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Rund 400 Kinder- und Puppenwagen auf 3 Etagen im Deutschen Kinderwagenmuseum in Zeitz

Das Deutsche Kinderwagenmuseum, welches sich im Schloss Moritzburg Zeitz befindet, erzählt die Geschichte des Kinderwagenbaues von ihren Anfängen in den 1840-er Jahren bis heute mit wertvollen Ausstellungsstücken, digitalen, interaktiven und museumspädagogischen Angeboten.

Foto: Stadt Zeitz / Lars Werner

Die in zwei Abschnitte unterteilte Ausstellung präsentiert im ersten Teil die Historie der Kinderwagen von 1846 bis zum 2. Weltkrieg. Im zweiten Teil eröffnet sich die spannende Geschichte des VEB Zekiwa und der Zekiwa GmbH. Die neuesten Modelle von ZEKIWA finden hier ebenso ihren Platz, wie die „Exoten“ der Sammlung.

Sie ist mit mehr als sechshundert Kinder-, Sport- und Puppenwagen einmalig in Europa.

Foto: Stadt Zeitz / Lars Werner

Doch auf der Ausstellungsfläche können lange nicht alle Exponate, die sich in den Händen des Museums befinden, gezeigt werden. Sozusagen im Depot warten weitere Ausstellungsstücke auf neugierige und begeisterte Fans. Damit auch diese zukünftig dauerhaft gezeigt werden können, arbeiteten Museum und Denkmalschutz eng zusammen, um die Räumlichkeiten des alten Tanzsaales zu sanieren, so dass dieser in seiner ursprünglichen Form im neuen Glanz erstrahlen kann. Die Maßgabe bestand darin, die Räumlichkeiten für die Nutzung als Schaudepot mit 3 Lastwagen großen Vitrinen, mit den Maßen 13,25 Meter Länge × 3,95 Meter Breite × 3,75 Meter Höhe,  als Herzstücke dem Publikum zugänglich machen zu können.

Der Weg dorthin gestaltete sich beschwerlich, führte über viele kleine und große Anstrengungen jedoch zum Ziel. So begann die Planung für das Vorhaben bereits im Jahr 2014.

Foto: Stadt Zeitz / Lars Werner

Nach Untersuchung der Bausubstanz wurde 2018 die Projektskizze bei den Fördermittelgebern eingereicht, welche im Oktober 2019 mit dem Fördermittelbescheid, den Start des Vorhabens einläuteten.  Ein paar Monate später begann mit der großflächigen statischen Ertüchtigung der Baubeginn in der ehemaligen Residenz der Herzöge. Nach Fertigstellung der Räume inklusive dezentem Farbkonzept, begann mit Beginn des Jahres 2024 der Einbau der drei großen Vitrinen und die Auswahl der Ausstellungsstücke. Nach Fertigstellung und kleineren Nacharbeiten konnte das Schaudepot im Schloss Moritzburg am Freitag, den 28. Juni 2024 im Beisein von Oberbürgermeister Christian Thieme und Landrat Götz Ulrich eröffnet werden und kann ab sofort von allen Museumsfreunden, Kinderwagenfans, Interessierten und Gästen, zu den Öffnungszeiten des Museums, besichtigt werden.

Foto: Stadt Zeitz / Lars Werner

Um den Besucherinnen und Besuchern zukünftig noch mehr Exponate des Sammlungsbestandes des Deutschen Kinderwagenmuseums zeigen zu können, wurde für das einzigartige Schaudepot eine Summe von rund 871.000,00 € investiert. Für die Ertüchtigung des 2. OG im Nordflügel des Hauses und den Bau der dreistöckigen Vitrinen wurden rund 754.000,00 Euro über den Bund und die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW-Förderung) gefördert. Der 10%ige Eigenanteil in Höhe von rund 83.800,00 Euro, steuerte der Burgenlandkreis über die Eigenanteilsfinanzierung und weitere 17.300,00 Euro über die Kulturförderung, bei, wofür ich Landrat Götz Ulrich nochmals danken möchte. So konnten mit zusätzlichen Landesmitteln in Höhe von 12.450,00 Euro auch ein Archivschrank eingebaut und die Wandtafeln hergestellt werden. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich das Vorhaben in den letzten Jahren entwickelt hat und umgesetzt wurde. Wir sind stolz darauf einen weiteren Meilenstein in und für Zeitz präsentieren zu dürfen und laden alle Interessierten recht herzlich ein, dieses Kleinod der Geschichte zu besuche“,

so Oberbürgermeister Christian Thieme bei der Eröffnung.

Ein Archivschrank rundet die Ausstellung, in dem es Puppen und Teddys, Kinderwagenprospekte und Brettspiele, Schulranzen und Schiefertafeln zu bestaunen gibt. Mit dieser bunten Auswahl an Sammlungsstücken will man den Blick des Besuchers dafür öffnen, welche Sammlungsbereiche im Haus sich noch mit dem Thema Kindheit beschäftigen – und natürlich will man de Besuchern etwas anbieten, das die Phantasie anregt und ihn an die eigene Kindheit zurückdenken lässt.

https://www.zeitz.de

Magdeburg – Zeitreise in das 16. Jahrhundert für Kinder ab acht Jahren

Ferien-Druckerwerkstatt in der Stadtbibliothek

Auf eine Zeitreise ins 16. Jahrhundert entführt die Stadtbibliothek jetzt immer montags neugierige Ferienkinder mit ihrer Druckerwerkstatt.

An der annähernd 500 Kilogramm schweren originalgetreu nachgebauten Gutenberg-Druckerpresse können bereits Kinder ab acht Jahren Buchseiten wie zu Luthers Zeiten selbst herstellen.

