Heimischer Fisch: Was in deutschen Gewässern und Teichen steckt.

Auch die traditionelle Teichwirtschaft in Deutschland leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit – und zwar weit über die Fischproduktion hinaus. Über Generationen bewirtschaftete Teiche sind vielerorts zu wertvollen Ökosystemen geworden, die zahlreiche Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Darüber hinaus können sie Wasser in der Landschaft zurückhalten und zur Grundwasserneubildung beitragen – eine wichtige Funktion gerade angesichts des Klimawandels. Was viele nicht wissen: „Mit der Pflege der Teiche tragen Fischwirte auch zum Erhalt dieser Lebensräume bei“, erklärt Claus Ubl. Doch der finanzielle Druck auf die Betriebe ist hoch. Fischfressende Tiere wie Kormorane oder Otter können erhebliche Verluste verursachen, während die Ökosystemdienstleistungen der Teichwirtschaft kaum finanziell honoriert werden. Wird die Bewirtschaftung deshalb aufgegeben, kann das auch Folgen für die Natur haben. „Ohne regelmäßige Pflege können die oft flachen Teiche mit der Zeit verlanden. Damit gehen nicht nur wertvolle Lebensräume verloren, sondern auch ihre Funktionen für den Wasserrückhalt und die Grundwasserneubildung“, erklärt Ubl.

Heimischer Fisch – kulinarisch häufig unterschätzt

Wer Fisch aus heimischer Erzeugung kauft, unterstützt damit auch die Fischereien und Zuchtbetriebe vor Ort. Das hilft, traditionelle Teichwirtschaft und regionale Strukturen zu erhalten und sorgt dafür, dass die Vielfalt heimischer Fischarten auch künftig auf unseren Tellern landet. Denn die hat geschmacklich einiges zu bieten. „Viele denken bei Fisch zuerst an Lachs oder Seefisch. Dabei lohnt es sich, auch die heimischen Süßwasserfische zu entdecken“, sagt Fischsommelier Steffen Euler. Schon eine Forelle kann zeigen, wie unkompliziert guter Fischgenuss ist. Euler empfiehlt, sie mit Rosmarin, Thymian, Zitrone und Knoblauch im Ofen zu garen. Viel mehr braucht es nicht. „Wer etwas Neues probieren möchte, kann zum Saibling greifen. Sein feines Fleisch schmeckt mild und leicht nussig. Aber auch Wels ist einen Versuch wert“, so der Experte. „Mit seinem festen, grätenarmen Fleisch eignet er sich besonders gut zum Braten oder Grillen.“ Richtig ins Schwärmen gerät Euler beim Zander. Das Filet brät er auf der Hautseite knusprig und kombiniert es mit Spitzkohl, Limette, Chili und einer würzigen Sojaglasur. Sein Tipp: Die Haut unbedingt dranlassen. „Fischhaut ist der Bacon aus dem Wasser“, sagt er. Und dann wäre da noch der Karpfen. Gerade im Herbst und Winter hat er traditionell Saison. Euler empfiehlt: „Wer ihn bislang nur als Festtagsfisch kennt, kann sich beim Fischhändler nach anderen Zubereitungsmöglichkeiten erkundigen. Denn auch bei vertrauten Arten gibt es geschmacklich noch einiges zu entdecken.“

FIZ Fisch-Informationszentrum e. V.

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