel wurde mit Unterstützung der Kita Benjamin Blümchen bei der Gestaltung des Kühlauflegers kreativ eingebunden und konnte die Außenfläche mit selbst gemalten Bildern gestalten. Schließlich sollen schon die Jüngsten für das Thema Lebensmittelverschwendung sensibilisiert werden.

Unterstützt wurde die Spendenaktion durch Produktspenden der Unternehmen Coca-Cola, Danone, Dr. Oetker, Fläminger Entenspezialitäten, Kuchenmeister, Pepsi und Wikana.

„Wir danken der Tafel Sachsen-Anhalt und den beteiligten Unternehmen für die tolle Zusammenarbeit und freuen uns, dass wir anlässlich des Internationalen Tages des Bewusstseins für Nahrungsmittelverluste und -verschwendung sowie der Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung in Deutschland gemeinsam ein Zeichen setzen konnten“, so Olivier Kölsch.

Die Ernährungsindustrie ist mit einem jährlichen Umsatz von 185 Mrd. der viertgrößte Industriezweig Deutschlands. Über 610.000 Beschäftigte in 6.100 Betrieben versorgen die Verbraucher mit hochwertigen und preiswerten Lebensmitteln. Dabei ist die Branche klein- und mittelständisch geprägt: 90 Prozent der Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie gehören dem Mittelstand an. Die Exportquote von 33 Prozent zeigt, dass Kunden auf der ganzen Welt die Qualität deutscher Lebensmittel schätzen.

www.ernaehrungsindustrie.de

Bürgerdelegation Sachsen-Anhalt: „Mit alten Menschen zusammen zu sein, ist keine Arbeit – das ist nur Freude“

Halle (S.) (ots) Dorothee Kleemann (73) lebt seit über dreißig Jahren in Halle (S.). Beinahe ihr ganzes Leben hat die 73-Jährige als Physiotherapeutin gearbeitet – als sie 2009 in den Ruhestand ging, wollte sie die Arbeit mit Menschen nicht aufgeben. Ehrenamtlich engagiert sie sich als Seniorenbesucherin. Dazu unterstützt sie seit Projektstart die Initiative „KlingelZeichen“, die junge und ältere Menschen zusammenbringt. Als Dankeschön für ihren gesellschaftlich wertvollen Beitrag wurde sie vom Land Sachsen-Anhalt zum Teil der diesjährigen Bürgerdelegation ernannt. Als sie von ihrer Wahl erfuhr, saß sie gerade im Zug, auf der Rückfahrt von einem Besuch bei ihren Enkeln in Tübingen.

Bürgerdelegation Sachsen-Anhalt Dorothee Kleemann: „Mit alten Menschen zusammen zu sein, ist keine Arbeit – das ist nur Freude“ // (c) Staatskanzlei / Daniel Baumann / Bürgerdelegation Sachsen-Anhalt: „Mit alten Menschen zusammen zu sein, ist keine Arbeit – das ist nur Freude“

Ich hatte mir den Brief der Staatskanzlei als Lektüre mitgenommen. Ich dachte, dass ich im Zug ja genug Zeit zum Lesen habe. Aber dass es sich um so eine schöne Überraschung handeln würde, damit hätte ich nicht gerechnet. Und als ich dann das Programm gesehen habe, das uns am Festtagswochenende erwartet, da war ich echt baff. Ich freue mich wahnsinnig, dass ich den Delegationen aus ganz Deutschland unser schönes Bundesland und meine Heimat Halle (S.) zeigen kann. Wenn ich so auf mein Leben zurückblicke, dann hätte ich das wirklich kaum für möglich gehalten – ich komme gebürtig ja aus dem Westen.

Ich war fünf Jahre alt, als meine Mutter mit mir von Hamburg nach Erfurt zog. Wir hatten zuvor schon in München und Wiesbaden gewohnt. Für sie hatte es sich beruflich angeboten, für mich war es einfach schön, näher an meinen Großeltern zu sein. Und eigentlich wollten wir schon wieder in den Westen zurückgehen, meine Mutter und ich. Wir hatten auch schon ein Zugticket – am 13. August 1961 hätte es losgehen sollen. Aber dann kam der Mauerbau dazwischen und wir konnten nicht mehr ausreisen.