Die Druckerwerkstatt zählt zum vielfältigen Ferienangebot der Stadtbibliothek und hat in diesem Jahr den besonderen Reiz, dass vor genau 500 Jahren die Reformation Magdeburg erreichte. Für die Verbreitung des neuen Glaubens waren die hier an der Elbe verfassten und gedruckten religiösen Schriften von größter Bedeutung. In der Druckerwerkstatt werden passend dazu die Titelseiten von drei religiösen Büchern aus dem 16. Jahrhundert von den Teilnehmer*innen des Workshops nachgedruckt, die dabei ebenso spannende Details über die Arbeit in den Druckerwerkstätten erfahren wie einen kurzen Überblick über die frühe Reformationszeit in Magdeburg. Die auf hochwertigem Büttenpapier erstellten Drucke können anschließend mit nach Hause genommen werden.
Spielerisch ergänzt ein Linoldruck-Stand vor dem Druckerkabinett das Angebot, wo Einhörner, Drachen, Senseis und Bücherwürmchen darauf warten, in bunten Farben gedruckt zu werden.
Alle Kinder im Alter ab acht Jahren sind herzlich zur Druckerwerkstatt der Stadtbibliothek in den Sommerferien eingeladen, die am 15., 22. und 29. Juli jeweils vormittags von 10 Uhr bis 12 Uhr sowie nachmittags von 15 Uhr bis 17 Uhr ihren Betrieb aufnimmt. Um eine Anmeldung vorab wird unter der Telefonnummer 0391 540 4857 oder per E-Mail an die Adresse webteam@stadtbibliothek.magdeburg.de gebeten. Der Eintritt ist frei.

URL: http://www.magdeburg.de

Sommermarkt auf der Wasserburg Egeln

Am Sonntag, dem 14. Juli, verwandeln sich Unter- und Oberburg der Wasserburg Egeln wieder in einen großen Marktplatz.

Bis 15:00 Uhr werden sich Direktvermarkter aus ganz Sachsen-Anhalt mit ihren Produkten präsentieren und zum Kosten und Kaufen einladen.

Kräutertöpfe, frisches vor Ort gebackenes Brot, Wurstwaren von Schwein und Pferd, Konfitüren, Eier, Senf, Obst, Gemüse, Blumen, Honig,

Käse von Ziege, Schaf und Kuh, Lamm und Wild, frisch geräucherter Fisch sowie Hüte & Mützen. Bürstenmacher und Schmied präsentieren historisches Handwerk. Die Töpfergruppe des Förderverein Wasserburg zeigt seine neuesten Kreationen und bietet auch zum Verkauf an.

Ebenso hat das Egelner Museum mit seinen vielfältigen Ausstellungen geöffnet und lädt zur Erkundung „Vom Burgverlies bis zum Bergfried“ ein. In der kleinen Galerie ist letztmalig die Sonderausstellung „Emaille in vielerlei Form“ von Dietmar Sauer aus Magdeburg zu sehen.


Die Burgpuppenbühne spielt um 11:00, 12:00 und 13:00 Uhr für kleine und große Besucher das Stück „Kasper turnt sich fit“. Auch das Mittagessen brauchen Sie an diesem Tag nicht selbst zu kochen den am Vereinshaus des Förderverein Wasserburg gibt es Kaffee, Kuchen und auch deftiges vom Grill. 

Uwe Lachmuth
Museumsleiter
Wasserburg Egeln,
Wasserburg 6,
39435 Egeln
Tel. 039268- 32 194

Siegtor des Halberstädters Jürgen Sparwasser im Museum Halberstadt

Die Nationalmannschaft der DDR siegte in der ersten Finalrunde der Fußballweltmeisterschaft 1974 mit 1:0 durch Jürgen Sparwasser gegen die Mannschaft der Bundesrepublik.

Der Treffer des gebürtigen Halberstädters, der bis 1963 bei BSG Lokomotive Halberstadt und dann beim 1. FC Magdeburg spielte, sorgte für einen der größten Momente des deutschen Fußballs. Das Bruderduell bei der WM am 22. Juni 1974 war das einzige A-Länderspiel, das jemals zwischen den beiden Staaten ausgetragen wurde.

Laut Franz Beckenbauer, damaliger Kapitän in der BRD-Elf, war dieses Duell und der Sieg der DDR-Mannschaft mit entscheidend für einen Weckruf seiner Mannschaft und den wenig später erreichten 2. WM-Titel der BRD-Auswahl.

Anlässlich des 50. Jahrestages dieses Sieges der DDR-Elf bei der Fußballweltmeisterschaft im Hamburger Volksstadion hat das Team des Städtischen Museum am Domplatz 36 die Foyer-Vitrine umgestaltet. Dort sind ab dem 21. Juni 2024 bis Ende September 2024 nun zahlreiche Original-Dokumente und -objekte zum Fußballclub BSG Lokomotive und Jürgen Sparwasser, u.a. leihweise überlassen von Bernd Waldow vom Fanshop des VfB Germania, zu sehen.

Die Besichtigung dieser Vitrine im Museumsfoyer am Domplatz 36 ist kostenfrei Dienstag bis Sonntag zwischen 13-17 Uhr möglich.

https://www.museum-halberstadt.de

Himmelsscheiben Wochen – das Sommerferien Programm der ArcheNebra vom 1. bis 12. Juli

Der Sommer kommt – und bald sind schon wieder große Ferien.
In den ersten beiden Juliwochen finden deshalb wieder die „Himmelsscheibenwochen“ statt, das beliebte Ferienprogramm der Arche Nebra.

Vom 1. bis 12. Juli gibt es von Montag bis Freitag
jeden Tag neue spannende Mitmach-Angebote für Kinder.

Am 6. und 7. Juli ist darüber hinaus Archäotechniker und Schmied Frank Trommer zu Gast in der Arche Nebra und bietet zwei Workshops zum prähistorischen Bronzeguss und Feuermachen an.

Das diesjährige Ferienangebot der Arche Nebra läuft wieder über zwei Wochen:

