Der Innovationsrat Deutschland verabschiedete ein Impulspapier mit Empfehlungen, wie Intelligente Medizin zum Erfolgsfaktor für unsere Gesellschaft werden kann. An der Schnittstelle von Medizin, Informatik und Datenwissenschaften entstehen neue Möglichkeiten – für eine bessere Gesundheitsversorgung und für wirtschaftliches Wachstum. Mit der geplanten Gesundheitsstrukturreform gilt es jetzt, die richtigen Weichen zu stellen.

Die industrielle Gesundheitswirtschaft erwirtschaftete 2025 rund 101,5 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung, beschäftigt etwa eine Million Menschen und steht für ca. 7 Prozent der deutschen Exporte. Doch obwohl Deutschland in diesem Bereich stark forscht und produziert, vergeht zu viel Zeit, bis Innovationen in der Praxis eingesetzt werden. Mehr als die Hälfte der befragten Medizinproduktehersteller wartet laut einer Erhebung im Auftrag der EU-Kommission über 19 Monate auf die Zertifizierung nach der europäischen Medizinprodukteverordnung.
Bei der Lücke zwischen Forschung und Anwendung setzt der Innovationsrat Deutschland an. Am 17. Oktober 2026 verabschiedete das unabhängige Gremium ein Papier „Intelligente Medizin als Wachstumsmotor“. Der Rat umfasst VDI-Präsident Prof. Dr.-Ing. Lutz Eckstein, die Wirtschaftsweise Prof. Dr. Veronika Grimm, Max-Planck-Direktor Prof. Dietmar Harhoff, Ex-Monopolkommissionschef Prof. Dr. Jürgen Kühling, traceless-Gründerin Dr.-Ing. Anne Lamp, Stifterverbandspräsidentin Dr. Melanie Maas-Brunner, GI-Präsident Prof. Dr. Martin Wolf und VDI-Direktor Adrian Willig. Der Innovationsrat richtet konkrete Impulse an Politik, Wissenschaft und Unternehmen, auch im Hinblick auf die bevorstehende Strukturreform.
Planbare Verfahren, zentrale Datenschutzaufsicht