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Jedes dritte Großunternehmen sieht Fehlerkultur als Innovationsbremse.

Randstad-ifo-Studie: Fehlerkultur in Unternehmen.

In einem Drittel der Großunternehmen ab 500 Beschäftigten erschwert die Fehlerkultur nach eigener Einschätzung Innovation und das Ausprobieren neuer Ansätze. Das zeigt die Randstad-ifo-HR-Befragung für das dritte Quartal 2026.

Jedes dritte Großunternehmen sieht Fehlerkultur als Innovationsbremse.

Die zentralen Ergebnisse:

  • 34 % der Großunternehmen erleben ihre Fehlerkultur als Innovationshemmnis; bei Kleinunternehmen (bis 49 Mitarbeitende) sind es 11 %.
  • Nur 28 % der Großunternehmen berichten, dass Fehler offen angesprochen werden; bei Kleinunternehmen sind es 62 %.
  • 72 % der Großunternehmen passen nach bekannt gewordenen Fehlern Abläufe, Zuständigkeiten oder Informationen an; Kleinunternehmen: 44 %.

Der Größenvergleich zeigt zwei unterschiedliche Seiten des Umgangs mit Fehlern: In großen Unternehmen werden sie seltener offen angesprochen, nach ihrer Entdeckung aber häufiger organisatorisch aufgearbeitet. Ein Blick darauf, wie Fehler überhaupt sichtbar werden, ergänzt dieses Bild.

Große Unternehmen: Mehr Kontrolle und Prozesse, weniger Offenheit

Insgesamt nennen 32 % der Unternehmen interne Kontrollen, Auswertungen oder Qualitätsprüfungen als üblichen Weg, wie Fehler aufgedeckt werden. Bei 28 % werden relevante Fehler meist durch Kolleg:innen oder Führungskräfte sichtbar, bei 19 % durch externe Hinweise. Nur 18 % nennen die unmittelbar betroffenen Mitarbeitenden selbst als Hinweisgeber:innen. In der Industrie ist der Abstand besonders groß: In 43 % der Fälle werden Fehler durch interne Kontrollen öffentlich und nur in 14 % der Fälle durch die betroffenen Mitarbeiter:innen.

„Kontrollen und klare Abläufe helfen, Fehler zu erkennen und zu beheben. Sie sagen aber noch wenig darüber aus, ob Beschäftigte ein Problem auch von sich aus ansprechen können“, sagt Susanne Wißfeld, Geschäftsführerin Business Innovation & Concepts bei Randstad Deutschland. „Ein Fehler lässt sich professionell bearbeiten, sobald er bekannt ist. Für eine offene Fehlerkultur ist aber ebenso wichtig, dass dieser Fehler ohne Angst vor möglichen disziplinarischen Folgen benannt sowie früh und transparent im Team besprochen werden kann, damit das Unternehmen daraus lernen kann.“

Auch bei der weiteren Bearbeitung handeln Großunternehmen systematisch: 51 % klären nach einem bekannt gewordenen Fehler Verantwortlichkeiten. Unter den Kleinunternehmen sowie den Betrieben mit 50 bis 249 Beschäftigten tun dies jeweils 27 %. Wie eine Organisation bekannte Fehler aufarbeitet, sagt allerdings noch nicht, ob ihre Fehlerkultur das Ausprobieren neuer Ansätze erleichtert.

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