  • bis 12. Juli 2024 haben Kinder bis 16 Jahre freien Eintritt.
    Darin enthalten ist neben der Dauerpräsentation auch die Planetariumsshow sowie unsere aktuelle Sonderschau in
    Form der Virtual-Reality-Experience »Die Himmelsscheibe von Nebra – eine virtuelle Reise«. Darüber hinaus gibt es von Montag bis Freitag zwischen 10 und 16 Uhr täglich wechselnde Mitmachangebote:
  • Montag 1.7 und 8.7. | 10–16 Uhr | Himmelsscheibe aus Zinn
    Wir eifern den Metallurgen der Bronzezeit nach und gießen kleine Himmelsscheiben aus Zinn. Der Vorteil: Zinn lässt sich bei niedrigeren Temperaturen schmelzen. Für den Guss von Bronze bräuchte es mehr als 1000 °C!
  • Dienstag 2.7. und 9.7. | 10–16 Uhr | Sonnenbilder
    In Skandinavien hielten die Menschen der Bronzezeit fantastische Geschichten und mythologische Vorstellungen in Form von großen Felsbildern fest. Ihr orientiert Euch an diesen Vorbildern und bannt Sonnenpferde, Schiffe oder andere typische Ornamente auf
    lichtempfindliches Papier. Die Sonne bringt eure Bilder dann zum Vorschein!
  • Mi 3.7. und 10.7. | 10–16 Uhr | Schmück dich!
    Aus Draht werden Ketten, Anhänger oder Ohrringe nach bronzezeitlichen Vorbildern angefertigt. Den jüngeren Kindern helfen die pädagogischen Mitarbeiterinnen der Arche Nebra bei der anspruchsvollen Arbeit mit Zange und Draht. Dabei kann jeder seine ganz eigene Spiralschmuckkreation entwickeln.
  • Do 4.7. und 11.7. | 10–16 Uhr | Sonnenschiff und Himmelspferd
    Mit dem Abreiben der skandinavischen Felsbildmotive mittels Frottagetechnik probieren die Teilnehmer eine typische Dokumentationstechnik der bronzezeitlichen Felsbilder aus.
    Das am »Felsbild-Modell« entstehende Bild darf natürlich als Erinnerung behalten werden.
  • Fr 5.7. und 12.7. | 10–16 Uhr | Sternensucher
    Sternbilder und Tierkreiszeichen und die Frage, die bereits seit der Antike die Menschen beschäftigt: Was steht in den Sternen? Lerne die Sternbilder kennen, und stelle dein eigenes Tierkreiszeichen her.
    Dauer aller Aktionen: 1 Stunde

  • Empfohlen ab 8 Jahren
    Kosten: 5,00 € pro Teilnehmer
  • Für die Mitmach-Angebote ist eine Anmeldung erforderlich
    Information und Anmeldung:
    Sarah Jäger
    T: 034461-255213
    aktiv@himmelsscheibe-erleben.de
  • Experimental-archäologische Workshops zum Bronzeguss & Feuermachen mit Frank Trommer Wer sich der Lebenswelt unserer Vorfahren schon immer mal auf einer ganz praktischen
    Ebene nähern wollte, der ist in den experimental-archäologischen Workshops von Frank Trommer bestens aufgehoben. Der aus dem Schwarzwald stammende Damast-Schmied und Denkmalpfleger ist bereits seit über 30 Jahren auf dem Gebiet der experimentellen
    Archäologie tätig und arbeitet seitdem mit zahlreichen Museen und Universitäten zusammen. Bei seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf die Anwendung und Weiterentwicklung historischer handwerklicher Techniken. Mit seinem Team rekonstruiert und demonstriert er die beeindruckenden Fähigkeiten früherer Schmiede und Gießer. In
    Vorführungen und Nachbauten erweckt Trommer das handwerkliche Können vergangener Zeiten zu neuem Leben.
  • Am Wochenende des 6. und 7. Juli ist Frank Trommer zu Gast in
    der Arche Nebra und bietet zwei Workshops an:

    Sa 6.7. | 10–18 Uhr
    Bronzeguss. Ganztages-Workshop
    Fertigung eines Werkstückes aus Bronze: Klinge, Speerspitze oder Gewandnadel. Nach dem Gravieren der steinernen Gussform wird mit der 1000 °C heißen Kupfer-Zinn- Legierung gegossen. Jedes Stück ein Unikat!
    Für Erwachsene oder Kinder ab 10 Jahren in Begleitung
    Kosten: 99,00 €, 89,00 € ermäßigt
  • So 7.7. | 10, 12 und 14 Uhr
    Feuermachen. 2-Stunden-Workshop
    Entdeckung und Bedeutung des Feuers für die Menschen. Vorstellung und praktisches Ausprobieren der verschiedenen Arten des Feuermachens sowie von historischen »Feuerzeugen«.
    Empfohlen ab 8 Jahren
    Kosten: 15,00 €, 10,00 € ermäßigt
  • Für die Workshops ist eine Anmeldung erforderlich
    Information und Anmeldung:
    Sarah Jäger
    T: 034461-255213
    aktiv@himmelsscheibe-erleben.de
    Weitere Infos zu Frank Trommer unter:
    https://www.trommer-archaeotechnik.de/index.html

Kulturbetriebe Burgenlandkreis GmbH c/o
Arche Nebra
Kontakt: Dr. Doris Wollenberg
T: 034461 255220 • wollenberg@himmelsscheibe-erleben.de

https://www.himmelsscheibe-erleben.de

Drohnenflugfoto.de – Burg Falkenstein über dem Selketal im Harz

Die Burg Falkenstein ist eine hochmittelalterliche Höhenburg im Harz. Sie gehört zum Ortsteil Pansfelde der Stadt Falkenstein/Harz, Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt, Deutschland. Die Grundanlage wurde um die Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet.

Im 12. Jahrhundert ließen die Herren von der Konradsburg über der Selke einen neuen, namengebenden Stammsitz errichten: die Burg Falkenstein. Mit ihren wehrhaften Mauern und dem darüber thronenden Bergfried bietet sie ein eindrucksvolles Panorama. Der Falkenstein ist die am besten erhaltene Burg im Harz.

Foto: DPWA.de

1437 übertrug der Bischof von Halberstadt den Falkenstein an die Herren von der Asseburg. Deren Bautätigkeit formte das heutige Bild der Burg. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts öffnete Busso II. die Anlage für die romantischen Wanderer, die im Falkenstein eine ideale Ritterburg sahen. 1840 erlangte Ludwig I. die Würde eines Grafen von der Asseburg-Falkenstein.

https://www.burg-falkenstein.de

Öffentliche Führungen auf der Wasserburg Egeln und in Klosterkirche

Die Wasserburg in Egeln ist heute das kulturelle Zentrum der Region und Austragungsort von Veranstaltungen aller Art. In früheren Zeit hatte sie aber noch größere Bedeutung und erlebte solch hohe  Besucher wie Königin Luise von Preußen, General Blücher, General Bernadotte oder den schwedischen Generalfeldmarschall Johan Banér.

Was sich sonst noch dort im laufe der Geschichte abspielte kann man bei einer Führung erleben bei der der Museumsleiter Uwe Lachmuth in seiner Rolle als Burgherr Otto von Hadmersleben näheres über Gebäude, Funktion und Bewohner erzählt.

Die Führung beginnt am Sonntag den 7. Juli um 14:00 Uhr im Torhaus der Burg und dauert ca eine Stunde. Anschließend kann das umfangreiche Museum vom Burgverlies bis zum Bergfried besichtigt werden. In der kleinen Galerie ist nochmals die Ausstellung des Magdeburger Emaillekünstler Dietmar Sauer zu sehen.

