Eine neue Studie der University of Manchester im Auftrag des internationalen Familienunternehmens Mars wurde in München vorgestellt. Sie liefert Erkenntnisse zur Nutzung und Bedeutung sogenannter ‚Dritter Orte‘, wie FLUX an der Pinakothek der Moderne, und dient zugleich als Beispiel für andere Einrichtungen. Das Unternehmen Mars, das in der Metropolregion München ansässig ist, hatte in Kooperation mit FLUX die Untersuchung in Auftrag gegeben.

Digitalisierung, der Wandel unserer Lebens- und Arbeitswelten sowie zunehmende soziale Isolation stellen Städte, Institutionen und die Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt braucht Orte, die persönliche Begegnungen ermöglichen und soziale Verbundenheit stärken. Die Entwicklung solcher Orte ist heute nicht mehr alleinige Aufgabe der öffentlichen Hand: Kommunen, Kultur, Zivilgesellschaft und Unternehmen sind gemeinsam gefragt.
Wie Menschen solche ‚Dritten Orte‘ nutzen und welche Bedeutung sie für soziale Verbundenheit und Zugehörigkeit haben, untersuchte jetzt die qualitative Studie der University of Manchester. Die Ergebnisse wurden am 13. Oktober bei einer Podiumsdiskussion im FLUX an der Pinakothek der Moderne in München vorgestellt. Der Forschungsort ist FLUX, ein frei zugängliches, konsumfreies Modellprojekt zwischen Museum und Stadt. In seiner ersten Jahresbilanz weist es mehr als 100.000 Besuche, 30.000 Teilnehmende an kostenfreien Programmen und über 300 Veranstaltungen aus.
Studie: Einige zentrale Erkenntnisse zu Dritten Orten
1. Zugehörigkeit braucht keine Interaktion. Auch allein unter anderen Menschen zu sein, kann ein Gefühl von Gemeinschaft vermitteln und soziale Nähe schaffen.
2. Kostenfreier Zugang und die Freiheit, sich ohne Konsum- oder Teilnahmeverpflichtung aufzuhalten, machen FLUX zu einem offenen und zugänglichen Ort. Die Befragten schätzen, dass sie den Ort ohne Eintritt, Anmeldung oder Verpflichtung zur Teilnahme an Aktivitäten nutzen können. Sie entscheiden selbst, ob Sie verweilen oder mitmachen.
3. Gestaltung ermöglicht Begegnung. Künstlerische Gestaltung, offene und zugleich geschützte Bereiche, flexible Sitzmöglichkeiten und gemeinsame Aktivitäten schaffen Gelegenheiten für spontane Begegnungen, ohne sie zu erzwingen.
Die Untersuchung unter der Leitung von Professorin Pamela Qualter liefert Ergebnisse dazu, wie Teilnehmende FLUX erleben und welche Faktoren dabei besonders wichtig sind. Sie untersucht ferner die Rolle der Gestaltung bei der Entwicklung neuer Dritter Orte.
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