Verbraucherumfrage zeigt: Deutsche bewegen sich zu wenig, mangelnde Prävention gefährdet die Gesundheit.

  • Mehr als die Hälfte der Deutschen treiben nicht regelmäßig Sport
  • Familiäre Verpflichtungen, mangelnde Motivation und Schmerzen stehen regelmäßiger Bewegung im Weg
  • Mangelnde Prävention im Gesundheitssystem wird kritisiert, die Ausgaben für Maßnahmen zur Gesundheitsförderung werden überschätzt
  • Apotheken sind gefragt, um die Lücke in der Prävention zu schließen
Schmerzen schränken oft die Beweglichkeit ein – ein Teufelskreis. ©Haleon

Nur rund ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland kennt die aktuellen WHO-Empfehlungen von mindestens 150 Minuten moderater körperlicher Aktivität pro Woche (35,7 Prozent). Das ist eines der Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Consumer-Health-Unternehmens Haleon (u.a. Voltaren) zusammen mit dem Wort & Bild Verlag.1

58,9 Prozent der Befragten gaben laut Studie an, nicht regelmäßig Sport zu treiben. Fast die Hälfte der Frauen (45,2 Prozent) fährt nie Fahrrad, bei den Männern ist es mehr als ein Drittel (34,0 Prozent), das nie in die Pedale tritt.

Die größte Hürde für mehr Bewegung: Schmerzen

Doch was sind die Gründe für den Bewegungsmangel? Fehlende Motivation und familiäre Verpflichtungen liegen bei beiden Geschlechtern als Gründe ganz eng beieinander. Bei den Frauen verwiesen 34,7 Prozent auf fehlende Motivation und 30,5 Prozent auf die Familie als Hürde. Männer sind etwas motivierter, ansonsten zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier mangelt es 28,6 Prozent an Motivation und 30,8 Prozent nannten familiäre Verpflichtungen.

Ergänzende Daten aus einer eigenen Erhebung zeigen, wie stark Schmerzen die tägliche Bewegung der Menschen in Deutschland beeinträchtigen: 70,1 Prozent der Deutschen wurden im letzten Monat durch Schmerzen in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, davon waren 48,9 Prozent „leicht“, 17,1 Prozent „deutlich“ und 4,1 Prozent „stark eingeschränkt“. Oft ein Teufelskreis, denn diese Vermeidung kann Schmerzen noch verstärken.

Gesundheitssystem: „Reparaturmedizin“ statt Ursachenforschung

Von „leicht“ zu proteinreich: das wollen Gäste heute im Restaurant.

Umfrage zeigt: unsere Erwartungen an die Speisekarte verändern sich.
Bei der Auswahl der Gerichte im Restaurant zeichnet sich ein Wandel ab: „Gesundes Essen“ ist zwar für viele Gäste noch kein entscheidendes Kriterium, aber neben dem klassischen Wunsch nach „leichten“ Gerichten, gewinnen ausgewogene Ernährung, Protein und bewusste Portionsgrößen an Relevanz.

Gästebedürfnisse verändern sich: Der Trend geht zu proteinreicher Kost.

Die Ergebnisse des diesjährigen „State of Hospitality Report“ im Auftrag von Lightspeed, dem führenden Anbieter cloudbasierter Kassensysteme und Bezahlplattformen, deuten damit auf einen frühen Trend hin, der für Gastronomiebetriebe mittelfristig an Bedeutung gewinnen könnte.

Mehr als ein Viertel der Befragten zeigt beim Restaurantbesuch ein differenziertes Ernährungsbewusstsein: 29 Prozent achten dabei auf eine ausgewogene Ernährung, 22 Prozent bevorzugen leichte Gerichte und 18 Prozent achten auf wenig Zucker. Interessant ist für Gastronomen vor allem, welche Kriterien darüber hinaus an Bedeutung gewinnen. 14 Prozent der Befragten bestellen Gerichte mit einem hohen Proteingehalt und 15 Prozent interessieren sich für die Kalorienangaben. Noch deutlicher wird der Trend bei der Frage nach den individuellen Ernährungsgewohnheiten: 22 Prozent der Befragten sagen, dass sich ihre persönliche Definition von gesundem Essen in den vergangenen zwei Jahren verändert hat.

Ernährungswandel: von „light“ zu funktional

Die Zahlen sprechen weniger für einen abrupten Wandel als für eine Verschiebung der Erwartungen. Gesundes Essen wird zunehmend nicht mehr ausschließlich mit Verzicht, kalorienarmen oder besonders leichten Speisen verbunden, sondern stattdessen mit einem stimmigen Verhältnis verschiedener Ernährungselemente. Aspekte wie Ausgewogenheit, Proteinversorgung und bewusste Portionsgrößen gewinnen an Bedeutung.

Das zeigt sich insbesondere beim Protein-Fokus: 13 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen auch bei kleineren Portionen eine ausreichende Proteinmenge wichtig ist. 11 Prozent suchen bereits aktiv nach High-Protein-Optionen.

Die Werte sind noch nicht mehrheitsfähig – für die Gastronomie sind sie dennoch relevant. Sie zeigen, dass Protein aus der Fitness- und Convenience-Kommunikation zunehmend in den Restaurantkontext wandert. Dabei geht es nicht zwingend um Sporternährung, sondern um Sättigung, Energie und den Wunsch, eine Mahlzeit als funktional und zugleich genussvoll zu erleben.

Auch Darmgesundheit und Verdauung tauchen als frühe Signale auf: 11 Prozent interessieren sich zunehmend dafür, welche Auswirkungen Lebensmittel auf Verdauung und Darmgesundheit haben. Probiotische oder darmfreundliche Zutaten sind für 6 Prozent ein Auswahlkriterium.

Ein neues Wirkungsfeld für die Gastronomie