Vor der Führung ist bereits ab 13:00 Uhr das Atelier des Maler und Grafiker Klaus Gumpert geöffnet wo man nicht nur seine Bilder anschauen kann sondern auch besondere Musikinstrumente und historische Möbel.

Die damaligen Burgherren Otto von Hadmersleben und seine Gemahlin Jutta von Blankenburg stifteten 1259 in ihrer Stadt Egeln das Kloster Marienstuhl dessen 1734 erbaute Klosterkirche zu den schönsten Barockkirchen Sachsen-Anhalts zählt.

Seit dem Klosterjubiläum, 750 Jahre Marienstuhl, gibt es hier ein bedeutendes Klostermuseum.

Auch hier werden an diesem Sonntag 7. Juli um 11:00 Uhr und um 16:00 Uhr Führungen angeboten.

Führungen zu anderen Zeiten können für Gruppen ab 8 Personen telefonisch über das Museum Egeln Tel. 039268 32 194 gebucht werden. 

Uwe Lachmuth
Museumsleiter

Wasserburg Egeln,
Wasserburg 6,
39435 Egeln
Tel. 039268- 32 194

Spektakulärer Ankauf ostdeutscher Kunst durchdie Ostdeutsche Sparkassenstiftung für dasKunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) präsentiert den weitreichendsten Sammlungszuwachs seit 1990: Zusammen mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Saalesparkasse ist es gelungen, eine bedeutende Erweiterung der Sammlung ostdeutscher Kunst über 1990 hinaus zu erreichen.

Foto: Stadt Halle Saale

Insgesamt 91 Werke konnten aus der privaten Sammlung Scarselli erworben werden. 32 Gemälde, 12 Plastiken, 12 Aquarelle und Gouachen, 19 Zeichnungen sowie 16 Grafiken vornehmlich ostdeutscher Künstlerinnen und Künstler, darunter Elisabeth Ahnert, Theo Balden, Fritz Cremer, Konrad Henker, Heinz Plank, Wolfgang Peuker, Uwe Pfeifer, Theodor Rosenhauer, Horst Sakulowski, Volker Stelzmann und Baldwin Zettl, prägen das Profil der Kollektion. Die Werke stammen aus der Sammlung Scarselli, deren Kernbestand nach dem Tod des Sammlers zum Kauf stand. Das Besondere dieses Konvoluts ist, dass es nahezu passgenau auf die Lücken der bis 1990 aufgebauten Sammlung des Museums zugeschnitten wurde. Der zu Lebzeiten in Weimar ansässige Unternehmer und Sammler erwarb, kuratorisch beraten durch den Galeristen Klaus Hebecker und die Kunsthistorikerin Susanne Hebecker, handverlesen Arbeiten, die den Bogen der Museumssammlung über 1990 hinaus fortspannen und die Dokumentation der Entwicklung einzelner Œuvres von Künstlerinnen und Künstlern ergänzen, fortschreiben und abrunden. Mit dem Erwerb dieses Konvoluts erfährt der Bestand ostdeutscher Kunst seine bedeutendste Weiterentwicklung seit mehr als 30 Jahren. 48 der insgesamt 91 Werke, mithin 53 % des Konvoluts, entstanden in den zurückliegenden drei Jahrzehnten. Die älteste Arbeit schuf Alexander Olbricht um 1908 (evtl. 1912), 14 Arbeiten entstanden zwischen 1927 und 1945, 28 Arbeiten zwischen 1946 und 1989 sowie 48 Arbeiten nach 1990.


„Ein Weg zum Verständnis der Menschen in Ostdeutschland und ihrer Geschichte führt über ostdeutsche Kunst. Mit diesen Förderungen in diesem Bereich will die Ostdeutsche Sparkassenstiftung dazu beitragen, die Werke ostdeutscher Künstlerinnen und Künstler im gesamt deutschen Kontext langfristig sichtbarer zu machen. Daher ist es uns gemeinsam mit der Saalesparkasse so wichtig gewesen, den Ankauf der Sammlung Scarselli zu ermöglichen. Lücken im Museumsbestand können auf diese Weise geschlossen und wichtige Positionen ostdeutscher Künstlerinnen und Künstler dauerhaft gezeigt werden.“
Patricia Werner
Geschäftsführerin der
Ostdeutschen Sparkassenstiftung

„Diese Erweiterung unserer Sammlung ist in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen. Unsere Sammlungspräsentation ‚Wege der Moderne‘ endet derzeit mit dem Jahr 1990, weil wir danach keine schlüssige Erzählung aus dem Sammlungsbestand heraus anbieten können, denn das konzeptuelle, strategische Sammeln hörte nach der Wiedervereinigung tragischerweise auf. Das ändert sich jetzt und wir können mit einem Schlag die Entwicklung der ostdeutschen Kunst anhand wichtiger Protagonistinnen und Protagonisten, die bereits in der Sammlung vertreten sind, bis in die Gegenwart aufzeigen. Daraus werden sich für das Museum neue Potentiale ergeben und gelingt uns in
einem Segment der Lückenschluss zur Zeitgenossenschaft.“
Thomas Bauer-Friedrich
Direktor des Kunstmuseums
Moritzburg Halle (Saale)

https://www.kunstmuseum-moritzburg.de

1525! Aufstand für Gerechtigkeyt

vom 31. Mai 2024 – 06. Januar 2026

Kirchen, Klöster und Burgen gingen in Flammen auf, als im Jahr 1525 die einfache Bevölkerung gegen ihre geistliche und weltliche Herrschaft aufbegehrte, auch in Mitteldeutschland. Doch wie kam es eigentlich zu diesem Aufstand?

Trailer zur Ausstellung „1525! Aufstand für Gerechtigkeyt“

In der Mitmachausstellung in Eisleben und Mansfeld lässt sich das auf ungewöhnliche Weise nachvollziehen: Ein großes begehbares Spielbrett ermöglicht es den Besucherinnen und Besuchern, in die Rollen der damals Beteiligten zu schlüpfen und die Zeit unmittelbar vor dem Aufstand aus verschiedenen Perspektiven zu erleben.