Anfangs war ich traurig darüber, weil ich mich nicht mehr so frei bewegen konnte, wie ich wollte. Über die Tragweite des Mauerbaus war ich mir damals noch nicht bewusst – nur, dass es wohl doch nicht zu den Verwandten in den Westen geht. Meine Mutter war nie so richtig konform mit dem DDR-Staat. Ich wurde zum Beispiel auch kirchlich erzogen, habe keine Jugendweihe bekommen. Damit bin ich im Osten natürlich immer angeeckt. Auch deswegen würde ich den Einheitstag, oder sagen wir die Grenzöffnung, als großes Geschenk in meinem Lebensweg betrachten: Endlich wieder frei reisen, gehen, wohin man will, meine Verwandten und Freunde im Westen wiedersehen – privat und politisch also ein unfassbar wichtiges Ereignis für mich.

Ich saß am Abend des 9. Novembers 1989 mit Freundinnen zusammen. Um Mitternacht klingelte dann der Mann einer Freundin an der Tür. Er ist fast die Treppe herauf gepurzelt, so aufgeregt war er. Ob wir es nicht mitbekommen haben, hat er uns gefragt. Aber wir hatten den ganzen Abend nur gequatscht und keine Nachrichten gehört. Wir haben uns direkt ins Auto gesetzt und sind an die Grenze gefahren. Wir standen 14 Stunden im Stau, bis wir endlich drüben waren. Wir wollten irgendwo im Harz übernachten, aber alle Hotels waren ausgebucht. Dass wir ein bisschen verzweifelt waren, hat ein Pärchen mitbekommen, das neben uns am Tisch im Restaurant saß – und hat uns einfach zu sich nach Hause eingeladen. An dem Abend haben wir Freunde fürs Leben gefunden, noch jetzt stehen wir in engem Kontakt.

Heute würde ich sagen, dass die Wiedervereinigung das einzig Wahre für die Deutschen war. Auch wenn ich denke, dass noch mehr daraus hätte gemacht werden können. Aber die ideelle Freiheit, die die deutsche Einheit mit sich brachte, wo man ohne vorgehaltene Hand seine Meinung sagen kann – das ist etwas ganz Wertvolles.

Ich bin mir sicher, dass mein Leben ganz anders verlaufen wäre, wenn unsere Ausreise in den Westen damals geklappt hätte. Aber dann hätte ich sicher auch nie meinen Mann kennengelernt, wir hätten unsere Kinder nie bekommen. Ich kann sagen, ja ich habe wirklich meinen Frieden geschlossen mit der DDR.

Seit 1981 lebe ich nun schon in Halle (S.), vorher habe ich in Merseburg und Halberstadt gewohnt. Sachsen-Anhalt ist meine Heimat, auch wenn ich nicht hier geboren bin. Ich verbinde einfach unglaublich viel mit der Stadt. Die Freunde, die ich seit dreißig Jahren habe, das kulturelle Leben, das mein Mann und ich hier in Halle genießen. Es gibt einfach so viele schöne Flecken, die das ganze Bundesland zu bieten hat, die Landschaft und vielen Burgen finde ich einfach toll. Ich bin hier zuhause und würde auch nicht mehr weggehen wollen.

Und ich freue mich darauf, dass die anderen Bürgerdelegationen dieses schöne Bundesland kennenlernen. Überhaupt der Austausch, in den wir treten werden, empfinde ich als große Bereicherung. Wie sie zu ihrem Ehrenamt gekommen sind, in welchen Projekten sie sich engagieren, das interessiert mich besonders. Vielleicht können wir ja auch noch ein bisschen Werbung machen fürs Ehrenamt – ich bin ja nur stellvertretend dabei für so viele Menschen, die jeden Tag Gutes tun. Das kann gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen.

Alle Infos und weiterführende Inhalte finden Sie auf der Homepage zum Tag der Deutschen Einheit (https://tag-der-deutschen-einheit.de) und auf den Kanälen der Sozialen Netzwerke Facebook, Instagram, YouTube und Twitter. #TDE2021