Schnelle Hilfe aus der Luft: 50 Jahre “Christoph 6” in Bremen

München (ots) ADAC Rettungshubschrauber am Klinikum “Links der Weser” feiert Jubiläum

Der Bremer Senat entschied sich nach einer öffentlichen Ausschreibung 1997 für den ADAC und so konnte die gemeinnützige ADAC Luftrettung die Luftrettungsstation am Bremer Zentralkrankenhaus “Links der Weser” am 1. Juli 1997 übernehmen (von links): Dr. Franz Böhmert, Ärztlicher Direktor des ZKH “Links der Weser”, Franz Stadler, ADAC Präsident, Eduard Lintner, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Horst-Werner Leukel, ADAC Vizepräsident für Technik, Ralf H. Borttscheller, Senator des Inneren der Freien Hansestadt Bremen, Rechtsanwalt Wolfgang Becker, Vorsitzender des ADAC Weser-Ems und Gerhard Kugler, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung.
Bildrechte: ADAC Luftrettung
  • Erster Einsatz wenige Minuten nach Indienststellung am 20. Dezember 1973
  • Gemeinnützige ADAC Luftrettung seit 1997 Betreiber der Station
  • Bis heute fast 58.000 Rettungsflüge
  • Großer Tag der Sicherheit mit Partnerorganisationen am 9. Juni 2024

Heute vor 50 Jahren startete der in Bremen stationierte Rettungshubschrauber “Christoph 6” zu seinem ersten Einsatz – ganze 20 Minuten nachdem die gelbe Maschine des Typs BO 105 feierlich am Zentralkrankenhaus “Links der Weser” in Dienst gestellt worden war. Der Alarmierung des damaligen Katastrophenschutzhubschraubers zu einem Verkehrsunfall bei Nienburg sollten bis heute fast 58.000 weitere Rettungsflüge folgen – darunter mehr als 35.000 Einsätze der gemeinnützigen ADAC Luftrettung, die die Station 1997 übernahm.

Bild aus den Anfangsjahren der Station: Ganze 20 Minuten nachdem die gelbe Maschine des Typs BO 105 feierlich am Zentralkrankenhaus “Links der Weser” in Dienst gestellt worden war, flog sie am 20. Dezember 1973 zu ihrem ersten Einsatz. Mit der Übernahme durch die ADAC Luftrettung kam 1997 auch ein neuer Rettungshubschrauber nach Bremen: Eine Maschine des Typs BK 117, die 2011 durch eine moderne EC 135 von Airbus Helicopters ersetzt wurde. Bildrechte: ADAC Luftrettung

Es war ein großer Tag für Bremen und die Region, als die Station am 20. Dezember 1973 vom späteren Bundesinnenminister Gerhard Baum im Beisein von Senatoren der Freien Hansestadt Bremen und dem damaligen ADAC Präsidenten Franz Stadler in Betrieb genommen wurde – als bis dato sechste Luftrettungsstation in Deutschland. Es folgten bewegte Zeiten für “Christoph 6”. Denn fast wäre die Geschichte des Rettungshubschraubers Mitte der 1990er-Jahre bereits zu Ende gewesen. Die seinerzeit vom Bundesinnenministerium betriebene Station sollte im Rahmen von Einsparungen im Zivilschutzhaushalt geschlossen – und “Christoph 6” aus Bremen abgezogen werden. Der ADAC als Initiator der Luftrettung in Deutschland setzte sich vehement für den Erhalt der Station ein und bot dem Senat schließlich an, den Luftrettungsdienst mit einem eigenen Rettungshubschrauber und eigenen Piloten in Bremen fortzusetzen.