LutherMuseum Foto: Markus Scholz

Wie hätte man sich selbst entschieden, wenn man zu dieser Zeit, Fürst, Äbtissin, Bürgerin oder „gemeiner Mann“ gewesen wäre? Welche Themen, welche Sorgen und Hoffnungen bewegten die Menschen? Und wie sehr unterschied sich die Welt damals eigentlich von der heutigen? Das lässt sich auch im zweiten Part der Ausstellung in Mansfeld erfahren: Hier taucht man in die Welt des 16. Jahrhunderts ein und kann die Lebenswelten der damaligen Akteure hautnah nachempfinden. Darüber hinaus bietet das umfangreiche Begleitprogramm der Ausstellung den Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit, noch mehr über die historischen Hintergründe zu erfahren. Vorträge, Konzerte, Workshops und viele andere Mitmachangebote ergänzen das Ausstellungserlebnis und ermöglicht es, sich noch intensiver mit der Zeit des Bauernkriegs auseinanderzusetzen.

LutherMuseum Foto: Markus Scholz

Durch die interaktiven Elemente, mit denen die Gäste in die Rolle der damaligen Akteure schlüpfen können, sowie den vielfältigen Rahmenveranstaltungen wird der Bauernkrieg von 1525 auf spielerische Weise lebendig und greifbar. Die Ausstellung bietet die Chance, Geschichte zu erforschen, zu reflektieren und die Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu erkennen.

https://www.luthermuseen.de

Der Deutsche Historische Städteatlas Magdeburg ist da!

Neuerscheinung im Kulturhistorischen Museum vorgestellt

Die Landeshauptstadt Magdeburg ist die erste Großstadt Mitteldeutschlands, für die ein „Deutscher Historischer Städteatlas“ veröffentlicht wurde. Der Atlas zeichnet mit einer Fülle von Karten und Plänen, Fotos und Luftbildern Magdeburgs wechselvolle Geschichte nach. Für das Projekt haben das Stadtarchiv sowie zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eng mit dem Institut für vergleichende Städtegeschichte an der Universität Münster zusammengearbeitet. Heute wurde er im Kulturhistorischen Museum der Öffentlichkeit vorgestellt.

Festungskarten, Ausschnitt: Plan von der Festung Magdeburg. Angefertigt im Frühjahr 1852, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin

Der Deutsche Historische Städteatlas macht Formen der Stadtentstehung und urbaner Raumentwicklung beispielhaft anschaulich. Von den ersten Siedlungen bis in die Gegenwart wird die Entwicklung nach internationalen Standards im Kartenbild visualisiert. Der Atlas umfasst in 26 großformatigen Farbtafeln von Maßen bis DIN A 0 nicht nur historische Stadtpläne, Umlandkarten oder Stadtansichten, sondern auch viele Themen- und Entwicklungskarten sowie ein Textheft mit einem Überblick zu 1.200 Jahren Stadtgeschichte auf dem aktuellen Forschungsstand.

Entwicklung der Stadt, Ausschnitt „historische Sudenburg“

Der Atlas erscheint als Mappe im Großformat von 29 cm x 41 cm für den Buchhandel. Ausgewählte Karten werden außerdem unter www.städtegeschichte.de in einem interaktiven Online-Modul veröffentlicht. Die digitale Aufbereitung macht komplexe Zusammenhänge anschaulich, Überblendungen lassen die Stadtwerdung erkennbar werden. Der Atlas bietet so eine völlig neue visuelle Informationsbasis für Vorhaben der Stadtplanung, aber auch für Schulprojekte, Stadtmarketing oder Info-Apps.

Die Landeshauptstadt Magdeburg ist seit 2021 Partner im Projekt „Deutscher Historischer Städteatlas“, das vom Institut für vergleichende Städtegeschichte an der Universität Münster (IStG) bearbeitet wird. Der 7. Band zur Stadt Magdeburg entstand in enger Zusammenarbeit der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Stadtverwaltung. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Ermittlung von bislang unbekannten Quellen und der wissenschaftlichen Aufbereitung im Kartenbild.

Der Deutsche Historische Städteatlas, Band 7: Magdeburg, kann zum Preis von 44,90 Euro ab sofort im Buchhandel sowie im Museumsladen des Kulturhistorischen Museums erworben werden.

Landeshauptstadt Magdeburg
Bereich der Oberbürgermeisterin
Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Alter Markt 6 – 39104 Magdeburg
Telefon: (03 91) 5 40 27 69 oder -2717
Telefax: (03 91) 5 40 21 27
E-Mail: presse@magdeburg.de
URL: http://www.magdeburg.de

Start des e-Museums Himmelswege

Innovatives Vermittlungsangebot macht Himmelswege online erlebbar

Mit der Himmelsscheibe von Nebra birgt die Sammlung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle (Saale) einen archäologischen Fund von Weltgeltung. Die mehr als 3.600 Jahre alte Bronzescheibe mit Goldapplikationen zeigt die älteste bekannte Darstellung kosmischer Phänomene.

Aufgrund ihrer großen Bedeutung für die Menschheit wurde sie 2013 in das Memory of the World-Register der UNESCO aufgenommen. Nun macht ein neues innovatives Onlinevermittlungsangebot die Himmelsscheibe und ihre Welt online erlebbar. Das eMuseum vereint die fünf Stationen der Tourismusroute Himmelswege im virtuellen Raum. Besucher erhalten eine Fülle an interaktiven Informationen zur Himmelsscheibe im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, zur Arche Nebra, der Dolmengöttin von Langeneichstädt, dem Sonnenobservatorium Goseck und dem Ringheiligtum Pömmelte.

So erreichen Sie uns

Landesmuseum für Vorgeschichte
Richard-Wagner-Straße 9
06114 Halle (Saale)

eMuseum@lda.stk.sachsen-anhalt.de
Telefon: +49 345 5247-30
Telefax: +49 345 5247-351

https://www.emuseum-himmelswege.de

© Pressemitteilung Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

22. Ziegelei- und Feldbahnfest in Westeregeln im Salzlandkreis

am Samstag, 8. Juni 2024, 11.00 – 17.00 Uhr
Eintritt: 1,- Euro Spende oder ein historischer Ziegel

Foto: DPWA.de

Seit altersher wurde in den Steinbrüchen auf dem Westeregelner Kalkberg Gips gewonnen und gebrannt. Im Jahre 1803 kam eine Ziegelei hinzu, die als Rohstoff den Schluffstein des Unteren Buntsandsteins verarbeitete, der in den Tongruben der Ziegelei abgebaut wurde.

Foto:DPWA.de

Die auflässigen Gipsbrüche und Tongruben stellen heute einen interessanten Geotop und zugleich einen der natürlichen Sukzession überlassenen Trocken- und Feuchtbiotop dar, der wegen der Besonderheiten der geologischen Lagerungsverhältnisse und der Gesteinsausbildung für Lehre und Forschung überregionale Bedeutung hat.

