ZDF-Politbarometer Extra I Sachsen-Anhalt August 2026

AfD klar stärkste Partei in Sachsen-Anhalt/Gewünschter Ministerpräsident: Sven Schulze (CDU) vor Ulrich Siegmund (AfD)

Projektion Sachsen-Anhalt: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Landtagswahl wäre … / Nutzung der Grafik für redaktionelle Berichterstattung inkl. Social Media

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die AfD sehr klar stärkste Partei und dürfte sich im Vergleich zu vor fünf Jahren praktisch verdoppeln. Die CDU muss mit starken Verlusten rechnen. Die FDP und das BSW könnten an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Eine absolute Mehrheit für die AfD wäre aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich. Wenn es um die Frage geht, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, liegt Amtsinhaber Sven Schulze von der CDU im direkten Vergleich deutlich vor seinem Herausforderer Ulrich Siegmund von der AfD.

Projektion

Wenn schon am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, dann ergäben sich folgende Projektionswerte für die Parteien: Die CDU läge zurzeit bei 23 Prozent, die AfD käme auf 40 Prozent, die Linke auf 13 Prozent, die SPD auf 9 Prozent, die FDP auf 3 Prozent, die Grünen auf 6 Prozent und das BSW auf 3 Prozent. Die anderen Parteien erhielten zusammen 3 Prozent, darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Aufgrund dieser Zahlen bräuchte die AfD für eine parlamentarische Mehrheit einen Koalitionspartner. Eine Regierung aus allen, nach dieser Projektion im Parlament vertretenen Parteien außer der AfD ‒ also eine Koalition aus CDU, Linke, SPD und Grünen – hätte eine Mehrheit.

Diese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Bei der Interpretation der Zahlen sind insbesondere die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen. Dies gilt vor allem auch für die Parteien, die an der Fünf-Prozent-Grenze zu scheitern drohen. Zudem kann es bis zum Wahlsonntag durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge der verschiedenen Parteien noch zu Veränderungen kommen. Diese können in ostdeutschen Bundesländern, wo es weniger stark ausgeprägte Bindungen an die Parteien gibt, auch recht deutlich ausfallen. Darüber hinaus wissen zurzeit 31 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.

Bei der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor fünf Jahren kam die CDU auf 37,1 Prozent, die AfD auf 20,8 Prozent, die Linke auf 11,0 Prozent, die SPD auf 8,4 Prozent, die FDP auf 6,4 Prozent und die Grünen auf 5,9 Prozent. Alle anderen Parteien erzielten zusammen 10,4 Prozent.

Zufriedenheit mit Parteien in Landesregierung und Opposition