Nach einer erfolgreichen Ausschreibung bekamen die fliegenden Gelben Engel den Zuschlag, die Station am 1. Juli 1997 zu übernehmen. Bis dahin setzte sich die Crew aus Piloten des Bundesgrenzschutzes (heute: Bundespolizei) der Grenzschutzfliegerstaffel Küste aus Bad Bramstedt, Schleswig Holstein sowie Anästhesisten aus dem Zentralkrankenhaus “Links der Weser” und Rettungssanitätern des Arbeiter-Samariter-Bund Bremen zusammen. Mit dem Wechsel im Cockpit zur ADAC Luftrettung konnte ein Höchstmaß an Kontinuität sichergestellt werden, da die Organisation die Station bereits seit Inbetriebnahme treuhänderisch verwaltet hatte.

Aus Bremen nicht mehr wegzudenken: Der am Klinikum “Links der Weser” stationierte ADAC Rettungshubschrauber “Christoph 6”. Bildrechte: ADAC Luftrettung
Fotograf: Sascha Schmidt: av.spotter_hb

Mit den neuen Piloten kam auch ein neuer Rettungshubschrauber nach Bremen: Eine Maschine des Typs BK 117, die 2011 durch eine moderne EC 135 von Airbus Helicopters ersetzt wurde. Mit einer Einsatzgeschwindigkeit von rund 220 km/h fliegt “Christoph 6” in einem Radius von rund 70 Kilometern zu Notfällen. Häufigste Ziele der Rettungsflüge sind das niedersächsische Umland und Bremisches Gebiet. Seit 2023 ist “Christoph 6” neben “Christoph 26” in Sande als zweiter “Inselhubschrauber” im Einsatz und sichert zusätzlich die notfallmedizinische Versorgung der Inselbewohnerinnen und -bewohner.

Gründe für die Alarmierung des ADAC Rettungshubschraubers sind zu je rund einem Drittel Unfallverletzungen und Notfälle des Herz-/Kreislauf-Systems wie Herzinfarkt und Herzrhythmusstörung, gefolgt von neurologischen Notfällen wie Schlaganfällen sowie Notfälle des Atmungssystems. Koordiniert werden die Einsätze von der Rettungsdienstleitstelle der Berufsfeuerwehr Bremen.

Frédéric Bruder, der Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH, bedankte sich zum Jubiläumstag vor allem bei der Crew von “Christoph 6” für die hervorragende, jahrzehnte lange Arbeit sowie für die vorbildliche Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnern von Krankenhaus, Rettungsdiensten, Feuerwehren und Polizeidienststellen. Er erinnerte aber auch an das große Engagement der damaligen Verantwortlichen des ADAC e.V. und des ADAC Regionalclubs Weser-Ems, ohne die “Christoph 6” heute nicht mehr fliegen würde.

Das 50-jährige Bestehen der Station wird gemeinsam mit dem Klinikum “Links der Weser”, vielen Bremer Rettungsdienstorganisationen sowie mit Feuerwehr und Polizei am 9. Juni 2024 mit einem großen Tag der Sicherheit auf dem Gelände des Klinikums gefeiert.

Die Crew besteht in Bremen aus vier Piloten der ADAC Luftrettung sowie 15 Notärztinnen und Notärzten des Klinikums “Links der Weser” und sieben Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern (TC HEMS) des Arbeiter-Samariter-Bund Rettungsdienst Bremen. Stationsleiter ist Pilot Marc Fahning und Leitender Notarzt Dr. Andreas Callies. Das Team der TC HEMS leitet Heiko Haase. Einsatzbereit ist “Christoph 6” täglich von Sonnenaufgang (frühestens 7 Uhr) bis Sonnenuntergang.

Über die ADAC Luftrettung gGmbH

Mit mehr als 50 Rettungshubschraubern und 37 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas mit bis heute mehr als 1,2 Millionen Einsätzen. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem, werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle. “Gegen die Zeit und für das Leben” lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine Rekonvaleszenz. Die Crews der ADAC Luftrettung werden trainiert von der ADAC HEMS Academy GmbH. Die Wartung und technische Bereitstellung erfolgt über die ADAC Heliservice GmbH. Die ADAC Luftrettung ist ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung.

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