Herzlich willkommen zum 22. Ziegelei- und Feldbahnfest in der Alten Ziegelei Westeregeln, Station des Salzländer Kulturstempels!

Foto: Der Verein der Freunde und Förderer der Ziegelei und Gipshütten Westeregeln e.V.
Festprogramm (Programmänderungen vorbehalten)

Ab 11.30 Uhr
Musikalische Unterhaltung mit Jörg Werner (Hecklingen, OT Groß Börnecke)

12.00 Uhr
Offizielle Eröffnung des 22. Ziegelei- und Feldbahnfestes durch Bürgermeister Tim Heberling (Gemeinde Börde-Hakel) und Prof. Dr. Andreas Beaugrand (Alte Ziegelei Westeregeln)

13.00 Uhr
Trommelwirbel der Taiko-Gruppe higashi daiko des HKC Magdeburg-Barleben e.V.

13.30 Uhr
Dance Factory mit Doris Pirwitz (Egeln)

14.00 Uhr
Geländeführung zur Ziegeleigeschichte mit Günter Stock (Westeregeln)

15.00 Uhr
Musikalisches Programm der Kinder aus der Johanniter-Kita Sonnenschein (Westeregeln)

15.30 Uhr
Puppentheater des Fördervereins Wasserburg (Egeln; Zieglerstube)

16.00 Uhr
Geländeführung zur Ziegeleigeschichte mit Günter Stock (Westeregeln)

16.00 – 18.00 Uhr
Motocross-Bikes-Vorführungen und ‑Probefahrten mit Stefanie und Dirk Rudolf und Freunden vom Motorsportclub Westeregeln e.V.

Verkaufs- und Infostände
  • Eisstand der Familie Trostdorf (Unseburg)
  • Bowlestand von Ramona und Hartmut Evert (Tarthun)
  • Informationsstand zum Salzländer Kulturstempel
  • Wildspezialitäten von Mitgliedern der Kreisjägerschaft, organisiert von Pächterobmann Torsten Gohlicke (Westeregeln)
  • Informationsstand des Wolfskompetenzzentrums des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt mit der Sachbearbeiterin Wolfsmonitoring Julia Kamp (Iden)
  • Brauchtumsgruppe Heimatstube Unseburg mit Anja Wunneburg-Kolditz u.a. (Unseburg)
  • Informationsstand des Motorsportclubs Westeregeln e.V.
  • Honig Graf mit Gabriele Graf (Egeln)
  • Büchertisch des dr. ziethen verlages mit Dr. Harry Ziethen (Oschersleben)
  • u.a.m.
Aktionen
  • Ponykutschfahrten mit Familie Bohndorf (Westeregeln)
  • Feldbahnfahrten in der Tongrube mit Rüdiger Hoppe und Siegfried Mayer (Westeregeln)
    (Fahrkarten: Erwachsene: 1,- Euro, Kinder bis 14 Jahren: 0,50 Euro)
  • Hoch über der Ziegelei! Kranfahrten mit Dachdeckermeister Steffen Mund (Kroppenstedt)
    (Fahrkarten: Erwachsene: 1,- Euro, Kinder bis 14 Jahren: 0,50 Euro)
  • Ziegeleimaschinenvorführung mit Rüdiger Hoppe (Westeregeln)
  • Bastelstraße des Kinder- und Jugendfreizeitzentrums Egeln mit Steffen Körtge (Egeln)
  • Torwandschießen, Spielplatz und Minibauwagen für Kinder
Essen und Trinken

ab 12.00 Uhr
Fischbrötchen, Gegrilltes, Wildgulasch, Brote aus dem Backofen und andere Leckereien

ab 14.00 Uhr
Kaffee und Kuchen

Der Verein der Freunde und Förderer der Ziegelei und Gipshütten Westeregeln e.V.

Video360Grad.de – Schloss Bernburg mit Saaleblick im Salzlandkreis

Willkommen bei Video360Grad.de
Schloss Bernburg mit Saaleblick im Salzlandkreis.

Das Schloss Bernburg – auch „Krone Anhalts“ – ist ein Renaissanceschloss in Bernburg (Saale), Sachsen-Anhalt.
Es erhebt sich auf hohen Sandsteinfelsen über dem östlichen Ufer der Saale, an der Stelle einer früheren Furt.

Video360Grad.de
Schloss Bernburg mit Saaleblick im Salzlandkreis.

Die Schlossanlage geht auf eine mittelalterliche Höhenburg zurück und wird von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümer verwaltet. Im Alten Haus und Krummen Haus des Schlosses ist das Museum Schloss Bernburg untergebracht. Die Folterausstellung gewährt Einblick in den finsteren Teil des Mittelalters. Im Johann-Georg-Bau ist die Anhaltische Mineraliensammlung zu besichtigen.

WEB: https://www.kulturstiftung-st.de/burgen-schloesser-dome/schloss-bernburg/

„Glanz und Elend“: Leopold Museum präsentiert erste umfassende Ausstellung in Österreich zur Neuen Sachlichkeit in Deutschland

Die Schau zeigt den kühlen, neusachlichen Blick deutscher Künstler*innen der 1920er- und 1930er-Jahre auf das Leben und den Alltag ihrer Zeit.

BILD zu OTS – https://www.apa-fotoservice.at/galerie/35711 v.li.n.r., S.E. der deutsche Botschafter Vito Cecere und seine Gattin Bettina Bundszus-Cecere, Aline Marion Steinwender (Kuratorin, Leopold Museum), Moritz Stipsicz (Kaufmännischer Direktor, Leopold Museum), Hans-Peter Wipplinger (Direktor, Leopold Museum), Inge Herold (Stv. Direktorin, Kunsthalle Mannheim), Johan Holten (Direktor, Kunsthalle Mannheim), Saskia Leopold (Vorstand, Leopold Museum-Privatstiftung) und museale und private Leihgeber*innen.
Bildrechte: Leopold Museum-Privatstiftung/APA-Fotoservice/Tanzer

Ab 24. Mai zeigt das Leopold Museum erstmals in Österreich eine umfangreiche Überblicksausstellung zur neusachlichen Kunst in Deutschland, jenem Land, in dem sich der Begriff vor rund 100 Jahren etablierte. Die Schau Glanz und Elend. Neue Sachlichkeit in Deutschland präsentiert das Kunstschaffen von Neuer Sachlichkeit und Magischem Realismus anhand von circa 150 Exponaten aus internationalen Museen und Privatsammlungen. Rund 100 Gemälde und etwa 40 Arbeiten auf Papier von insgesamt 47 Künstler*innen, ergänzt durch Archivmaterial und Fotografien, geben einen profunden Einblick in die neusachliche Kunstproduktion.

Die Neue Sachlichkeit Der Begriff der Kunstrichtung geht auf die 1925 von Gustav Friedrich Hartlaub in der Städtischen Kunsthalle Mannheim organisierte Ausstellung Die Neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei seit dem Expressionismus zurück. Die neue Kunstströmung stand in einem deutlichen Gegensatz zu der vor dem Ersten Weltkrieg dominierenden introspektiven Ausdruckskunst.

BILD zu OTS – LOTTE LASERSTEIN (1898–1993), Die Tennisspielerin, 1929, Öl auf Leinwand, 110 ? 95,5 cm, Privatbesitz
Bildrechte: © Bildrecht, Wien 2024
Fotograf: Lotte-Laserstein-Archiv Krausse, Berlin

„Die traumatischen und abgründigen Erfahrungen des Weltkrieges verlangten auf dem Gebiet der Kunst nach einer völlig neuen Darstellung der Wirklichkeit. Resignation, Anklage und unbeschreibliches Elend auf der einen, Hoffnung, Sehnsüchte und aufkommende Lebenslust der sogenannten ,Goldenen Zwanzigerjahre‘ auf der anderen Seite sollten dieses Epochenphänomen auf eine neue Weise beschreiben – unsentimental, nüchtern, konkret und puristisch; kurz: auf eine sachlich realistische Art.“

Hans-Peter Wipplinger, Direktor des Leopold Museum und Kurator der Ausstellung

Linker Verismus und rechte Beschaulichkeit

Die präzise, nüchtern-deskriptive Erfassung des Alltags löste die expressive Gestik des Expressionismus ab, dessen individualistisches Modell nicht in der Lage war, die Wirklichkeiten der geistigen und politischen Krisensituationen wiederzugeben. Innerhalb der Neuen Sachlichkeit steht eine politisch ausgerichtete linke, durch einen kritischen Verismus bestimmte Richtung einer durch klassizistisch-neuromantische Tendenzen bestimmten rechten Strömung gegenüber.

„Am Anfang standen politisch progressive, linkspolitisch gesinnte Kunstschaffende, die ihre pazifistischen Ideen künstlerisch übersetzten und ein Menschenbild festhielten, das von den Spannungen der Zeit beredtes Zeugnis ablegte. Sie prangerten die Doppelmoral der Gesellschaft insbesondere in den modernen Städten an und machten diese auf teils drastische Weise sichtbar. Ihr künstlerisches Untersuchungsfeld war der öffentliche Raum, die Straßen und Plätze, die Bars und Bordelle oder die Fabriken und Hinterhöfe. Mit bissiger Polemik wurden die Verkommenheit der Bourgeoisie und die am Krieg profitierenden, ausbeuterischen Kapitalist*innen, so das Narrativ, kommentiert.“

Hans-Peter Wipplinger im Katalog zur Ausstellung

Der nüchterne Blick

Die Künstler*innen der Neuen Sachlichkeit wie Max Beckmann, Otto Dix, Carl Grossberg, George Grosz, Karl Hofer, Karl Hubbuch, Grethe Jürgens, Alexander Kanoldt, Lotte Laserstein, Jeanne Mammen, Felix Nussbaum, Gerta Overbeck, Christian Schad, Rudolf Schlichter, Georg Schrimpf und viele mehr betrachteten das Zeitgeschehen mit nüchternem Blick und bannten das Gesehene emotionslos und ungefiltert auf Leinwand und Papier. Auf der Suche nach Möglichkeiten die schrecklichen Kriegserlebnisse zu verarbeiten und die verheerenden Folgen des Krieges zu fassen, fanden sie ihre Bildthemen in den Straßen der Metropolen, den Vergnügungsetablissements der Großstadt, wie auch in den neuen Lebensentwürfen selbstbewusster, moderner Frauen oder in den durch rasanten technischen Fortschritt bedingten radikalen Veränderungen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialist*innen im Jahr 1933 wurde diese neue künstlerische Herangehensweise jäh unterbunden. Die NS-Politik diffamierte systematisch die Kunst der Avantgarde als „entartet“ und ordnete deren Beschlagnahmung oder Zerstörung an. Politisch unliebsame Künstler*innen mussten willkürliche Durchsuchungen ihrer Wohnungen und Ateliers über sich ergehen lassen, Professor*innen wie Otto Dix oder Christian Schad wurden entlassen, Ausschlüsse aus Kunstvereinigungen und Ausstellungsverbote folgten. Die Betroffenen reagierten durch Flucht ins Ausland, gingen in die innere Emigration oder passten sich an das System an.

Der „Tanz auf dem Vulkan“ als intensives Ausstellungserlebnis

Die in 13 Themenbereiche gegliederte Ausstellung widmet sich in komprimierter Form einem essentiellen Kapitel künstlerischer Produktion im Deutschland der Zwanziger- und Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts. Beleuchtet werden alle Facetten der sogenannten „Goldenen Zwanziger“, Sinnbild für Glanz und Vergnügungssucht jener Zeit. Sozialkritisch, sarkastisch und erbarmungslos voyeuristisch zeigen die neusachlichen Künstler*innen die Vorzüge und Schattenseiten des Nachtlebens und schildern den brandgefährlichen „Tanz auf dem Vulkan“. Auch die Außenseiter*innen der Gesellschaft und die in ihrer Existenz gefährdeten Menschen stehen im Fokus.

Von der emanzipierten Frau bis zum altmeisterlichen Stillleben

Die Schau beleuchtet auch die Emanzipation der Frau, deren Erscheinungsbild sich radikal änderte. Zahlreiche Bildnisse zeigen selbstbewusste, autonome Frauen, die ihre neuen Freiheiten und Möglichkeiten zu nützen wissen. Die neusachlichen Künstler*innen würdigen Vertreter*innen unterschiedlichster Berufsgruppen in Form von realitätsnahen Porträts quer durch alle Gesellschaftsschichten. Die Exponent*innen der klassizistisch-neuromantischen Richtung innerhalb der Neuen Sachlichkeit propagierten den Rückzug ins Private und Idyllische sowie eine Rückkehr zur Einfachheit und schufen idealisierte Lebenswelten in altmeisterlicher Technik. Auch das Stillleben, dem in der Neuen Sachlichkeit eine herausragende Bedeutung zukommt, thematisiert die Ausstellung, wobei die Beziehungslosigkeit zwischen den in den Raum gesetzten Dingen auf existenzielle Einsamkeit und Isolation des Menschen verweisen.

Parallelwelten, märchenhafte Idyllen und der Anfang vom Ende

Der künstlerische Blick auf die Parallelwelten von Zirkus, Varieté oder Jahrmarkt wird in der Ausstellung ebenso behandelt wie die auf den ersten Blick märchenhaft-idyllischen Welten des Magischen Realismus, die bei näherer Betrachtung eine unbehaglich-apokalyptische Stimmung evozieren. Die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Jahr 1933 bedeutete den Anfang vom Ende einer freien Kunstentwicklung. Der Terror gegen Andersdenkende im großen Maßstab eskalierte und die Weimarer Republik fand ihr Ende. Jene neusachlichen Maler*innen, die dem sozialkritischen Verismus nahestanden, wurden aus ihren Ämtern entlassen und emigrierten ins Ausland oder in die Provinz. 1937 wurde die Ausstellung Entartete Kunst in München eröffnet. Anhand von 650 aus deutschen Museen entzogenen Exponaten, verspottete man jene Kunst und Künstler*innen, welche die Nationalsozialist*innen als „undeutsch“ betrachteten.

Einer von Vielen

Ein Großteil der im Leopold Museum gezeigten Künstler*innen befand sich auf der Liste der „Entarteten“. Der jüdische Maler Felix Nussbaum erlitt ein Schicksal, das symbolisch für die vielen Leben steht, die von den Schergen des Nationalsozialismus systematisch ausgelöscht wurden. Jüdische Kunstschaffende wurden kategorisch aus Ausstellungen ausgeschlossen und in der Folge deportiert und ermordet. Wohlwissend, was die Rückkehr nach Deutschland von einem Auslandsaufenthalt 1934 für ihn bedeuten könnte, blieb Felix Nussbaum im Exil und versuchte in Belgien zu überleben. Ab den 1940er-Jahren zeigte er den unmenschlichen Schrecken des Holocaust in apokalyptischen Bildern und protokollierte das Grauen der Zeit in eindrücklicher Weise. 1944 wurde Nussbaum gemeinsam mit seiner Frau, der Künstlerin Felka Platek, in einem Brüsseler Versteck entdeckt. Nach ihrer Verhaftung folgte die Deportation in das nationalsozialistische Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wo beide ermordet wurden.

KATALOG ZUR AUSSTELLUNG

Begleitend zu Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog in deutscher und englischer Sprache erschienen, herausgegeben von Hans-Peter Wipplinger, mit Beiträgen von Daniela Gregori, Rainer Metzger, Aline Marion Steinwender, Hans-Peter Wipplinger und Thomas Zaunschirm sowie einem Überblick zur Kultur, Politik und Gesellschaft der Weimarer Republik 1918–1933.

Kurator: Hans-Peter Wipplinger

Leopold Museum

http://www.leopoldmuseum.org

Alwines Puppen in Magdeburg

Kostümgeschichte en miniature
Die Sammlung der Mode- und Trachtenpuppen des Kulturhistorischen Museums Magdeburg.
Die Ausstellung ist bis zum 20. Mai 2024 zu sehen. 

1905 schenkte die wohlhabende Industriellengattin Alwine Arnold (1848–1907) ihrer Heimatstadt Magdeburg eine umfangreiche Sammlung von Kostüm- und Trachtenpuppen sowie Trachten in Originalgröße für das neu zu eröffnende Kaiser Friedrich Museum, heute Kulturhistorisches Museum Magdeburg. Alwine Arnold war die Tochter des erfolgreichen Gründers und Industriellen Christian Budenberg in Magdeburg-Buckau, ältere Schwester der Unternehmerin und Maschinenfabrikantin Selma Rudolph und eine bedeutende Mäzenin des Museums. Ihr Mann Otto leitete nach dem Tod von Alwines Vater die Manometer-Fabrik Schäffer & Budenberg und brachte das Unternehmen zu Weltruhm.

Um sie vor dem Verschwinden zu bewahren, sammelten und dokumentierten Wissenschaftler und private Sammler im 19. Jahrhundert historische Kostüme und Trachten in verschiedenen Regionen Deutschlands und Europas. Bebilderte Publikationen hierzu erschienen zahlreich und waren weit verbreitet. So verwundert es nicht, dass Trachten und Kostüme um 1900 auch in die Sammlungen von Museen und deren Ausstellungsräume gelangten. In diesem Zusammenhang sind auch die Mode- und Trachtenpuppen zu sehen, die als Modelle geschaffen wurden und detailgetreu die Originale nachahmen. 1905 eröffnete das Germanische Nationalmuseum Nürnberg seinen großen Trachtensaal. Noch im selben Jahr wurde auch die Arnoldsche Sammlung von Trachten und Modellpuppen in Magdeburg präsentiert.

Aus bürgerlichem Blickwinkel verkörperten Trachten in romantischer Verklärung eine heile ländliche Gegenwelt zu Industrialisierung und Verstädterung. Mit den weit verbreiteten Abbildungen in kostüm- und trachtengeschichtlichen Publikationen und den Museumssammlungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts manifestierten sich Stereotype, die so nicht der Realität entsprachen.

Anders als Spielpuppen, deren Kleider Kinderhänden und regelmäßigem An- und Ausziehen standhalten müssen, erfüllten Kostüm- und Trachtenpuppen eine andere Funktion. Sie waren Sammlerstücke, Erinnerungsobjekte, Ausstellungsexponate oder wertvolle Geschenke. Ihre Kleidung orientierte sich an der exakten und vollständigen Miniatur der Originale, inklusive Unterwäsche, Schuhe, Schmuck und Frisuren.

Museumsbesucher des 21. Jahrhunderts verzaubern die Puppen in den Modellkostümen vor allem durch die künstlerische, individuelle und ausdrucksstarke Gestaltung ihrer Gesichter und die Detailgenauigkeit und Detailvielfalt der Kleider im Miniaturformat. Jede Puppe ist ein kleines Individuum. Die Arnoldsche Sammlung als Ganzes ist in ihrer Qualität und ihrem Umfang, verknüpft mit der frühen Entstehungszeit, einmalig.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch mit Fotografien von Charlen Christoph.

https://www.khm-magdeburg.de

Die Ausstellung wird gefördert von der Stiftung Kloster Unser Lieben Frauen.